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    Der Kanzler und seine Verbindung an die Mosel: Konrad Adenauer beriet in Karden über die Zukunft

    Karden. Konrad Adenauer, der Politiker aus Rhöndorf bei Bonn, hat eine besondere Beziehung zur Mosel, insbesondere nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Zu seinem 50. Todestag hat die RZ in die Geschichte geblickt.

    Der CDU-Politiker Konrad Adenauer war öfter an der Mosel.
    Der CDU-Politiker Konrad Adenauer war öfter an der Mosel.
    Foto: picture alliance / dpa

    Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 war die zwölf Jahre währende Diktatur des Nationalsozialismus beendet worden, das Reichsgebiet wurde von den vier Siegermächten Frankreich, Großbritannien, den USA und der Sowjetunion besetzt, die Staatsgewalt ging auf die Alliierten über. Mit der Übernahme der Regierungsgewalt wurde gemäß dem Beschluss des Potsdamer Abkommens in Berlin ein Alliierter Kontrollrat als oberstes Regierungsorgan der Besatzungsmächte eingerichtet, der den Militärgouverneuren der US-amerikanischen, sowjetischen, britischen und französischen Zone unumschränkte Befehlsgewalt erteilte. Trotz Not und Elend nach Kriegsende in der Bevölkerung, die sich zwangsläufig mehr für materielle Dinge als für Politik interessierte, begann sich dennoch langsam ein politisches Leben zu entwickeln. So fanden sich Männer und Frauen zusammen, um auf den Trümmern des verlorenen Krieges in den Zonen der Alliierten ein neues demokratisches und freiheitliches Staatswesen aufzubauen. Das schien der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung noch ein absurdes Unterfangen zu sein. Die Arbeit dieser Männer und Frauen der ersten Stunde fand oftmals unter denkbar ungünstigen Bedingungen statt.

    In Karden an der Mosel trafen sich im Spätsommer 1946 circa 20 Politiker mit dem späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer, Mitbegründer der CDU und gleichzeitig deren Erster Vorsitzender, zu einem Geheimtreffen. Bei diesem Treffen in der Französischen Besatzungszone wurden die Weichen für eine einheitliche Vorgehensweise gegenüber den vier Kommissaren der Besatzungszonen gestellt – besonders gegenüber der sowjetischen Besatzungsmacht, die einige Monate vorher verfügt hatte, dass sich die SPD mit der KPD zur SED zwangsvereinigen musste.

    Konrad Adenauer, einstiger Oberbürgermeister von Köln (1917–1933), der von den Nazis 1944 für einige Zeit inhaftiert worden war, kannte aus früherer Zeit das Moseldorf Karden. Joseph Maria Herlet, Liegenschaftsdirektor und späterer Beigeordneter des Liegenschafts- und Landwirtschaftsamtes der Stadt Köln, hatte Adenauer öfter in sein Kardener Anwesen eingeladen. Als Hitler 1933 zum Reichskanzler gewählt worden war, begann mittels Ermächtigungsgesetz die systematische Ausschaltung der politischen Gegner. Auch Herlets Tätigkeit für die Stadt Köln wurde 1933 zwangsbeendet, und so begab er sich als Ruheständler auf sein Weingut nach Karden. Adenauer, seinem alten Weggefährten, stellte Herlet im Nachkriegsjahr 1946 sein Wohnhaus am Buttermarkt hinter der ehemaligen Stiftskirche St. Castor für ein „konspiratives Treffen“ zur Verfügung. Unter den Tagungsteilnehmern waren der spätere bayerische Ministerpräsident Hans Ehard, die späteren Minister für gesamtdeutsche Fragen Jakob Kaiser und Ernst Lemmer, die Stellvertretende Oberbürgermeisterin von Berlin, Marie Louise Schröder sowie der Weingutsbesitzer Diehl von Burg Leyen. Ob bei dem Geheimtreffen der Gedanke zur Gründung der späteren Bundesrepublik gelegt wurde? Das ist rein spekulativ.

    Der „Alte“, wie Adenauer einst respektvoll von Freunden und Gegnern genannt wurde, wurde 1949 zum Bundeskanzler gewählt und amtierte bis zum Jahr 1963. Sein Kardener CDU-Parteifreund Joseph Maria Herlet wurde im selben Jahr Erster Kreisdeputierter in Cochem und führte zeitweise als amtierender Landrat die Geschäfte im Kreis Cochem.

    Karl Josef Zimmermann

    Lebenslauf des ersten Bundeskanzlers

    Konrad Adenauer wurde am 5. Januar 1876 in Köln als Sohn eines katholischen Kanzleirates und dessen Frau geboren. Er studierte Rechts- und Staatswissenschaften, unter anderem an der Universität Bonn.

    Adenauer war von 1917 bis 1933 als Zentrumspolitiker Oberbürgermeister von Köln. Während der NS-Zeit verlor er seine Ämter und war zeitweise inhaftiert. Nach dem Krieg wurde er als Mitgründer der CDU erster Bundeskanzler (1949–1963). Adenauer steht für eine Einigungspolitik mit dem Westen. Er förderte die Zusammenarbeit und Aussöhnung mit den Siegermächten, vor allem mit Frankreich. Er war maßgeblicher Verfechter der Sozialen Marktwirtschaft. ffe

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    Nina Borowski

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