• Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mittelmosel
  • » RZ-Podiumsdiskussion zur Landtagswahl in Cochem-Zell: Es geht um die Zukunft - und den Kreis
  • RZ-Podiumsdiskussion zur Landtagswahl in Cochem-Zell: Es geht um die Zukunft - und den Kreis

    Cochem. Das Damenduo Heike Raab (SPD) und Katharina Binz (Grüne) kämpft mit Blick auf die Landtagswahl am 13. März für den Machterhalt, CDU-Kreischefin Anke Beilstein will einen Machtwechsel in Mainz - und FDP-Kandidat Jürgen Hoffmann, was will der? Ganz klar: "Wir wollen die Stimme der Vernunft wieder in den rheinland-pfälzischen Landtag hineinbringen." Und zwar "nicht nach der alten Brüderle-Manier: draufzuschlagen". Wer sich am Ende als Sieger fühlen darf, entscheiden die Wähler im Kreis Cochem-Zell maßgeblich mit. Und sie bekamen bei der RZ-Podiumsdiskussion im Cochemer Kulturzentrum themenbezogen Entscheidungshilfen mit an die Hand.

    Zweieinhalb Stunden lang tauschten sich die Direktkandidaten über politische Themen aus. Moderiert wurde die Veranstaltung von Thomas Brost, dem Redaktionsleiter der RZ Cochem.
    Zweieinhalb Stunden lang tauschten sich die Direktkandidaten über politische Themen aus. Moderiert wurde die Veranstaltung von Thomas Brost, dem Redaktionsleiter der RZ Cochem.
    Foto: Kevin Rühle

    Von unserem Redakteur David Ditzer

    Um die eine oder andere Spitze keineswegs verlegen, aber auch zur rechten Zeit mäßigend einschreitend, geleitet Moderator Thomas Brost, Leiter der RZ-Lokalredaktion in Cochem, gut 100 Zuhörer im Cochemer Kapuzinerkloster durch den Abend. Fehlt den Grünen etwa ein Störfall wie Fukushima anno 2011, um in der Wählergunst weiter vorn zu liegen, als es aktuelle Prognosen vermuten lassen?, fragt er Grünen-Bewerberin Binz provokant. Natürlich nicht, kontert sie. Niemand wünsche sich schließlich so eine Katastrophe. Aber unsichere Atomkraftwerke wie Cattenom (Frankreich) oder Tihange (Belgien) seien auch 2016 noch ein Thema. Binz: "Solche Schrottreaktoren müssen besser heute als morgen abgeschaltet werden, denn sie sind ein Risiko für die Menschen in der Region."

    Beim Thema Energiewende ist Binz, die Landessprecherin der Grünen, die Wurzeln in Mesenich und Moritzheim hat, in ihrem Element. Hier verfolgen die Grünen das Ziel, den Energieverbrauch bis 2030 zu halbieren - vor allem mittels Effizienzsteigerung. Auf der anderen Seite wird das Generationenprojekt Energiewende ohne weitere Windräder kaum zu bewerkstelligen sein. Naturschutzgebiete und Kulturlandschaften sollten da einem Schutz unterliegen, aber: "Es soll Möglichkeiten geben für die Kommunen zu sagen, welches Interesse im jeweiligen Fall überwiegt." Sprich: "Wo Windkraftnutzung möglich sein soll und wo nicht", so Binz.

    SPD-Direktkandidatin Raab verweist darauf, dass es CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel war, die nach Fukushima Dampf ins Thema Atomausstieg gegeben hatte. Nun manage man die Energiewende und ihre Folgen nach Kräften. So hätten sie und SPD-MdL Benedikt Oster etwa darauf hingewirkt, dass Amprion vor Dohr einen Schwenk in eine neue Hochspannungstrasse einziehe, damit diese nicht zu dicht an Dörfern vorbeiführe.

    In puncto Marina Weingarten steht Binz allein auf grüner Flur

    Von den regenerativen Energien geht es direkt zu einem anderen Themenkomplex, der Belange des Naturschutzes berührt: Tourismus. Was soll's sein, die Massenvariante oder sanfter Tourismus und die konsequente Abkehr "von diesem Kegelklubimage" (Beilstein) vergangener Jahrzehnte? Hier sprechen sich alle klar für naturverbundenen Qualitätstourismus aus, der die Trümpfe Wandern und Radwandern in einmaliger Eifel-Mosel-Hunsrück-Landschaft konsequent ausspielt.

