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  • Cybermobbing oder raffinierte Täuschung? Wegen Kinderpornografie verdächtigter Eifeler freigesprochen

    Cochem. An seine Grenzen stieß das Amtsgericht in Cochem in einer Verhandlung wegen Verbreitung von Kinderpornografie. Der 26-jährige Angeklagte, der von seinem Handy drei MMS (Multimedia Messaging Service) mit verbotenen Fotos verschickt haben soll, musste freigesprochen werden, weil sein Einspruch gegen einen Strafbefehl nicht widerlegt werden konnte. Ratlos und frustriert waren nicht nur Amtsrichter Wilfried Johann und Staatsanwalt Michael Stadtmüller, sondern auch der Angeklagte mit seinem Anwalt Hans Bleck. Denn die Recherchen des Verteidigers und die Erkenntnisse des Amtsrichters kamen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass nicht mehr nachzuvollziehen ist, wer die sehr anrüchigen Fotos tatsächlich verschickt hat.

    Cochem - An seine Grenzen stieß das Amtsgericht in Cochem in einer Verhandlung wegen Verbreitung von Kinderpornografie. Der 26-jährige Angeklagte, der von seinem Handy drei MMS (Multimedia Messaging Service) mit verbotenen Fotos verschickt haben soll, musste freigesprochen werden, weil sein Einspruch gegen einen Strafbefehl nicht widerlegt werden konnte. Ratlos und frustriert waren nicht nur Amtsrichter Wilfried Johann und Staatsanwalt Michael Stadtmüller, sondern auch der Angeklagte mit seinem Anwalt Hans Bleck. Denn die Recherchen des Verteidigers und die Erkenntnisse des Amtsrichters kamen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass nicht mehr nachzuvollziehen ist, wer die sehr anrüchigen Fotos tatsächlich verschickt hat.


    Der Angeklagte beteuerte: „Ich habe mit diesem widerlichen Zeug nichts zu tun.“ Ihm wäre es auch lieber, wenn es klare Beweise für die Unschuld seines Mandanten geben würde, erklärte Bleck. Und betonte: „Er kann die Fotos gar nicht versendet haben, weil er kein MMS fähiges Handy besitzt.“
    Um zu erklären, wie Bilder dennoch ohne Wissen des angegebenen Absenders auf den Weg kommen können, verlas Richter Johann die Einschätzung eines Spezialisten der Kriminaldirektion Koblenz, der einen ähnlichen Fall untersucht hatte. Darin heißt es: „Zur Übermittlung einer MMS ist generell eine Übertragung über digitale Netzwerktechnik notwendig. Dies kann zum einen von GPRS-fähigen Mobiltelefonen, also Mobiltelefon zu Mobiltelefon, geschehen. Es kann jedoch auch ein Versandweg von einem Computer zum einem GPRS-fähigen Mobiltelefon genutzt werden. Dazu muss ein Dienstanbieter mit eingeschaltet werden.“
    So sei es möglich, mithilfe eines Internetdienstanbieters Dateien zu versenden. Jeder, der zum Beispiel ein E-Mail-Konto einrichtet, bekomme diesen Dienst in der Regel angeboten. Dazu werden die Bilddateien auf dem Server des Anbieters geladen. Gleichzeitig kann man seine – oder irgendeine Mobilfunknummer – in einer Bedieneroberfläche eingeben: „Beim Empfänger erscheint dann nicht die E-Mail-Adresse, sondern die Rufnummer. So gelangt die MMS von einer Internetverbindung zu dem Mobiltelefon.“
    Ohne nähere Daten, die vom Netzbetreiber oder Dienstanbieter im Nachhinein nicht zu erhalten seien, sei nicht eindeutig festzustellen, auf welchem Weg die elektronisch übermittelten Bilddateien in den Speicher des Mobiltelefons gelangt sind, erklärt der IT-Fachmann.
    Der Freispruch sei ein sehr unbefriedigendes Urteil „mit einem bitteren Beigeschmack“, sagte Amtsrichter Johann: „Diese Fotos, die abscheulichen Missbrauch von Kindern darstellen, werden weltweit vertrieben. Und uns sind die Hände gebunden, wenn wir diese Kinder schützen wollen.“ Um den kriminellen Betreibern von kinderpornografischen Internetseiten das Handwerk legen zu können, seien unbedingte internationale Vereinbarungen gefragt, forderte Johann. Brigitte Meier

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