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    Cochem-ZellCochem-Zell erreicht neue Rekordmarke: Zustrom an Flüchtlingen hält an

    Im Dezember wird im Kreis Cochem-Zell eine Rekordmarke geknackt, wenn die größte Zahl von Flüchtlingen pro Monat eingetroffen sein wird. Bis zum Monatsende werden 140 Neuankömmlinge erwartet. Damit steigt die Zahl der Flüchtlinge, die in diesem Jahr gekommen sind, unterm Strich auf 615, wie im Ausschuss für Soziales Miteinander mitgeteilt wurde.

    Nach Herkunftsländern unterteilt, zeigt die Grafik wie sich der Zustrom an Flüchtlingen in den Kreis Cochem-Zell in den beiden Halbjahren dieses Jahres entwickelt hat. Wobei das zweite Halbjahr (dunkelblau) bislang nur die Zahlen bis zum 30. November berücksichtigt.
    Nach Herkunftsländern unterteilt, zeigt die Grafik wie sich der Zustrom an Flüchtlingen in den Kreis Cochem-Zell in den beiden Halbjahren dieses Jahres entwickelt hat. Wobei das zweite Halbjahr (dunkelblau) bislang nur die Zahlen bis zum 30. November berücksichtigt.
    Foto: rz-Grafik

    Von unserem Redaktionsleiter Thomas Brost

    Aktuelles: Blickt man aufs gesamte Jahr 2015, fällt auf, dass im zweiten Halbjahr nur wenige Flüchtlinge aus den Balkanländern zugewiesen wurden. Das liegt an der veränderten Politik. "Das Land ist bemüht, die Menschen vom Westbalkan in den Erstaufnahmeeinrichtungen zu halten", erläuterte Anja Toenneßen, Dezernentin der Kreisverwaltung. Der Hintergrund: Meist werden Asylverfahren für Menschen aus dem Balkan binnen drei Monaten abgeschlossen, fast alle Menschen in ihre Heimat zurückgeführt. Aus dem Kreis sind bis zum 1. November 75 Flüchtlinge freiwillig ausgereist. Weitere 21 kommen hinzu. Bisher sind aus dem Kreis zwei Personen abgeschoben worden. 111 Menschen wurde der Asylantrag abgelehnt, sie haben Deutschland aus diversen Gründen den Rücken noch nicht kehren müssen: Entweder fehlte ein Passpapier oder sie waren krank, es können familiäre Gründe vorliegen - oder die Ausländerbehörde war schlicht überlastet, um die Ausreise einzuleiten.

    Zuweisung: Wie funktioniert eine Zuweisung? Dezernentin Toenneßen berichtete, dass der Kreis zwei Wochen vor der Ankunft eine Information erhält, damit eine Unterkunft im Zusammenspiel mit den Verbandsgemeinden bereitgestellt werden kann. Zweimal in der Woche erreichen Flüchtlinge den Kreis. Dieser hat das weitere Vorgehen auf die Verbandsgemeinden delegiert. "Das ist gesetzeskonform, und die VGs sind einfach näher dran", sagte Toenneßen. Die Flüchtlinge bekommen eine Rundumversorgung. Dazu zählt der Wohnraum, ferner 364 Euro für eine alleinstehende Person pro Monat. 219 Euro sind für den Lebensbedarf, 145 Euro werden als Taschengeld deklariert. Gegen eine Alternative des Taschengeldes in Gutscheinform sprach sich Landrat Manfred Schnur aus. "Das ist nicht organisierbar, zumal auch die Märkte nicht mitspielen würden", betonte er.

    Finanzen: Für das Jahr 2015 belaufen sich die Aufwendungen für Asylbewerber im Kreis einschließlich der Krankenhilfe auf 2,85 Millionen Euro. Das Land wird voraussichtlich 2,54 Millionen Euro erstatten, wodurch 310 000 Euro beim Kreis hängen bleiben. Trotz des ungebrochenen Zustroms sehen die Verbandsgemeindeverwaltungen keinesfalls schwarz. Obwohl die Lage angespannt sei, heiße es: "Wir bekommen das noch hin." Eine zentrale Aufnahmeeinrichtung ist nach derzeitigem Stand nicht vorgesehen.

    Verteilung: Die meisten Asylbewerber sind bislang in die VG Cochem gelangt, 174 an der Zahl bis zum 1. Dezember. Danach folgt die VG Zell (170) vor der VG Kaisersesch (139) und der VG Ulmen (110). Insgesamt werden von 100 Asylbewerbern in Rheinland-Pfalz rechnerisch 1,6 auf den Kreis Cochem-Zell verteilt.

    Hilfe: Ehrenamtsinitiativen, unter Federführung der Verbandsgemeinden und Kirchen, haben sich vielerorts gebildet. "Es ist ein gutes Netz für Flüchtlinge geschaffen worden", sagte Manfred Schnur. Im neuen Jahr soll es zusätzlich zu den beiden bestehenden Flüchtlingscafés je eine Einrichtung in Ulmen und Kaisersesch geben.

    Sprachkurse: Im Frühjahr und Sommer sind neun Sprachkurse in Deutsch mit 47 Teilnehmern eingerichtet worden. Hinzu kamen fünf Intensivkurse Level A1 mit mehr als 70 Menschen. Seit dieser Woche gibt es Einstiegskurse für Menschen mit guter Bleibeperspektive, die in jeder VG täglich abgehalten werden. Der wichtigste Schritt aus der Sicht des Landrates "ist das Einleben der Menschen in unsere Dörfer, in unsere Vereine".

    Cochem Zell
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