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  • Bei der AfD bleiben viele Fragen offen

    Laubach. Sie geben sich als die einzig wahren Hüter der Demokratie und Verfechter der Freiheit, behaupten, "die richtigen Fragen zu stellen". Auf die richtigen Antworten warten die etwa 80 Besucher einer Wahlveranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) in Laubach vergebens. Direktkandidat Martin Fischer begrüßt Uwe Junge, Spitzenkandidat aus Mertloch, und Wilfried Biedermann, Kreisvorsitzender in München, sowie Edeltraud Schwarz, Mitglied des Landesvorstandes der AfD in Bayern.

    Uwe Junge, Edeltraut Schwarz, Wilfried Biedermann und Martin Fischer (von links) stellen in Laubach im Hotel Eifelperle das Wahlprogramm der AfD vor. Die Politiker kritisieren vor allem die Asylpolitik der sogenannten Alt-Parteien.
    Uwe Junge, Edeltraut Schwarz, Wilfried Biedermann und Martin Fischer (von links) stellen in Laubach im Hotel Eifelperle das Wahlprogramm der AfD vor. Die Politiker kritisieren vor allem die Asylpolitik der sogenannten Alt-Parteien.
    Foto: Brigitte Meier

    Von Brigitte Meier

    Kreistagsmitglied Fischer kritisiert die jüngsten Entscheidungen des Cochem-Zeller Gremiums, etwa die Verschwendung von Steuergeldern für den Ausbau der Stadtwaldlinie und den Kauf der EVM-Anteile auf Kredit. Der 24-Jährige beklagt "den Fraktionszwang bei den Alt-Parteien" und die "Vorurteile und offene Ablehnung", die er im Kreistag erfahre: "Eine Mitarbeit auf Augenhöhe ist nicht möglich."

    Das Jammern über angebliche Verunglimpfungen der AfD-Politiker und ihrer Anhänger setzt sich bei den anderen Rednern fort. Biedermann schlägt zurück: "Kennen Sie einen Abgeordneten der Alt-Parteien, der jemals etwas gearbeitet hat?" Die Einführung des Euro gegen den Willen der Bürger, die Europäische Union und die Rettungsschirme haben Deutschland nach Meinung Biedermanns ins Verderben gestürzt: "Europa ist gescheitert, und den Moloch in Brüssel brauchen wir nicht." Der aus Müllenbach stammende AfD-Politiker fordert Volksentscheide nach dem Vorbild der Schweiz.

    Edeltraut Schwarz sieht die Meinungsfreiheit bedroht, wer "die Wahrheit" ausspreche, gelte als ausländerfeindlich und rechtsradikal. Heiko Maas sei kein Justizminister, sondern ein "Kampf-gegen-rechts-Minister". Dabei sieht Schwarz die wirkliche Bedrohung der Sicherheit durch aggressive Linksautonome und als Flüchtlinge getarnte IS-Kämpfer und Salafisten. Wie eine Verhöhnung der Flüchtlinge, die auf Schlauchbooten und an Grenzzäunen ihr Leben riskieren, klingt der Satz: "Es ist viel zu einfach, aus Krisengebieten zu uns zu kommen." Und immer wieder die Beteuerung: "Wir haben nichts gegen Migranten, aber etwas gegen die Asylpolitik der Bundeskanzlerin." Rhetorisch sehr geschickt verbrämt Uwe Junge seine Klage über "mangelndes Demokratieverständnis der Alt-Parteien und den befohlenen, rot-grünen Zeitgeist".

    Zur Lösung der Flüchtlingssituation schlägt er allenfalls vor: "Grenzen sichern, Kontrollen, abschieben und sichere Herkunftsländer benennen!" Er präsentiert eine erstaunliche Theorie zu den offenen Bürgerprotesten in Ostdeutschland: "Wir steuern auf DDR-Verhältnisse zu. Das erkennen die Menschen dort, was natürlich Widerstand weckt."

    Junge beschwört Altersarmut, Arbeitslosigkeit, niedriges Bildungsniveau "durch massenhaft einwandernde Analphabeten" herauf und ist sich sicher, dass die Integration von Moslems scheitern muss. Was will die AfD? Sie verspricht unter anderem "Familienschutz statt Genderwahn", die Stärkung der Polizei und den Ausstieg aus der Energiewende.

    Kandidat reagierte auf RZ-Anfragen nicht: Kein Porträt

    In den vergangenen Tagen hatte die Cochemer Lokalredaktion die Porträts der Landtags-Direktkandidaten von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP im Wahlkreis Cochem-Zell veröffentlicht. Die RZ hätte natürlich auch gern ein Porträt des AfD-Direktkandidaten Martin Fischer gebracht, doch der AfD-Vertreter reagierte auf wiederholte Anfragen der Redaktion, schriftlich wie mündlich, nicht. Daher wird es im Vorfeld der Landtagswahl kein Porträt von Martin Fischer in der RZ geben. Der AfD-Kandidat, der auch Fraktionsvorsitzender der AfD im Kreistag und Kreisvorsitzender seiner Partei ist, hatte bereits bei der RZ-Podiumsdiskussion in Cochem, zu der er auch eingeladen war, vor wenigen Tagen durch Abwesenheit geglänzt. dj

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    Nina Borowski

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    Chef v. Dienst

     

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