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  • Erfolgreicher Start vom Fliegerhorst Büchel: Tornados haben Einsatz begonnen (Mit Video)

    Büchel. Zwei Tornado-Kampfjets der Bundeswehr sind gestern vom Eifel-Fliegerhorst Büchel aus in die Türkei geflogen. Dort werden sie sich vom Nato-Stützpunkt Inçirlik aus mit Aufklärungsflügen am internationalen Einsatz in Syrien und dem Nordirak gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beteiligen.

    Von unserem Redakteur David Ditzer

    Hacken zusammen, die flach ausgesteckte rechte Hand angeschrägt in Richtung Schläfe geführt. Am letzten Kontrollpunkt vor dem Abflug, „Last Chance“ genannt, richten Oberstleutnant Holger Radmann, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33, und sein Staffelchef jeweils noch einen militärischen Gruß an die Tornado-Besatzungen. Viele Kameras fangen sie Szenerie ein. Die beiden Piloten und ihre Waffensystemoffiziere im Cockpit der Kampfjets antworten mit identischen Armbewegungen. Dann steuern sie ihre Maschinen auf die Startbahn.

    Für das Taktische Luftwaffengeschwader 33 und seine Soldaten beginnt der Ernstfall, die Operation „Counter Daesh“. So ist der Antiterroreinsatz in Syrien und dem Irak betitelt worden (siehe unten). Zehn weitere Soldaten aus Büchel waren schon am Vortag in die Türkei verlegt worden, nicht zuletzt technisches Personal.

    Kommodore Radmann betont: „Meine Männer und Frauen sind gut auf ihren Einsatz vorbereitet.“ Zudem seien die zwei Maschinen, Mitte der 80er-Jahre in Betrieb genommen, „in einem hervorragenden technischen Zustand“. Sechs Wochen Zeit hatten die Soldaten aus der Eifel, um sich und ihre Familien auf den Antiterroreinsatz im Nahen Osten vorzubereiten. Sie bekamen unter anderem Informationen über das Einsatzgebiet, Impfschutz und machten sich mit den Funktionen des Aufklärungsbehälters „Recce Lite“vertraut.

    Zwar gehört Luftaufklärung mithilfe dieses Kamerasystems eigentlich nicht zu den Aufgaben von Radmanns Geschwader. „Diese Anforderung war jedoch leicht in unser Portfolio aufzunehmen“, sagt er. Schließlich habe man damit schon in Afghanistan Einsatzerfahrungen gesammelt. „Der Einsatz über Syrien ist etwas anderes als Afghanistan“, räumt der Kommodore ein. „Weil es mit jedem Einsatz neue Herausforderungen gibt.“ Neues Gelände, andere Gefechtslage, andere Gefahren. Aber: „Funktional ist die Aufklärung für uns nichts Neues“, unterstreicht der Kommodore.


    Dreieinhalb bis vier Stunden Flugzeit sollen die Bücheler Tornados benötigen, bis sie in Inçirlik landen. Unterwegs, also in der Luft, müssen die Jets, die über die Nato-Staaten Italien und Griechenland in die Türkei fliegen, noch einmal betankt werden. Das Tankflugzeug kommt aus Italien. Dabei hat jeder Tornado beim Start in der Eifel zehn Tonnen Kraftstoff an Bord.


    Wie der Verband aus Büchel entsendet auch das Taktische Luftwaffengeschwader 51 Immelmann aus Jagel (Schleswig-Holstein) an diesem Morgen zwei weitere Tornados gen Türkei. Schon im Dezember hatte es zwei seiner Kampfjets dorthin verabschiedet. Sie sollten der Bundeswehr zufolge die fliegerischen Verfahren in der Türkei abstimmen und erproben. Wie das sicherheitspolitische Blog seinerzeit berichtete, wären die beiden Flugzeuge zu Aufklärungsflügen auch gar nicht in der Lage gewesen. Sie hätten nämlich noch nicht über das nötige Softwareupdate für die „Recce Lite“-Technik verfügt (die RZ berichtete). Kommodore Radmann rechnet damit, dass die jetzt entsandten Jets schon in den nächsten Tagen mit ersten Aufklärungsflügen beginnen werden.

    Der genaue Zeitpunkt hänge aber von der Einsatzleitung und der Abstimmung mit den internationalen Partnern ab. „Ich selbst werde für vier Monate in den Einsatz gehen“, sagt Radmann. „Voraussichtlich von April bis August.“ Klar ist für die Kampfpiloten vor allem ihr Auftrag, den sie sich mit ihren Kameraden aus Jagel teilen, und zwar „planerisch paritätisch“ (Radmann): Sie sollen hochauflösende Bilder schießen, die Experten am Boden anschließend auswerten. Auskünfte über IS-Stellungen und Truppenbewegungen sollen die Fotos liefern, Ziele für Luftschläge der Verbündeten.

    Hochauflösende Bilder vom Start der Tornados werden an diesem Morgen in der Eifel genug geschossen. Auch Vertreter aus Lokal-, Landes- und Bundespolitik sind gekommen. MdB Peter Bleser (CDU) sagt, mit einem Bundestagsmandat für den Syrieneinsatz sei es nicht getan. „Man muss auch die Menschen sehen, die für uns ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, um unsere Freiheit zu verteidigen, den IS zu bekämpfen und einem verbrecherischen System den Garaus zu machen. “ Donnernd heben die beiden Bücheler Tornados ab. Rasch verschwinden sie im kalten Nebelgrau. Die Operation „Counter 
Daesh“ hat begonnen. Ausgang: weitgehend ungewiss.

    Das Wort „Daesh“ weist Ansprüche des IS zurück

    Counter Daesh: Der Operationstitel setzt sich zusammen aus dem englischen Verb „to counter“ (kontern) und dem Initialwort „Daesh“, das aus dem Arabischen abgeleitet wurde. Bei Letzterem handelt sich um ein „von Politikern und vor allem in der arabischen und israelischen Presse häufig für den IS“ verwendetes Wort, erläutert etwa die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ). Es setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Wörter zusammen, aus denen es gebildet wurde. Das Akronym dient dazu, „den Anspruch des IS, ein Staat und Kalifat zu sein, zurückzuweisen und die Terrororganisation herabzusetzen“. Nach dem französischen Präsidenten François Hollande benutzten es auch andere westliche Politiker in diesem Sinne.

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