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    AndernachTrotz wachsender Konkurrenz durch Onlinehandel: Weihnachten sorgt in Andernach noch für volle Einkaufsstraßen

    Noch sind Andernachs Einkaufsstraßen voll - und die Tüten, die Hunderte Passanten am Samstag durch die Fußgängerzone tragen, sind es auch. Weihnachtszeit ist eben Geschenkezeit - doch die Andernacher zieht es zum Geschenkekauf immer mehr in die Großstädte, und oft sogar ins Internet. Andernachs Einzelhändlern könnte so auf lange Sicht das wichtige Weihnachtsgeschäft einbrechen. Sie sind mehr denn je zum Umdenken gezwungen. Das zumindest ergibt eine Umfrage der Rhein-Zeitung.

    Belebte Straßen in Andernachs Innenstadt am Samstag - trotz der Konkurrenz durch Onlinehandel und Handelsketten in Großstädten. Doch Andernachs Einzelhändler sind alarmiert und versuchen, mit persönlicher Beratung und Service zu punkten.  Fotos: Raphael Markert
    Belebte Straßen in Andernachs Innenstadt am Samstag - trotz der Konkurrenz durch Onlinehandel und Handelsketten in Großstädten. Doch Andernachs Einzelhändler sind alarmiert und versuchen, mit persönlicher Beratung und Service zu punkten. Fotos: Raphael Markert
    Foto: ram

    Von unserem Mitarbeiter Raphael Markert

    "Zum Geschenkekaufen ist Andernach nicht so toll", meint Werner Schmitz, der am Samstag in Andernachs Innenstadt unterwegs ist - allerdings nur zum Einkaufen von alltäglichem Bedarf, erzählt der 69-Jährige. "Wenn ich mehr brauche, fahre ich nach Köln oder Koblenz - hier habe ich einfach die Auswahl nicht so." Geschenke kauft Schmitz aber immer noch gerne im stationären Handel, um sie bei Bedarf unkompliziert umtauschen zu können, sagt der Andernacher. "Aber natürlich ist auch das Onlineeinkaufen ein Thema für mich."

    Einzelhändlerin Barbara Summerer, Geschäftsführerin der seit rund 300 Jahren in Andernach ansässigen Parfümerie Boos, weiß, dass es nicht in erster Linie das breit gefächerte Sortiment ist, mit dem sie Kunden in ihren Laden locken kann - gerade wegen der Konkurrenz aus dem Netz. "Wir setzen gegen den Onlinehandel auf unsere Stärke - die persönliche Beratung, und suchen den Kundenkontakt", sagt Summerer. Für die Einzelhändlerin hat das Weihnachtsgeschäft eine große Bedeutung - im Advent gehöre ihre Parfümerie zu einer klassischen Geschenkebranche. "Das letzte Quartal ist für uns das wichtigste", so die Einzelhändlerin. Entsprechend viel lässt sie sich einfallen, um Kunden in der Adventszeit in ihr Geschäft zu locken: Ihr Schaufenster hat die Einzelhändlerin weihnachtlich gestaltet, entsprechende Werbeprospekte über Zeitungen gestreut und ihre Kunden zum Adventskaffee geladen. Ihre Umsätze zu Weihnachten sind nach ihren Angaben seit Jahren stabil, und doch stellt sie fest: "Andere Festivitäten wie Ostern, Valentinstag oder Pfingsten sind in den Hintergrund gerückt, die Leute kaufen nun gleichmäßiger das ganze Jahr hinweg."

    Auch Felix Schreivogel schlendert am Wochenende durch Andernachs Einkaufsstraßen - hängen bleibt sein Blick aber nur noch an wenigen Schaufenstern: "Ich wüsste nicht, warum ich in Andernach nach Weihnachtsgeschenken schauen sollte", meint der 18-Jährige. "Ich möchte meinen Eltern nicht immer nur einen Buch- oder Friseurgutschein schenken, eine viel größere Auswahl hat man hier nicht." Gerade um Klamotten und Schuhe zu kaufen, locken den Schüler die größeren Städte im Umkreis an. "Wenn ich mit den Geschenken aber im Zeitdruck bin, bietet sich das Internet einfach an."

    Dass gerade jüngere Kunden immer mehr im Internet bestellen, weiß Buchhändlerin Nicole Anker. Für sie ist klar, dass sie sich breiter aufstellen muss als früher: Gerade in der Weihnachtszeit wickelt Anker einen Großteil ihrer Werbung über soziale Netzwerke wie Facebook oder den Bilderdienst Instagram ab, inzwischen hat sie für ihre Buchhandlung sogar einen eigenen Onlineshop eingerichtet. Die liebsten Kunden seien ihr aber dann doch diejenigen, die auf ganz analogem Wege ihren weihnachtlich dekorierten Laden aufsuchen. Denn dort könne sie erst ihre Stärken als Einzelhändlerin ausspielen: Beratung, Service, eine kostenlose Verpackung der Geschenke. "Die Weihnachtszeit macht ungefähr ein Viertel meines Jahresumsatzes aus", schätzt Anker.

    Der Gedanke, dass die bisher noch konstanten Einnahmen auf Dauer einbrechen könnten, besorgt die Einzelhändlerin. "Wir werden immer bequemer - dagegen kann auch ich nur wenig machen", meint sie. Auf ihre Bücher als feste Verkaufsgröße könne sie sich zwar noch verlassen, doch überdurchschnittlich viele Einzelhändler haben - auch wegen der immer mächtigeren Konkurrenz von Onlineversandhäusern - ihre Ladenlokale in Andernach in diesem Jahr schließen müssen.

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