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  • Cattenom: Kreis Cochem-Zell rüstet sich für Notfälle

    Cochem-Zell. Das französische Atomkraftwerk Cattenom an der Mosel macht derzeit vor allem durch Störfälle von sich reden. Die Trierer Grünen haben in diesem Jahr allein für Juli und August neun Vorkommnisse gezählt, parteiübergreifend fordern Politiker im Land die Abschaltung der Reaktoren.

    Das Atomkraftwerk in Cattenom (Frankreich): Am 23. Juni hat ein Teil auf einem Gerüst im Maschinenhaus des zurzeit abgeschalteten Blocks 2 der Anlage Feuer gefangen. Foto: Christophe Karaba/dpa
    Das Atomkraftwerk in Cattenom (Frankreich): Am 23. Juni hat ein Teil auf einem Gerüst im Maschinenhaus des zurzeit abgeschalteten Blocks 2 der Anlage Feuer gefangen.
    Foto: Christophe Karaba/dpa - picture alliance

    Von unserem Mitarbeiter Dieter Junker

    Cochem-Zell – Das französische Atomkraftwerk Cattenom an der Mosel macht derzeit vor allem durch Störfälle von sich reden. Die Trierer Grünen haben in diesem Jahr allein für Juli und August neun Vorkommnisse gezählt, parteiübergreifend fordern Politiker im Land die Abschaltung der Reaktoren. Unabhängig von diesen Forderungen gibt es in der Region Notfallplanungen, im Kreis Cochem-Zell werden diese derzeit überarbeitet und angepasst.

    Teile der Verbandsgemeinden Cochem, Ulmen und Zell liegen in der sogenannten Außenzone um das Kernkraftwerk Cattenom. Diese beschreibt einen 100-Kilometer-Radius um die Anlage. In diesem Gebiet sind laut Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier im Notfall die Ausgabe von Jodtabletten für Kinder, Jugendliche und Schwangere sowie Verbote für die Aufnahme von Nahrungsmitteln und Trinkwasser vorgesehen.

    Nach einer aktuellen Empfehlung soll die Ausgabe von Jodtabletten in der Fernzone auf alle Personen im Alter bis 46 Jahren ausgeweitet werden. Wie die Kreisverwaltung auf RZ-Anfrage mitteilt, wurde diese Fernzone mit Fortschreibung des Katastrophenschutzplans der ADD Trier neu eingeführt. Zuständig für die Planungen ist in der Kreisverwaltung das Referat Sicherheit. Hier werden derzeit die Planungen für den Katastrophenschutz im Zusammenhang mit einem Notfall in Cattenom überarbeitet. "Hierbei handelt es sich um interne Planungen, die insbesondere für die mit der Abholung und Verteilung der Jodtabletten befassten Behörden und Personen vorgesehen sind", heißt es dazu in einer Stellungnahme der Kreisverwaltung.

    Zehn Notfallstationen gibt es im Land Rheinland-Pfalz derzeit. Im Kreis Cochem-Zell sind Notfallstationen oder Schutzeinrichtungen weder aktuell vorhanden noch vorgesehen, heißt es bei der Kreisverwaltung. Allerdings ist der Einsatz von Notfallstationen auch im Kreis Cochem-Zell möglich, betont Eveline Dziendziol, die Pressesprecherin der ADD, auf Anfrage der Rhein-Zeitung.

    Zwölf Stunden nach einem Notfall müssen Jodtabletten ausgegeben werden. Die ADD teilt in diesem Fall den Kreisen mit, in welchen Sektoren dies erfolgen soll, wer die Tabletten erhält und wann diese einzunehmen sind, so die Kreisverwaltung. "Im Ereignisfall werden die notwendigen Jodtabletten von dem für den Kreis zuständigen Hauptanlieferungspunkt unter Mitwirkung der Feuerwehren abgeholt und an die festgelegten örtlichen Ausgabestellen auf Ortsgemeindeebene verteilt", erläutert die Kreisverwaltung. Um für einen Notfall gerüstet zu sein, gab es 2012 und 2013 die Übungsserie "drei in eins", an der alle Katastrophenschutzbehörden in der Außenzone beteiligt waren, so die ADD Trier. Hierbei handelte es sich um Stabsrahmenübungen.

    Bei Unfällen wird die ADD im Übrigen aufgrund von deutsch-französischen Vereinbarungen umgehend informiert. "Diese Informationen geben wir sofort an die betroffenen Kreise weiter", so die ADD-Sprecherin. Eine Alarmierung über einen Unfall hat es bisher laut ADD nicht gegeben. "Das Atomkraftwerk Cattenom hat erhebliche Mängel, das wissen wir aus dem Stresstest. Auch Störungen kommen immer wieder vor. Unser Ziel ist die Abschaltung des AKW Cattenom, um wirkliche Sicherheit für die Region zu erlangen", hatte Wirtschaftsministerin Eveline Lemke schon vor einiger Zeit gefordert. Vor wenigen Wochen hatten im Landtag erneut alle Fraktionen diese Absicht bestätigt.

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