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  • Die Zahlen im Kreis: Lage der Flüchtlinge entspannt sich

    Cochem-Zell. Die Flüchtlingssituation im Kreis Cochem-Zell hat sich in den vergangenen Monaten weiter entspannt. Die Zahl der Asylsuchenden ist deutlich rückläufig, Grund dafür sind vor allem die Schließung der Balkanroute, die Anerkennung der Balkanländer als sichere Herkunftsstaaten und die Tatsache, dass Asylsuchende aus Balkanländern bis zur Entscheidung über ihren Antrag in den Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben.

    Haben sie eine Bleibeperspektive? Drei junge Männer aus Afghanistan fühlen sich im Kreis sehr wohl und möchten zumindest in Deutschland bleiben. Im neuen Jahr wird es für sie auch Sprachkurse geben. Dafür hat der Jugendhilfeausschuss rund 27 000 Euro in Aussicht gestellt.
    Haben sie eine Bleibeperspektive? Drei junge Männer aus Afghanistan fühlen sich im Kreis sehr wohl und möchten zumindest in Deutschland bleiben. Im neuen Jahr wird es für sie auch Sprachkurse geben. Dafür hat der Jugendhilfeausschuss rund 27 000 Euro in Aussicht gestellt.
    Foto: Thomas Brost

    Von unserem Mitarbeiter Dieter Junker

    In den ersten elf Monaten dieses Jahres erhielt der Kreis Cochem-Zell nach Angaben der Koordinierungsstelle Asyl des Kreises 266 Asylbewerber zugewiesen, davon allein im Januar 111 Personen. Zum Vergleich: 2015 waren es 619 Asylbewerber, 2014 lediglich 185. Seit Februar sind diese Zahlen drastisch gesunken. So wurden im August beispielsweise nur noch neun Asylbewerber dem Kreis Cochem-Zell zugewiesen, im Oktober gab es überhaupt keine Zuweisungen, im November waren es fünf Asylbewerber.

    Dass vor allem die Anerkennung der Balkanländer als sichere Herkunftsstaaten für einen spürbaren Rückgang bei der Zahl der Asylsuchenden gesorgt hat, zeigt der Blick auf die Nationalitäten der dem Kreis zugewiesenen Asylbewerber. Während die Asylsuchenden aus Syrien und Afghanistan nach wie vor den größten Anteil ausmachen, fehlen Asylbewerber aus Albanien, Serbien und dem Kosovo, die 2015 noch gut ein Fünftel der zugewiesenen Asylbewerber im Kreis ausmachten, nun völlig.

    Wie Hedwig Brengmann von der Koordinierungsstelle Asyl im Kreistagsausschuss für soziales Miteinander mitteilte, leben derzeit 695 Flüchtlinge im Kreis Cochem-Zell. Dazu gehören 412 Asylbewerber im laufenden Asylverfahren, 90 Flüchtlinge sind abgelehnte Asylbewerber mit einem Ausreisehindernis, 139 Flüchtlinge sind entschiedene Asylfälle, und schließlich gibt es noch 53 unbegleitete minderjährige Ausländer im Kreis. 197 Flüchtlinge sind jünger als 18 Jahre alt, 460 Flüchtlinge sind jünger als 30 Jahre.

    Nach Angaben des Kreises gab es aber nicht nur Einreisen von Flüchtlingen in den Kreis, viele haben Cochem-Zell auch wieder verlassen. So gab es 2015 insgesamt 110 freiwillige Ausreisen, bis Oktober dieses Jahres haben 122 Flüchtlinge den Kreis wieder freiwillig verlassen. Im vergangenen Jahr gab es zwei Abschiebungen, eine nach Italien, eine in die Schweiz. In diesem Jahr hat noch keine Abschiebung stattgefunden, allerdings sind laut Kreis 26 Ausländer registriert, deren freiwillige oder zwangsweise Rückführung in absehbarer Zeit anstehen könnte.

    Ein Schwerpunkt der Arbeit des Kreises liegt nach dem deutlichen Rückgang der Flüchtlingszahlen nun auf der Integration der Menschen, wie Dezernentin Anja Toenneßen im Kreistagsausschuss betont. "Ziel ist es hier, insbesondere den jungen Flüchtlingen gute Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen", macht sie deutlich. Dazu gehört vor allem das Erlernen der deutschen Sprache. Derzeit wird in acht Integrationskursen der Kreisvolkshochschule (KVHS) unterrichtet, fünf weitere sind in den kommenden drei Monaten geplant. Daneben gibt es in der KVHS Deutschkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, es gibt Alphabetisierungskurse für Asylbewerber mit Bleibeperspektive sowie ehrenamtliche Sprachkurse. Im Kreis wurde zudem eine Koordinierungsstelle zur Aufnahme von asylsuchenden und geflohenen Menschen eingerichtet, seit dem 1. September gibt es außerdem eine Bildungskoordinatorin im Kreis.

    1,47 Millionen Euro kommen vom Bund

    Der Landkreis Cochem-Zell erhält noch in diesem Jahr rund 1,47 Millionen Euro zur Integration von Flüchtlingen. Wie der Landtagsabgeordnete Benedikt Oster (Binningen) mitteilt, stammt das Geld aus den Bundesmitteln für Integration und Flüchtlinge. „Die Mittel sind für die Unterbringung der Flüchtlinge und die zunehmend wichtige Aufgabe der Integration der Menschen in das Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt“, sagte Oster. Er betont: „Uns ist es wichtig, dass die Summe noch in diesem Jahr an die Kommunen ausgezahlt wird. Daher wollen wir das dafür notwendige Gesetz noch 2016 im Landtag verabschieden.“

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

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