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    Kruft/RegionVulkanmetzgerei: Aus für Traditionsbetrieb

    Mit einem speienden Vulkan und dem Slogan "immer aktiv für Sie" hat die Vulkanmetzgerei Thomas ihre Kunden angelockt. Jetzt ist die Tatkraft des Traditionsunternehmens erloschen: Inhaber Gunther Thomas hat am 17. Dezember beim Amtsgericht Mayen Insolvenz angemeldet.

    Kruft/Region - Mit einem speienden Vulkan und dem Slogan "immer aktiv für Sie" hat die Vulkanmetzgerei Thomas ihre Kunden angelockt. Jetzt ist die Tatkraft des Traditionsunternehmens erloschen: Inhaber Gunther Thomas hat am 17. Dezember beim Amtsgericht Mayen Insolvenz angemeldet. Dies bestätigt er auf Anfrage der Rhein-Zeitung. Alle Filialen in Mendig, Andernach, Ochtendung und Oberzissen wurden kurzfristig geschlossen, die 18 Mitarbeiter vor die Tür gesetzt.

    Das Stammhaus in Kruft ist bereits seit Längerem verwaist. Nur das Ladenlokal scheint noch auf Kundschaft zu warten: Nach wie vor ist es komplett eingerichtet. Tafeln preisen Frikadelle, Schnitzel und Kotelett an. Nur ein umgekipptes Plastikschwein auf der Wursttheke erzählt die traurige Geschichte: Niemand kam, um es aufzurichten - ein Symbol für den Niedergang. In dem Pellenzort hatte die Geschichte des Unternehmens vor 150 Jahren begonnen.

    Der Insolvenzantrag war ein schwerer Schritt für Gunther Thomas, der den Betrieb seit 1994 in vierter Generation führte. Im RZ-Gespräch erzählt er: "Im Moment weiß ich nicht, wie es weitergeht." Das Amtsgericht habe ihm einen Insolvenzverwalter zugeteilt. Aber in die Zukunft schauen, "dafür ist es noch zu frisch", sagt der Fleischermeister (52).

    Das Aus für die Filialen kam für Mitarbeiter und Einheimische unvermittelt. In Ochtendung beispielsweise sahen sich die Verkäuferinnen vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie räumten am Silvestermittag alles zusammen und wussten nicht, was Sache ist, heißt es. Auch die Stammkunden, die den Hauptteil der Käufer ausmachen, wurden nicht über die Schließung und die Hintergründe informiert.

    Gunther Thomas sagt, dass ihm das leid tue, dass aber alles so kurzfristig gekommen sei. "Das war so nicht vorherzusehen", betont er. Deshalb habe er keine Schilder ausgehängt. Nach dem Insolvenzantrag versuchte er, möglichst viel zu verkaufen. An Heiligabend ging dann die letzte Ware in Andernach und Mendig über die Theke. Am Silvestertag folgten dann die Schließungen in Ochtendung und Oberzissen.

    In der Brohltal-Gemeinde wurde zuletzt die Wurst produziert. Dorthin hatte Gunther Thomas die Herstellung und Schlachtung verlegt und von dort die Filialen beliefert. Er berichtet: "2009 hätten wir in Kruft modernisieren und stark investieren müssen." Deshalb hatte er in Oberzissen eine Metzgerei gepachtet, in der er die Ware herstellte. "Leider hat sich das alles nicht mehr gerechnet." Der wirtschaftliche Druck von außen sei zu groß. Bis zum Schluss hatte der Fleischermeister gehofft, dass der Betrieb noch die Kurve kriegt - und resümiert: "Heute entscheidet der Preis über das Wohl der Handwerksbetriebe. Das Essen darf nichts mehr kosten." Von unserer Redakteurin Katrin Franzen (Text vom 10. Januar 2013)

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