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    ZellAufforstung und Pflege kosten noch immer viel Geld

    Selbst fast fünf Jahre, nachdem Orkan "Xynthia" in den Wäldern des Kreises verheerende Schäden hinterlassen hat, bestimmen die Folgen des Sturmes immer noch die Arbeit des Zeller Forstamtes. Wiederaufforstung lautet das Stichwort, und die ist teuer. Für Begründung und Pflege neuer Kulturen hat man allein im gut 2000 Hektar umfassenden Zeller Stadtwald "Ausgaben, die wirklich jeden Rahmen sprengen", erläuterte Cornelia Berger, Leiterin des Forstreviers Zell, in der jüngsten Sitzung des Stadtrats. 50 000 Euro umfasst dieser Posten im Forstwirtschaftsplan für das nächste Jahr. Dass das geplante Defizit mit 329 Euro nach wie vor kaum erwähnenswert ist, liegt nicht zuletzt an konstant hohen Holzpreisen.

    Die B 421 am Zeller Berg wird derzeit ausgebaut. An der Straße mussten deshalb Bäume gefällt werden - wie diese Buche. Die Kosten habe man sich mit dem LBM geteilt, sagte Revierförsterin Cornelia Berger in der jüngsten Ratssitzung. Der Abtransport des Holzes könne noch einen Moment dauern.  Foto: Scherer
    Die B 421 am Zeller Berg wird derzeit ausgebaut. An der Straße mussten deshalb Bäume gefällt werden - wie diese Buche. Die Kosten habe man sich mit dem LBM geteilt, sagte Revierförsterin Cornelia Berger in der jüngsten Ratssitzung. Der Abtransport des Holzes könne noch einen Moment dauern.
    Foto: Scherer

    Von David Ditzer

    Die fetten Jahre, in denen der Forst der Stadt Zell satte bis ordentliche Gewinne bescherte, sind erst einmal vorüber. Ergab der Saldo der Ausgaben und Einnahmen schon fürs vergangene Jahr kaum nennenswertes Minus von 411 Euro, so wird das vermutlich auch für dieses und nächstes Jahr der Fall sein. Allerdings ist das für die Moselstadt kein Grund zu klagen. Schließlich hatte der Holzverkauf ihr in den Vorjahren stattliche Gewinne beschert: 2010 war es rund 1 Million Euro, 2011 kam man auf 422 000 Euro, 2012 immer noch auf 53 000 Euro.

    Grund für den Geldsegen war, dass nach dem Orkan "Xynthia" (28. Februar 2010) jede Menge Windwurfholz verkauft werden musste. Mehr als 100 Hektar Wald hatte der Sturm dem Erdboden gleichgemacht. Die galt es sukzessive wiederaufzuforsten. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 35 000 Bäume gesetzt, vor allem Douglasien, Hainbuchen und Linden. "Wir müssen noch 18 Hektar wiederaufforsten", sagte Revierförsterin Berger jetzt im Stadtrat.

    Dabei handele es sich jedoch vorwiegend um Flächen, die man zunächst für den Bau möglicher Windenergieanlagen frei gehalten habe. Inzwischen haben sich die Windkraftpläne allerdings zerschlagen. Also werden wieder Bäume gepflanzt, und das hat seinen Preis. Damit, Setzlinge zu kaufen, ist es eben nicht getan. Die neuen Kulturen müssen auch gehegt und gepflegt, zum Beispiel vor Wildverbiss und Schälschäden geschützt werden.

    Wie stark die Ausgaben für Begründung und Pflege von Kulturen gestiegen sind, verdeutlichte Berger. Im Jahr 2009, also vor "Xynthia", habe man dafür nur circa 2000 Euro ausgegeben, seit 2010 mitunter mehr als 100 000 Euro. Fürs nächste Jahr seien es eben immer noch 50 000 Euro. Als "weiter stabil" stufte Jörg Lorscheider, Leiter des Forstamts Zell, den Holzmarkt ein. Derzeit bekomme man "gute Preise für Nadelholz und Eiche". Sorgenkind sei die Buche, deren Holz unterbewertet sei. Für Stammholz von Douglasie und Fichte dagegen bekomme man mehr als 100 Euro pro Festmeter.

    Allerdings verursache das Wild, was Einnahmen aus dem Holzverkauf angehe, mindestens 20 Prozent Ausfälle, erläuterten Berger und Lorscheider gemeinschaftlich. Durch das sogenannte Fegen und Schälen beschädigt es den unteren Teil von Baumstämmen. Dieser Teil lässt sich dann nur als Industrieholz verkaufen, für das man nur 38 statt 100 Euro pro Festmeter bekommt. Insbesondere die Rehwildpopulation sei nach dem Orkan des Jahres 2010 "massiv explodiert", hielt Lorscheider fest. Auf den entstandenen Freiflächen wachse eben jede Menge Äsung, die dem Wild zudem Deckung biete. Allerdings gab sich Lorscheider zuversichtlich, dass man das Problem in bilateralen Gesprächen mit der Jägerschaft in den Griff bekomme.

    Revierleiterin Berger ging auf Nachfrage aus dem Rat darauf ein, was mit dem Holz passiere, das durch den Ausbau der B 421 am Zeller Berg angefallen sei. Es solle im Paket als Brennholz verkauft werden. Als Waldeigentümer sei man an der Bundesstraße in der Verkehrssicherungspflicht gewesen, habe sich Sorgen und Kosten allerdings mit dem Landesbetrieb Cochem-Koblenz geteilt.

    Insgesamt 3386 Festmeter Holz sollen 2015 im Zeller Stadtwald eingeschlagen werden. Im Grüngürtel auf dem Zeller Barl will man Berger zufolge "einzelne Bäume auswählen und stark freistellen, damit sie große Kronen ausbilden". So soll dort ein stabiler Wald herangezogen werden.

    Cochem Zell
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