40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mittelmosel
  • » Drogenhändler muss für 23 Monate in Haft
  • Aus unserem Archiv

    CochemDrogenhändler muss für 23 Monate in Haft

    Wegen des unerlaubten Handels mit Drogen in nicht geringer Menge sowie wegen Körperverletzung, Beleidigung und Widerstandes gegen Polizeibeamte ist ein 26-Jähriger aus einer Moselgemeinde vom Cochemer Schöffengericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.

    Foto: Kevin Rühle

    Von Dieter Junker

    Zur Tat: Er hatte sich im vergangenen Oktober in Trier unter Drogen- und Alkoholeinfluss bei einer Polizeikontrolle heftig gewehrt, die Beamten angegriffen und auch beleidigt. In seiner Wohnung fand die Polizei später bei einer Durchsuchung zahlreiche Drogen und eine fünfstellige Bargeldsumme. Vor Gericht beschrieb der junge Mann eine klassische Drogenkarriere. Mit 16 ist er das erste Mal mit Cannabis in Kontakt gekommen, hat dann immer mehr konsumiert, schließlich auch mit Drogen gehandelt, war bereits mehrmals vor Gericht, vereitelte eine zunächst erfolgreiche Therapie durch erneuten Drogenkonsum - und dann kam es während einer offenen Bewährungsstrafe zu einem Vorfall in Trier, der ihn in Haft und vor das Cochemer Gericht brachte.

    Dort zeigte sich der 26-Jährige geständig und auch einsichtig. Er räumte die erhobenen Vorwürfe weitgehend ein und gab sogar die Namen von anderen Händlern preis, weil er mit seinem bisherigen Leben brechen möchte. Nicht zuletzt auch auf Druck der Freundin, die ihm androhte, ihn zu verlassen, sollte er weiterhin Drogen konsumieren.

    Seinen Rückfall nach der Therapie begründete er mit einer Krise nach einem Arbeitsunfall. Das meiste Bargeld, das sichergestellt worden sei, stamme von seiner Mutter, sie habe es ihm für einen Führerschein gegeben, sowie aus dem Verkauf zweier Mofas. Er wolle möglichst bald wieder in eine Therapie und auch aus der Region wegziehen, um nicht mehr in Kontakt mit seinem bisherigen Umfeld zu geraten und wieder mit Drogen in Kontakt zu kommen, kündigte er vor dem Schöffengericht an.

    Für den Vorsitzenden Richter Wilfried Johann war dies dennoch kein Grund, die angeklagten Vorwürfe herunterzuspielen. "Sie haben in Trier gegenüber den Polizisten eine äußerst aggressive Handlungsweise an den Tag gelegt, und es hätte leicht ein erheblicher Schaden für die Beamten entstehen können", betonte er und verwies darauf, dass die Gesellschaft einem solchen Verhalten gegenüber der Polizei, die hier den Kopf hinhalten müsse bei Straftaten, entschieden entgegentreten müsse. Und auch bei den gefundenen Drogen handele es sich um eine "exorbitant hohe Menge", unterstrich der Richter. Damit habe er "Gift in das Leben vieler junger Menschen" gebracht, so Johann.

    Im Strafmaß folgte das Schöffengericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, wobei sich das Geständnis wie auch die Bereitschaft zu einer Therapie und der hohe Alkoholwert von 1,6 Promille bei der Tat in Trier strafmildernd auswirkte. Die Pflichtverteidigerin hatte eine Haftstrafe von bis zu 20 Monaten beantragt. Von einer Bewährung wurde abgesehen. "Die letzte Bewährung hat ja nicht gewirkt", so der Richter, der sich allerdings dafür aussprach, dass die Strafvollstreckung in einer Vollzugsanstalt durch eine therapeutische Behandlung ersetzt werden kann, was das Betäubungsmittelgesetz durchaus zulässt. Das Urteil ist bereits rechtskräftig, da sowohl der Angeklagte wie auch die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichteten.

    Cochem Zell
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter
    Samstag

    11°C - 21°C
    Sonntag

    12°C - 21°C
    Montag

    13°C - 22°C
    Dienstag

    14°C - 25°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige