• Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Mittelmosel
  • » Polizei Zell: Zahl der Verkehrsunfälle ist stark gestiegen
  • Polizei Zell: Zahl der Verkehrsunfälle ist stark gestiegen

    Zell. Die gute Nachricht zuerst: Im vergangenen Jahr kam niemand bei Verkehrsunfällen im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Zell ums Leben. Das ist umso erfreulicher, da die Zahl der von der PI Zell registrierten Unfälle stark angestiegen ist.

    Typisches Bild für die Helfer: Hoher Schaden entstand bei diesem Unfall auf der B 53 bei Briedel.  Archivfoto: Peter Scherer
    Typisches Bild für die Helfer: Hoher Schaden entstand bei diesem Unfall auf der B 53 bei Briedel. Archiv
    Foto: Peter Scherer - Peter Scherer

    Von unserem Mitarbeiter Christoph Bröder

    Mit 1016 Unfällen ist hier der höchste Stand der vergangenen fünf Jahre erreicht. Das ist ein Zuwachs von 150 Unfällen im Vergleich zum Jahr 2014. „Der starke Anstieg umfasst jedoch ausnahmslos kleinere Unfälle mit Blechschäden“, erklärt der Zeller PI-Chef Lothar Schneider. Personenschäden gab es lediglich in 74 Fällen – die Zahl der Leicht- und Schwerverletzten markiert damit entgegen der Zahl der registrierten Unfälle in den Vorjahren einen absoluten Tiefstand. Zur Erklärung: Als schwer verletzt gelten statistisch jene, die aufgrund der Unfallfolgen länger als 24 Stunden stationär im Krankenhaus versorgt werden müssen.

    Die Polizei unterscheidet in ihrer Unfallstatistik zwischen verschiedenen Risikogruppen. Hierzu zählen Kinder bis 14 Jahre, „Junge Fahrer von 18 bis 24 Jahren“, Senioren ab 65 Jahre und Zweiradfahrer. Kinder waren 2015 lediglich an sieben Verkehrsunfällen beteiligt. Davon ereignete sich zur Freude der Polizei keiner auf dem Schulweg, wozu die PI auch ihren Teil beiträgt: „Verkehrssicherheitsberater Hugo Mähser begeht jeweils zu Schuljahresbeginn mit den Erstklässlern und wo vorhanden mit dem Schulkindergarten problematische Schulwege und macht den Nachwuchs auf Gefahrenstellen aufmerksam“, sagt Schneider. Dies ist nur eine von mehreren Präventionsmaßnahmen der Dienststelle.

    Deutlich häufiger an Unfällen beteiligt sind hingegen „Junge Fahrer“. Diese Gruppe der 18- bis 24-Jährigen wird häufig als Hauptunfallverursacher festgestellt. Voriges Jahr wurden 229 Unfälle mit Beteiligung dieser Altersgruppe registriert. Mit einem Plus von 162 Fällen (41,36 Prozent) eine deutliche Steigerung zum Vorjahr: Dabei war der „junge Fahrer“ bei 177 Unfällen Hauptunfallverursacher. Lediglich zwölf junge Menschen wurden leicht, vier schwer verletzt.

    Aktive Unfallprävention

    Unfallprävention wird Schneider zufolge auch vor dem Hintergrund betrieben, dass die Zahl von Senioren im Straßenverkehr steigt. Denn der Anteil älterer Menschen an der Gesellschaft nimmt infolge des demografischen Wandels stetig zu. Und wo weder Bus noch Bahn regelmäßig verkehren, bleibt älteren Menschen häufig nur das Auto zur Fortbewegung. Zudem spielt der Aspekt der Eigenständigkeit hier eine bedeutende Rolle. Älteren Menschen fällt es oft schwer, Freiheiten aufzugeben. Nicht mehr aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen, ist hierfür ein Beispiel. Doch wo mehr Senioren selbst fahren, häufen sich auch die Unfälle. 2015 waren Menschen ab 65 Jahren an 208 Unfällen beteiligt. Ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. In 143 Fällen (68,75 Prozent) waren die Senioren zumindest mit schuld. So auch bei einem Unfall im Sommer 2015: Ein 79-jähriger Autofahrer nahm trotz guter Sicht an der Einmündung B 49/L 103 einem Fahrzeug die Vorfahrt. Der Unfallverursacher und seine 80-jährige Beifahrerin mussten ins Krankenhaus. Das Fahrzeug des Rentners war Totalschaden. Es muss nicht gleich zum Entzug der Fahrerlaubnis kommen, sondern es können auch Auflagen erfolgen, erläutert Peter Ferdinand, stellvertretender Dienststellenleiter. So dürfen manche Senioren zum Beispiel nur noch tagsüber oder bestimmte Strecken fahren. Hier wird meist individuell entschieden.

    Die Zahl der Motorradunfälle hingegen blieb auch 2015 relativ niedrig. Trotz der nur 23 verzeichneten Unfälle gab es zehn schwer und 13 leicht verletzte Personen. Dies ergibt sich aus dem Fehlen einer Knautschzone bei Zweirädern. So ist es nahezu unmöglich, unverletzt einen Motorradunfall zu überstehen. Die wenigen Zweiradunfälle führt Schneider allerdings auf die schlechte Witterung im vergangenen Jahr zurück, nicht etwa auf die – zunehmend vernünftigere – Fahrweise der Motorradfahrer. Weiterhin problematisch ist die Lärmbelästigung durch Motorradgruppen. Besonders an Wochenenden kam es erneut vermehrt zu Beschwerden von Anwohnern. „Vor allem für Fahrer aus dem Beneluxraum ist die Region sehr attraktiv“, weiß Schneider.

    Positiv niedrig sind die Zahlen der Unfälle infolge von Alkohol- oder Drogenkonsum. Sechs Mal stellten die Beamten Alkoholmissbrauch fest, zwei Mal waren Drogen nachzuweisen. Die PI sieht hier jedoch eine hohe Dunkelziffer, die durch Unfallflucht nicht erfasst werden kann. „Unfallflucht ist ohnehin ein großes Problem“, sagt Schneider. Seit einigen Jahren steigt die Zahl kontinuierlich an. Sein Appell lautet daher: „Melden Sie sich bei der Polizei, falls Sie Zeuge einer solchen Tat wurden.“ Ein weiterer Appell der PI richtet sich an Fahrer in Waldbereichen. Da Tiere sich nicht an Verkehrsregeln halten können, liege dort die Verantwortung beim Mensch. Die Polizei empfiehlt: Langsam fahren und jederzeit bremsbereit sein. So wirke man dem Dauerthema Wildunfälle entgegen. Denn diese erreichten 2015 mit 323 registrierten Unfällen den Höchststand seit 2011.

     

    Anzeige
    x
    Top Angebote auf einen Klick
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Rhein-Zeitung Cochem/Zell bei Facebook
    Regionalwetter
    Sonntag

    15°C - 23°C
    Montag

    13°C - 21°C
    Dienstag

    11°C - 21°C
    Mittwoch

    12°C - 21°C
    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach