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  • LutzerathDer Geschichte auf der Spur: Tafel soll an den "Eifelschreck" erinnern

    Die ehemalige V 1-Reservestellung im Wald bei Lutzerath haben sich bei einem Ortstermin Ortsbürgermeister Günter Welter, Rosemarie Lescher von der Tourist-Info, Revierleiter Horst Reiz, der Archäologe Michael Mohr von der Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) in Koblenz und deren ehrenamtlicher Mitarbeiter Wolfgang Gückelhorn (Bad Breisig) angeschaut. Dort soll künftig eine Informationstafel an den Marschflugkörper, den sogenannten „Eifelschreck“ aus dem Zweiten Weltkrieg erinnern.

    Eine Tafel soll noch im Frühjahr an den Resten einer ehemaligen V 1-Reservestellung in unmittelbarer Nähe des „Erlebnisweges Achterhöhe“ südlich von Lutzerath an dieses dunkle Kapitel des Zweiten Weltkrieges erinnern.
    Eine Tafel soll noch im Frühjahr an den Resten einer ehemaligen V 1-Reservestellung in unmittelbarer Nähe des „Erlebnisweges Achterhöhe“ südlich von Lutzerath an dieses dunkle Kapitel des Zweiten Weltkrieges erinnern.
    Foto: Olaf Goebel

    Die Anlage hat beim Sturm Wiebke 1990 und den Aufräumarbeiten gelitten. Betonanlagen wurden von Räumfahrzeugen auf einen Haufen getürmt. Allerdings wird der Stellungsbereich anhand der Informationstafel gut für den Betrachter erkennbar sein. Zudem werden, wie der Ortsbürgermeister zusicherte, bei einem Arbeitseinsatz Teile des Stellungsbereichs westlich der Drei-Eichen-Hütte von Bewuchs und Ästen freigeschnitten. Mit anpacken werden der Bauhof der Gemeinde und Mitarbeiter der Archäologie, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr leisten. Die Stellung war als Reserve für die vier Geschützstellungen der 21. Batterie/III. Abteilung des Flakregiments 155 (W) angelegt worden. Die vier feuernden Stellungen mit ihrer 45 Meter langen Rohrschleuder (Rampe) standen bei Alfen, Gillenbeuren, Urschmitt und Büchel, wo sich auch der Gefechtsstand befand. Noch zwei weitere Batterien waren von Oktober bis Ende Dezember 1944 in der Eifel stationiert. Ziel der „Fliegenden Bombe“ war hauptsächlich Antwerpen, über dessen Hafen der Nachschub der Alliierten lief.

    In der Eifel sorgte die V 1 für tödliche Gefahren und Angst bei der Bevölkerung, wenn sie mit ihrem Feuerschweif über die Dörfer flog. Denn die Zahl der Frühabstürze, Kreisläufer oder im nahen Stellungsbereich explodierten V 1 war erschreckend hoch. In einer Statistik vom 6. Dezember 1944 heißt es: Bei 2783 aus der Eifel verschossenen V 1 gab es 818 Frühabstürze, davon detonierten 222 auf deutschem Gebiet, 24 waren Kreisläufer. Da darf nicht verwundern, dass die Bewohner der Dörfer angesichts der Toten bei Abstürzen und Gebäudeschäden durch die V 1 ihr den Namen „Eifelschreck“ gaben.

    Wolfgang Gückelhorn ist ein anerkannter Experte für den Einsatz der V 1- und V 2-Waffen. Mit Detlev Paul hat er die Dokumentation „V 1 – Eifelschreck“ (Helios Verlag Aachen) herausgegeben. Er wird die Gestaltung der Infotafel übernehmen. Voraussichtlich im Mai sollen nach den Worten von Ortschef Welter und Touristikleiterin Roswitha Lescher die Informationen der Öffentlichkeit bei einer Führung vorgestellt werden.

    Michael Mohr ist Projektleiter für Kriegsrelikte bei der Landesarchäologie. Wie schon in Nordrhein-Westfalen werden nun auch in Rheinland-Pfalz Anlagen wie Bunker und Stellungen katalogisiert und in einigen Fällen als „Begehbare Bodendenkmäler“ ausgewiesen. Mit seinem Erfahrungsschatz ist Wolfgang Gückelhorn dabei eine große Unterstützung. Der Ortstermin galt auch den beiden römischen Hügelgräbern, die sich nicht weit vom Achterhöhe-Rundweg und dem neuen, dort verlaufenden „Maare-Thermen-Pfad“ von Ulmen bis Bad Bertrich befinden. Auch auf diese soll eine Infotafel aufmerksam machen. Aus diesem Grund war der frühere Lutzerather Lehrer und Heimatforscher Dietmar Grewenig mit in der Runde. Er hat in der Vergangenheit bereits die Landesarchäologie bei Ausgrabungen unterstützt und wird sich zusammen mit dem Archäologen Mohr um die Tafel kümmern.

    Olaf Goebel

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