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  • Technik gegen Drängler: Neue Anlage der Polizei in Mendig präsentiert

    Mendig. Verkehrssündern im Großraum Koblenz wird es zukünftig schneller und verstärkt an den Kragen gehen: Die Polizei misst ab sofort mit einer neuen digitalen Technik den Sicherheitsabstand sowie das Tempo von Fahrzeugen auf Autobahnen. Nun wurde die neue Technik auf einer Brücke über der Autobahn 61 bei Mendig vorgestellt.

    Polizeihauptkommissar Ulrich Scheyer (links) und Polizeioberkommissar Dirk Krämer prüfen die Einstellung einer der Kameras.
    Polizeihauptkommissar Ulrich Scheyer (links) und Polizeioberkommissar Dirk Krämer prüfen die Einstellung einer der Kameras.
    Foto: Silvin Müller

    Von unserem Mitarbeiter Silvin Müller

    Für Polizeipräsident Wolfgang Fromm ist die neue mobile Anlage ein Quantensprung: "Wir machen den Schritt von analog zu digital", stellte er bei deren Präsentation fest und sprach von einem Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit: "Wir erhöhen die Wahrscheinlichkeit der Entdeckung drastisch", sagte er mit Blick auf Abstands- und Temposünder.

    Bisher mussten die Beamten an der Kontrollstelle schätzen, ob der Abstand eines Autos zum Vorderwagen zu gering ist, und dann die Kamera auslösen.

    Nun geht alles automatisch: Alle 40 Millisekunden schießen die neuen hochauflösenden Kameras der mobilen Einheit Fotos. So können in vorher gekennzeichneten Feldern sowohl die Position als auch die Geschwindigkeit der Autos automatisch analysiert und genau bestimmt werden.

    Die Messung geht allerdings nicht ohne Vorbereitungen. Voraussetzung sind genau markierte Messfelder, eine Brücke, auf der die Anlage aufgebaut wird, und Tageslicht.

    Die Fahrzeugabstände werden durch das Verfahren der digitalen Fotogrammetrie ermittelt. Dabei wird ein digitales Raster auf die Messstrecke projiziert. Gemessen werden kann nicht nur auf ebenen und geraden Strecken, sondern auch in Kurven und Senken auf bis zu drei Fahrspuren gleichzeitig. Beschafft wurden die Geräte durch die Zentralstelle für Polizeitechnik in Mainz. Die Anlage kostet rund eine Million Euro. Während der Überwachung ist sie permanent in Betrieb. Kennzeichen von Fahrzeugen sowie Bilder von Fahrern werden jedoch erst gespeichert und online übermittelt, wenn ein Verstoß vorliegt.

    Die Aufnahmen werden noch an Ort und Stelle in einem Polizeibus ausgewertet. Die weitere Bearbeitung erfolgt auf der Wache.
    Die Aufnahmen werden noch an Ort und Stelle in einem Polizeibus ausgewertet. Die weitere Bearbeitung erfolgt auf der Wache.
    Foto: Silvin Müller

    Die neue Anlage wird täglich im Einsatz sein. In vier Stunden werden durchschnittlich zwischen 100 und 400 Verstöße registriert und können geahndet werden.

    Dies ist auch dringend notwendig. Denn allein in Rheinland-Pfalz ereigneten sich im vergangenen Jahr mehr als 34 000 Verkehrsunfälle, die auf mangelnden Sicherheitsabstand zurückzuführen sind.

    Im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz waren es auf den Autobahnen mehr als 450 Abstandsunfälle, von denen 91 mit Verletzten endeten, darunter 17 Schwerverletzte und drei Tote.

    Bisher sind im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Koblenz neun Messstellen eingerichtet, und zwar auf der A 3 und A 61, unter anderem bei Mendig und in der Nähe des Koblenzer Kreuzes. Die A 48 wird folgen.

    Die neue Anlage ist die erste dieser Art in Rheinland-Pfalz. Zwei weitere sind für die Bereiche Mainz/Ludwigshafen sowie Trier/ Kaiserslautern vorgesehen.

    Natürlich ist es damit auch möglich, auf Schnell- oder Landstraßen zu messen, der Fokus liegt allerdings auf den Autobahnen. "Dort geschieht der Hauptteil der Unfälle", erklärt Erster Polizeihauptkommissar Peter Hahmann, Leiter der Zentralen Verkehrsdienste Koblenz.

    Abgelöst wird das bisherige analoge System, das aus dem Jahr 1995 stammt und für das nur noch schwer Ersatzteile zu beschaffen waren.

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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