    Was den geplanten Ferienpark Marina Weingarten bei Zell angeht, für den auch ein Jachthafen ausgehoben werden soll, steht Binz allerdings allein auf grüner Flur. "Ich vertrete die Position der Bürgerinitiative Zeller Hamm gegen dieses Projekt." Grund: Sie sieht keine Sinn darin, wenn man die Weinbergslandschaft, das Kapital des Moseltourismus, "einfach platt macht mit diesem Ferienpark".

    Anderer Ansicht ist Anke Beilstein (CDU) in diesem Punkt: "Wir stehen klar hinter Marina Weingarten." Die Stadt Zell bringe es auf 160 000 Übernachtungen pro Jahr, mit der Marina käme noch eine beträchtliche Zahl hinzu. Sie belebe Zell und das Umland und biete beispielsweise Winzern neue Absatzmöglichkeiten für ihre Weine. FDP-Bewerber Hoffmann findet ebenfalls, die Marina könne ein "guter Motor" für den Tourismus sein, schaffe Arbeitsplätze und bringe zusätzliche Kaufkraft in die Region. Und Heike Raab fragt zur Marina, auch angesichts der Erfahrungen mit dem Golfresort Ediger-Eller, lakonisch: "Wenn alle Genehmigungsverfahren ordnungsgemäß durchlaufen werden, warum nicht?"

    Was die nächste Stufe einer Komunal- und Verwaltungsreform betrifft, nämlich eine Kreisreform, betrifft, erachten sie alle Kandidaten als unausweichlich. Hoffmann: "Unsere kleinteilige Struktur hier in Rheinland-Pfalz ist auf die Dauer einfach zu teuer." Allerdings folgt aus dieser Erkenntnis für den Kreis Cochem-Zell, von der Einwohnerzahl der zweitkleinste im Land, keineswegs automatisch das Aus, so die allgemeine Einschätzung. Denn: "Es kommt darauf an, wie stark ein Kreis ist", betont Beilstein.

    Alle einige: Flüchtlingsintegration wird ein teurer Kraftakt - der Jahre dauert

    Ebenso klar ist für alle Kandidaten: Flüchtlinge in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu integrieren, wird ein Kraftakt, der viel Geld kostet und Jahre dauert. Und dabei darf man weder die Kommunen noch die ehrenamtlichen Helfer alleinlassen. CDU-Vertreterin Beilstein wirbt für Auffangeinrichtungen vor den deutschen Grenzen und den EU-Außengrenzen, aus denen nur Tageskontingente an registrierten Flüchtlingen ins Land gelassen werden - und zwar nur jene "mit Bleibeperspektive", damit sie sich erst gar nicht auf gefährliche, schleuserorganisierte Touren einlassen.

    Katharina Binz will schnellstmöglich genügend Sprach- und Integrationskurse zur Verfügung stellen. Rein gar nichts hält sie dagegen von einer gesetzlich vorgegebenen Integrationspflicht, denn: "Ich halte es für wahnwitzig, dass man ein Gesetz macht, das regelt, dass man sich an Gesetze halten muss." Was alle Landtagskandidaten in der Flüchtlingsfrage eint: Flüchtlinge müssen schneller Bescheid bekommen, ob ihr Asylantrag Erfolgschancen hat oder nicht. Hier sei der Bund gefordert.

    RZ-Podiumsdiskussion zur Landtagswahl in Cochem-Zell: Wahlkämpfer schärfen wortstark ihre Profile RZ-Podiumsdiskussion zur Landtagswahl in Cochem-Zell: Was die Bewerber wörtlich sagen Die Lantagskandidaten im Gestik- und Mimik-Check: Wenn der Körper für sich selbst spricht RZ-Podiumsdiskussion zur Landtagswahl in Cochem-Zell: Fragen aus dem Publikum Liveticker: RZ-Podiumsdiskussion zur Landtagswahl
    Anzeige
    Anzeige
    x
    x
    Top Angebote auf einen Klick
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Rhein-Zeitung Cochem/Zell bei Facebook
    Regionalwetter
    Freitag

    12°C - 23°C
    Samstag

    14°C - 25°C
    Sonntag

    14°C - 23°C
    Montag

    13°C - 21°C
    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach