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  • Café International: Miteinander reden und Ängste abbauen

    Kaisersesch. Baby Fatima lässt sich gern von Arm zu Arm weiterreichen. Neugierig, mit großen Augen schaut die Kleine in die Gesichter der Menschen, die ihr in unterschiedlichen Sprachen freundliche Worte zuraunen. Fatima ist in Kaisersesch geboren, nachdem ihre Eltern aus Mazedonien geflohen sind. Im Café International im Mehrgenerationenhaus können sie sich nun jeden Mittwoch mit anderen Flüchtlingen und Einheimischen treffen.

    Foto: Brigitte Meier

    Von Brigitte Meier

    Bei der offiziellen Eröffnung des Cafés begrüßt Hiltrud Weiler, Ansprechpartnerin der Ehrenamtsinitiative der Verbandsgemeinde und der Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch, etwa 30 Besucher und einige Ehrengäste. Darunter Bürgermeister Albert Jung, der betont, dass dieser Ort der Begegnung ein wichtiger pragmatischer Beitrag zur Integration ist: "Integration kann nur gelingen, wenn sich die Menschen kennenlernen." Jung verweist auch darauf, dass die Stimmung in der Bevölkerung, die sich "derzeit auf einer Gratwanderung befindet", entscheidend von positiven Beispielen der Integration abhängt: "Wir sind also gut beraten, miteinander zu reden."

    Foto: Brigitte Meier

    MdL Anke Beilstein (CDU) unterstreicht Jungs Ausführungen: "Integration geht nur im Austausch." Dazu seien im Café International in Kaisersesch wie auch in Cochem die besten Voraussetzungen geschaffen. Beilstein ist angetan von der wertvollen Arbeit der Ehrenamtlichen im Kreis Cochem-Zell, die ohne Vorbereitung und Konzept sehr schnell Strukturen der Flüchtlingshilfe aufgebaut haben: "Da ist Spontaneität gefragt, aber auch sehr großes Engagement." Essen, Kleidung und Betten seien relativ schnell bereitzustellen, sagt die Landtagsabgeordnete. Doch die Ehrenamtlichen leisten noch viel mehr, indem sie den Menschen beistehen, die ihre Heimat verlassen haben, von ihren Familien getrennt sind und die sich an ein völlig neues Umfeld gewöhnen müssen.

    "Ich bin froh, dass Sie hier arbeiten. Ohne Sie hätten wir ganz andere Probleme", wendet sich auch Stadtbürgermeister Gerhard Weber an die Ehrenamtlichen. Er wünscht dem Café International viel Erfolg und verspricht, selbst möglichst oft zu kommen.

    Foto: Brigitte Meier

    Pfarrer Volker Malburg stellt schmunzelnd fest: "Am guten Willen fehlt es bei uns auf beiden Seiten nicht." Er schildert, dass beim Weihnachtsgottesdienst in Urmersbach einige Flüchtlinge an der Kommunion teilgenommen haben: "Das waren mit Sicherheit nicht alles Christen. Aber dem Herrgott wird es gefallen haben." Der Pfarrer empfiehlt, nicht nur über die Herkunft der Zuwanderer, sondern auch über die eigenen Wurzeln nachzudenken: "Wer den Untergang des christlichen Abendlandes befürchtet, hat das selbst zu verantworten." Fremdes sei keine Bedrohung, wenn "wir unser Eigenes leben können und die anderen zu ihrem Recht kommen lassen."

    Ein Flüchtling aus Afghanistan spricht von der großen Hoffnung auf ein Leben im Frieden, das er in Deutschland erwartet: "Wir wollen hier leben, die Sprache und die Kultur lernen. Thank you für alles!" Baby Fatima ist inzwischen auf den Knien ihres Vaters angekommen, der sie zärtlich auf und ab schaukelt. Das kleine Mädchen darf in Kaisersesch ohne Vorurteile gegenüber anderen Kulturen, Sprachen und Religionen aufwachsen, und das ist gut so.

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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