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    Kreis MYKStreik in kommunalen Kitas: Not trotz Notgruppen im Kreis MYK

    Der Streik der Erzieher trifft Eltern und Kinder hart. Gewerkschaften und die Träger der Kindertagesstätten versuchen stellenweise, mit Noteinrichtungen Abhilfe zu schaffen. Das gelingt aber nicht überall zur Zufriedenheit der Eltern.

    30 Erzieherinnen aus acht kommunalen Kindertagesstätten des Maifelds standen bei einem Infostand in Ochtendung Rede und Antwort.
    30 Erzieherinnen aus acht kommunalen Kindertagesstätten des Maifelds standen bei einem Infostand in Ochtendung Rede und Antwort.
    Foto: Heinz Israel

    Von unserem Redakteur Volker Schmidt

    Beispiel Münstermaifeld: Dort hat der Elternausschuss der Kita Pusteblume vergangene Woche in einem offenen Brief an den Maifelder VG-Bürgermeister Maximilian Mumm die Vorgehensweise in der Notgruppe kritisiert. Die Vorsitzende des Elternausschusses, Ursula Simon, schreibt, dass sie aufgefordert worden sei, eine Unabkömmlichkeitsbescheinigung ihres Arbeitgebers vorzulegen, damit ihr Kind in der Notgruppe aufgenommen werden könne. Dies geschehe auf Anweisung von oben, habe man ihr gesagt. "Hier wird eine jahrelange gute und engagierte Zusammenarbeit mit Füßen getreten, ja völlig ad absurdum geführt", heißt es. "Die Erzieherinnen wissen um die familiären Verhältnisse, wer wo arbeitet. Diese bürokratischen Feinsinnigkeiten bringen nur Misstrauen in eine Streikbewegung, die für uns Eltern sowieso recht intransparent ist."

    Auch in Mülheim-Kärlich kommt es zu Reibungspunkten. Dort befindet sich die Noteinrichtung in der Kita Schillerstraße. Dort werden zurzeit auch Kinder der Kitas Schulstraße (Urmitz/Bahnhof) und Château-Renault betreut. Nahezu 100 Kinder seien angemeldet, erklärt Judith Pfeiffer-Stein, Leiterin der Kita Schillerstraße. "Es kommen aber nie alle", sagt sie. Zurückweisen musste man bislang noch keine Kinder. "Es werden aber täglich mehr." Die Betreuung der Kinder in den Noteinrichtungen übernehmen Erzieherinnen, die entweder nicht in der Gewerkschaft sind, also kein Streikgeld bekommen, oder Erzieherinnen, die aus verschiedenen Gründen nicht streiken wollen beziehungsweise können. Pfeiffer-Stein streikte zum Beispiel fast zwei Wochen lang, sah es dann aber für notwendig an, die Noteinrichtung zu koordinieren. Den Streik hält sie nach wie vor für richtig: "Wenn wir jetzt aufhören, war alles umsonst", sagt sie. Die Eltern aber komplett im Regen stehen lassen will sie nicht.

    Die Einrichtung einer Notfallgruppe geschieht oft in Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften und Trägern, also Gemeinden oder Verbandsgemeinden. Die Organisation läuft aber verschieden ab. In Winningen müssen sich die Eltern laut Bürgermeister Eric Peiter bei der Gemeinde melden. "Wir haben eine Prioritätenliste vorgegeben", so Peiter. Und nach dieser wird ausgewählt. In den städtischen Kitas in Koblenz übernimmt die Gewerkschaft Komba die Organisation - und geht in vielerlei Sicht einen anderen Weg als GEW oder Verdi. Zum einen gibt es in jeder Kita eine Notgruppe, zum anderen wird in den Kitas auch nicht unbefristet gestreikt, sondern partiell. Dies geschieht in Abstimmung mit den Erziehern: Die Kitaleiterinnen seien bemüht, das Ganze aus Rücksicht auf die Eltern "nicht zu überziehen", sagt Sandra Müller, die Vorsitzende des Komba-Stadt- und Kreisverbandes.

    "Wir wollen aufklären, dass sich unser Berufsbild deutlich verändert hat und wir auf Hochschulniveau ausgebildet werden": Dies ist eines der Argumente, mit denen am Mittwoch, 27. Mai, 30 Erzieherinnen aus acht kommunalen Kitas des Maifelds in Ochtendung am Einkaufszentrum Langenbergstraße Rede und Antwort standen. Vielen sei nicht bewusst, wie die tatsächlichen Verhältnisse in den Kitas seien, erklärten die Organisatoren.

    Zahl der streikenden Kitas nimmt im Kreis MYK zu

    Laut GEW befinden sich folgende Kitas im unbefristeten Streik: Kita Herderhof in Andernach, Kitas Pusteblume und Kunterbunt in Münstermaifeld, Kita Regenbogen in Ochtendung, Kita St. Lubentius in Kobern-Gondorf, Kita Märchenwald in Weißenthurm, Kitas Château-Renault und Schillerstraße in Mülheim-Kärlich, Kita Schulstraße in Urmitz/Bahnhof, Kita Löwenzahn in Pillig, Kitas Schwalbennest und Backhaus in Polch, Kita Wichtelwald in Kalt. Ab heute werden dazukommen: Kita Löwenzahn in Andernach, Kita Bienenhaus in Ochtendung, Kita Arche Noah in Kettig und Kita Alzbachnest in Löf.

    Laut Verdi sind folgende Kitas im unbefristeten Streik: beide kommunalen Kindergärten in Bendorf, Kita Winningen, Kita St. Nikolaus in Oberfell, Kita Nörtershausen, Kita Villa Kunterbunt Spay, Kita Breyer Vogelnest. vos

    Kita-Streik in Koblenz und Kreis MYK zerrt weiter an den Nerven der Beteiligten Kitastreik: Die Stimmung bei Eltern im Kreis MYK kippt
    Mayen-Andernach
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