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  • Pellenz/Koblenz/RegionStrohballenbrände im September: Mutmaßliche Brandstifter sind am Landgericht angeklagt

    Vor der Jugendkammer am Landgericht Koblenz werden sich demnächst die beiden 19-Jährigen aus dem Raum Andernach/Pellenz verantworten müssen, die im September vergangenen Jahres für eine Serie von Strohballenbränden sowie weitere Brandstiftungen verantwortlich waren.

    Die Serie von Strohballenbränden - hier am 14. September in Miesenheim - versetzte die Region im September in Aufruhr.  Foto: Andreas Walz
    Die Serie von Strohballenbränden - hier am 14. September in Miesenheim - versetzte die Region im September in Aufruhr.
    Foto: Andreas Walz

    Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

    Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat im Dezember Anklage erhoben, wie Oberstaatsanwalt Rolf Wissen auf RZ-Nachfrage mitteilt. Ein Prozesstermin ist allerdings noch nicht angesetzt, heißt es seitens der Medienstelle des Landgerichts.


    Eine Sonderkommission (Soko) der Kriminalinspektion Mayen hatten die beiden jungen Männer Ende September nach intensiven Ermittlungen festgenommen (die RZ berichtete). Beide legten gegenüber den Ermittlern umfangreiche Geständnisse ab. Sie räumen auch weiterhin die ihnen zur Last gelegten Taten im Wesentlichen ein und sitzen derzeit in Untersuchungshaft, wie Wissen bestätigt.


    Den beiden jungen Männern werden dem Oberstaatsanwalt zufolge insgesamt 19 gemeinschaftlich begangene Brandstiftungsdelikte zur Last gelegt, wobei es in einem Fall beim Versuch blieb. Die Brandstiftungen betreffen demnach in 17 Fällen Strohballenbrände, in einem Fall wurde in Mendig ein Linienbus niedergebrannt und in einem weiteren Fall werden die beiden 19-Jährigen beschuldigt, in Weißenthurm mehrere Kraftfahrzeuge eines Gebrauchtwagenhändlers in Brand gesetzt zu haben. Einem Angeschuldigten wird darüber hinaus ein Einbruch in das Feuerwehrgerätehaus in Nickenich im Juli 2016 vorgeworfen, bei dem er unter anderem einen Koffer mit LED-Blitzmodulen, einen Kanister mit Kraftstoff und einen Funkmeldeempfänger entwendet haben soll.


    Am 30. September 2016 war gegen die beiden Männer Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachts auf 15-fache gemeinschaftliche Brandstiftung erlassen worden. Aufgrund der weiteren Ermittlungen bis zur Anklageerhebung bestehe jedoch nunmehr hinreichender Tatverdacht wegen vier weiterer Delikte, erklärt Rolf Wissen weiterhin.


    „Den beiden Angeschuldigten können nicht alle ungeklärten Brände in unserem Zuständigkeitsbezirk zugeordnet werden“, berichtet er zwar in seiner schriftlichen Antwort auf die RZ-Anfrage. Es sei davon auszugehen, dass es noch weitere, bislang nicht ermittelte Brandstifter gibt. Nach RZ-Informationen sind jedoch sämtliche Strohballenbrände im September in den Kreisen Mayen-Koblenz, Neuwied und Ahrweiler den beiden 19-Jährigen zuzuordnen – bis auf einen Fall, der in Sachen Tatmuster von den anderen abweicht.


    Ein nachvollziehbares Motiv für die Brandstiftungen nannten die mutmaßlichen Täter im Verhör nicht, berichtet Kriminalhauptkommissar Stefan Linder, Leiter der Mayener Soko „Strohfeuer“, im RZ-Gespräch. „Da kam nur ein Achselzucken“, sagt er. Die Taten hätten wohl eine Art Eigendynamik entwickelt bei den jungen Männern, denen man ein solches Handeln eigentlich nicht zutrauen würde. „Das sind keine Vollpfosten“, meint Linder. Schlüssel zu ihrer Überführung sei vor allem Brandstiftung an den Gebrauchtwagen in Weißenthurm gewesen, als sie in der Nähe des Tatorts kontrolliert wurden.


    Die Höhe der durch die Brandstiftungen entstandenen Schäden dürfte laut Oberstaatsanwalt Wissen schätzungsweise zwischen 100 000 und 175 000 Euro liegen. Die genaue Bezifferung könne jedoch erst nach Abschluss der Beweisaufnahme durch das Landgericht erfolgen. „In einem Fall sind allein 300 Strohballen abgebrannt“, fügt Linder hinzu. Auch die Einsatzkosten der Feuerwehr fallen den Beschuldigten zur Last.


    Dass die Staatsanwaltschaft Anklage beim Landgericht und nicht bei einem Amtsgericht erhebt, lässt den Rückschluss zu, dass die Taten als schwerwiegend erachtet werden. Denn laut Gerichtsverfassungsgesetz ist bei Strafsachen das Amtsgericht beziehungsweise Jugendschöffengericht zuständig, wenn eine Freiheitsstrafe nicht über vier Jahre zu erwarten und nicht mit einer Unterbringung des Beschuldigten in einer psychiatrischen Einrichtung oder der Sicherungsverwahrung zu rechnen ist.

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