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  • Entlastet: Eifeler hat keine Pistole für Überfall besorgt

    Koblenz/Cochem-Zell. Von dem Vorwurf, eine Waffe besorgt zu haben, die später bei einem Raubüberfall auf einen Neuwieder Rewe-Markt eingesetzt worden war, ist ein Mann aus der Eifel vom Landgericht Koblenz freigesprochen worden.

    Foto: dpa

    Von unserem Redakteur Thomas Brost

    "Die Unschuld meines Mandanten ist erwiesen", sagte Rechtsanwalt Gerhard Prengel. Es habe sich vor dem Koblenzer Gericht der Vorwurf nicht erhärten lassen, dass der Mittfünfziger etwas Strafwürdiges getan hat. "Das ist kein Freispruch zweiter oder erster Klasse, sondern einer allererster Güte", sagte Prengel.

    In Cochem war sein Mandant in einem spektakulären Prozess im Sommer zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Damals waren zwei Zeugen, die zurzeit einsitzen, unter höchsten polizeilichen Sicherheitsvorkehrungen in den Prozess eingeführt worden. Einer von diesen, der Haupttäter S., der seine fast zehnjährige Haftstrafe in einem Gefängnis in Straubing absitzt, sorgte jetzt ausgerechnet dafür, dass der Eifeler entlastet wurde. Er, der in Cochem wortkarg nach wenigen Momenten aus dem Zeugenstand entlassen worden war, bezeichnete nunmehr einen Mann aus Nordrhein-Westfalen als tatsächlichen Waffenlieferanten der Weltkriegspistole vom Typ ACP, Kaliber 45. Vor dem Kadi in Koblenz nannte Haupttäter S. den Grund, weshalb die beiden anderen Mittäter noch in Cochem auf ihrer Version beharrten, dass der Eifeler der Waffenlieferant gewesen sein soll. Beide hätten vorher verabredet, dass sie ihm eins auswischen wollten. Der Hintergrund: Der Eifeler hatte nicht nur den Haupttäter S., den er aus dem Gefängnis kannte, nach dessen Entlassung bei sich aufgenommen, sondern auch einen weiteren Mann, dessen späteren Komplizen. Und dieser hatte versucht, die Freundin des Eifelers anzubaggern, was dieser mit dem Rauswurf beantwortete. Vor dem Landgericht tischte der Komplize des Haupttäters eine völlig andere Version auf. Nicht er, sondern des Eifelers Freundin habe sich an ihn rangemacht, weil sie angeblich gesehen habe, dass der Eifeler mit einer anderen Frau in einer Kneipe geflirtet habe. Die Frau wehrte sich vor Gericht im Zeugenstand: Das sei erstunken und erlogen. Aufgefallen war Rechtsanwalt Prengel in Vernehmungsprotokollen der Neuwieder Polizei, dass der Komplize H., der den Eifeler schwer belastet hatte, darin sogar davon gesprochen habe, dass der Eifeler zwei Waffen besorgt habe - das wich grob von dem ab, was er in Cochem behauptet hatte.

    Die Berufung war angestrengt worden, weil die Staatsanwaltschaft der Ansicht war, dass die Strafe, die der Eifeler in Cochem kassiert hatte, zu niedrig ausgefallen sei. Vor dem Landgericht beantragte der Staatsanwalt zwei Jahre und drei Monate Haft - keine Bewährungsstrafe. Doch der Eifeler verließ in diesem Fall als unbescholtener Mann den Gerichtssaal.

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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