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    RiedenRiedener Passionsspiele: Einen so jungen Jesus gab's wohl noch nie

    Die Vorbereitungen für die insgesamt 22 Aufführungen der Passionsspiele 2017 in Rieden laufen. Kürzlich fand in der Schützenhalle eine Zusammenkunft statt, in deren Verlauf Hans-Peter Doll im Beisein von rund 100 interessierten Riedener Bürgern die Besetzung der einzelnen Rollen vorstellte.

    Seit nunmehr 90 Jahren blickt der Steinmetz- und Passionsspielort Rieden auf die Tradition der Passionsspiele zurück. Jetzt laufen die Vorbereitungen für die nächste Spielzeit im Frühjahr 2017.  Foto: Elvira Bell
    Seit nunmehr 90 Jahren blickt der Steinmetz- und Passionsspielort Rieden auf die Tradition der Passionsspiele zurück. Jetzt laufen die Vorbereitungen für die nächste Spielzeit im Frühjahr 2017.
    Foto: Elvira Bell

    Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

    Dem Regisseur, dem zum sechsten Mal die Spielleitung obliegt, stehen Stefan Müller, Herbert Hackenbruch und Winfried Weidenbach als Team zur Seite. "Auch das kleinste Rädchen trägt zum Gelingen bei", erklärte Doll mit Blick auf diejenigen, die als Volk oder als Engel in kleinere, aber ebenfalls wichtige Rollen schlüpfen.

    Sorge bereitet Doll der Passionschor, der die Aufführungen musikalisch begleitet. Für den Chor werden weitere Sänger gesucht. Sie müssen nicht unbedingt aus Rieden stammen. Die Hauptrollen, unter anderem die der Pharisäer und Schriftgelehrten, sind hingegen bereits zumeist doppelt besetzt. Dies hat allerdings einen erhöhten Kostümbedarf zur Folge.

    Die Rolle des Jesus von Nazareth wird mit Tobias Hackenbruch und Claudio Civello-Hackenbruch neu besetzt. Die beiden freuen sich schon auf die große Herausforderung. Für sie ist die Passion Christi mehr als nur eine Geschichte. Um möglichst authentisch zu wirken lassen die jungen Männer bereits jetzt schon ihre Haartracht wachsen.

    Der 24-jährige Tobias Hackenbruch wird wohl der jüngste Jesus-Darsteller in der Geschichte der Riedener Passionsspiele, die bis ins Jahr 1923 zurückreicht. "Für mich ist es eine große Ehre, die Rolle des Jesus zu verkörpern", erzählt der junge Ingenieur, der in einer christlich geprägten Familie aufgewachsen ist und bereits als Diener von Pontius Pilatus bei den Passionsspielen mitwirken durfte.

    Ein Traum geht auch für Claudio Civello-Hackenbruch in Erfüllung. "Bereits als Kind kannte ich den Sprechtext von Jesus ganz genau." Für den 31-Jährigen wird es, wenn sich am Samstag, 4. März 2017, der Vorhang für die Premiere in der Pfarrkirche St. Hubertus öffnet, seine vierte Spielzeit sein.

    Zum dritten Mal wird die 40-jährige Judith Doll und zum zweiten Mal die 45-jährige Alexandra Reuter als Maria, die Mutter von Jesus, auf der mittlerweile 100 Quadratmeter großen Bühne dabei sein. Die Brüder der Maria-Darstellerinnen, Andreas Doll und Sven-Jörg Reuter, machen als Judas-Darsteller mit. Insgesamt werden voraussichtlich rund 250 Mitwirkende vor und hinter den Kulissen an den jeweils rund dreieinhalbstündigen Aufführungen beteiligt sein.

    Die Verantwortlichen erwarten mehr als 9000 Besucher, die aus dem gesamten Bundesgebiet sowie dem benachbarten Ausland anreisen. Die Besucherzahl wird im kommenden Jahr niedriger sein als bei den Aufführungen im Jahr 2011. Seinerzeit konnten mehr als 10.000 Besucher zu den Passionsspielen im 1350 Einwohner zählenden Steinmetz- und Passionsspielort Rieden begrüßt werden.

    Für die geringere Besucherzahl gibt es einen guten Grund, wie Joachim Engel, der Vorsitzende der Laienspielgruppe Rieden, erklärt. "Um unseren Besuchern mehr Komfort und Beinfreiheit zu bieten, werden wir dieses Mal anstelle von 448 nur jeweils 374 Gästen Einlass gewähren können." 324 Besucher werden im Mittelschiff und 50 auf der Empore der Pfarrkirche ihre Plätze einnehmen können. Außerdem wird es im kommenden Jahr keine Zusatzaufführungen geben, kündigte Engel an.

    Für alle Beteiligten steht noch viel Arbeit an, bis schließlich am Ostermontag, 17. April 2017, der letzte Vorhang fällt. Verschiedene Kostüme müssen neu genäht werden. Dafür werden Helfer ebenso noch gesucht wie Sponsoren, die Stoffe, Garn oder Knöpfe beisteuern möchten. Vom 26. bis zum 30. September wird die Bühne aufgebaut und zwischen Weihnachten und Neujahr die Tribüne in der Pfarrkirche. Die Proben werden unmittelbar nach dem Bühnenaufbau beginnen.

    Am Dienstag, 1. September, beginnt der Kartenvorverkauf in der Geschäftsstelle in der Brohltalstraße 44 in Rieden sowie übers Internet per E-Mail an karten@passionsspiele-rieden.de. Die Karten kosten 24 Euro zuzüglich Versandkosten. "Wir werden dieses Mal keine Arrangements mehr anbieten", gab Engel bekannt. Im Jahr 2017 wird erstmals pro verkaufter Eintrittskarte ein Euro je zur Hälfte dem Verein "Herzenssache" des SWR sowie dem Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr gespendet. Ob die Passionsspiele Rieden darüber hinaus weitere Projekte und Einrichtungen unterstützen werden, wird nach Ende der Spielzeit entschieden.

    Mayen-Andernach
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