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  • Arbeit wirft Fragen auf - Betriebsdaten des Bauhofs sollen erfasst werden

    Zell. Wie viel Zeit benötigen die Mitarbeiter des Zeller Bauhofs pro Woche für welche Tätigkeiten? Wie hoch ist die Auslastung ihrer Maschinen und Geräte, in welchem Zustand sind dieselben? Um diese und weitere Fragen künftig jederzeit fundiert beantworten zu können, bekommt der Bauhof womöglich eine elektronische Betriebsdatenerfassung.

    Die Stellenzahl am Bauhof der Stadt Zell ist im Rat umstritten. Künftig sollen Betriebsdaten, wenn möglich, elektronisch erfasst werden.
    Die Stellenzahl am Bauhof der Stadt Zell ist im Rat umstritten. Künftig sollen Betriebsdaten, wenn möglich, elektronisch erfasst werden.
    Foto: Kevin Rühle

    Von unserem Redakteur David Ditzer

    Der Zeller Stadtrat hat die Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung damit beauftragt, über Fachfirmen die Möglichkeiten zur Einführung eines solchen Systems auszuloten. Mehr-heitlich entsprach das Gremium bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung einem Antrag der FWG-Fraktion.

    Die Antragsteller von der Freien Wählergruppe sind der Ansicht, dass man am Bauhof mithilfe der Einführung einer elektronischen Betriebsdatenerfassung "eine ganz andere Effektivität erreichen kann, als das unserer Meinung nach bisher der Fall ist", führte ihr Sprecher Johannes Hallebach aus. Immer wieder hatte die Frage nach der Personalausstattung des Zeller Bauhofs in der Vergangenheit zu mitunter erbittert geführten Streitgesprächen im Zeller Stadtrat geführt (siehe Zusatztext).

    Ein Erfassungssystem, das mehr Daten liefert als reine Arbeitszeiten, ist daher aus Sicht der FWG nützlich. Wobei Hallebach auch eingestand: "Es ist klar, dass ein solches System nicht zum Nulltarif zu haben sein wird. Das wird uns schon einige Tausend Euro kosten."

    Den Kostenpunkt rückte Stadtbürgermeister Hans Schwarz in ein kritisches Licht. "Ein Controllingsystem ist effektiv, das ist richtig, aber es kostet eben auch sehr, sehr viel Geld", unterstrich er. Die Basisausstattung bekomme man vielleicht für 5000 Euro, der Aufwand für Installation, Pflege und die Schulung der Mitarbeiter im Umgang damit übersteige diesen Betrag jedoch sicherlich bei Weitem. Ein Datenerfassungssystem, wie es die FWG befürworte, sei bei aller Effektivität wohl eher etwas für Bauhöfe mit 20 und mehr Mitarbeitern. Der Zeller Bauhof verfügt der Verbandsgemeinde zufolge derzeit über 9,0 Planstellen, die auch so besetzt sind. Wegen Urlaubs und Krankheit habe man zwischen November vergangenen und August dieses Jahres aber immer nur mit sechs Mitarbeitern auskommen müssen, so Schwarz. Und deren Arbeitszeiten würden per Stundenzettel erfasst.

    Lothar Bremm, der Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, plädierte jedoch ebenfalls klar für ein System zur elektronischen Erfassung der Betriebsdaten des Bauhofs. Wenn über die Stellenzahl dort diskutiert werde, heiße es ständig bloß, man habe zu wenige oder eben zu viele Mitarbeiter. Mithilfe von handfesten Daten könne man dies kaum bis gar nicht belegen. Bremm: "Wir brauchen klare Angaben: Um die und die Straße in Ordnung zu halten, brauche ich meinetwegen zwei Tage mit zwei Leuten. Oder für die Pflege des Friedhofs braucht man fünf Stunden." Der Dritte Beigeordnete, Hans Uhrmacher, bekräftige diese Aussage: "Es muss eine Kontinuität in die Arbeitsprozesse kommen."

    Karlheinz Weis, Erster Beigeordneter der Stadt, sprach sich dafür aus, vonseiten der Verwaltung einfach einmal zu prüfen, was in Sachen Betriebsdatenerfassung für den Bauhof sinnvoll und machbar wäre.

    SPD-Fraktionssprecher Hanjo Börsch sah es ähnlich. Möglichkeiten und Kosten sollten erst einmal berechnet werden. Diesen Auftrag nahm Karl Heinz Simon, Bürgermeister der VG Zell, mit, fügte jedoch hinzu, die Verwaltung wäre dankbar, wenn die FWG ihr vorhandene Unterlagen dazu schon zukommen ließe. Hallebach hatte nämlich darauf hingewiesen, man habe bei einem Fachbetrieb in Frankfurt und Straßenmeistereien schon erste Erkundigungen eingeholt. Diesbezüglich werde man sich gerne mit der Verwaltung kurzschließen.

    Wiederkehrender Streit um die Stellenzahl

    Wirtschaftsprüfer des Landesrechnungshofes hatten in einem Bericht für die Jahre 2009 bis Ende 2013 mindestens 1,5 Stellen am Bauhof der Moselstadt Zell als entbehrlich eingestuft. Nachfolgend war die personelle Ausstattung des Bauhofes immer wieder ein Punkt, an dem sich Zwist im Zeller Stadtrat entzündete. So war es unter anderem in der Sitzung Ende vergangenen und Anfang dieses Jahres. Vornehmlich forderten FWG und CDU eine Reduzierung der Stellen. Dagegen verwies Stadtbürgermeister Hans Schwarz darauf, dass sich seit seinem Amtsantritt auch die Aufgabenvielfalt für den Bauhof drastisch erhöht habe. Und die Arbeiten, die mithilfe des Bauhofs erledigt würden, hätten zu deutlich wahrnehmbar positiven Effekten für das Zeller Stadtbild geführt. Auch für beliebte Veranstaltungen sei die Hilfe des Bauhofs wichtig gewesen. Auf Antrag der SPD-Fraktion hatte der Stadtrat schließlich im Frühjahr mehrheitlich beschlossen, das Bauhofpersonal um eine Stelle weniger zu reduzieren als ursprünglich geplant.

    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

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