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    Pellenz: Der neue Sitz der VG beschäftigt die Gemüter

    Plaidt/VG Pellenz/Andernach - Seit Monaten ist klar, dass die Verbandsgemeinde Pellenz ihren Sitz von Andernach nach Plaidt verlegen wird. Schon bald wurde im Ort darüber geredet, auf welchem Gelände der Neubau entstehen soll - und vor allem: was dort sonst passiert. Mit der heutigen Ortsgemeinderatssitzung in Plaidt werden die Absichten öffentlich vorgestellt: Die Verbandsgemeinde plant ihren Neubau auf dem brachliegenden Bimsindustriegelände an der L 117/Friedhofstraße.

    Industriebrache: Ein Investor plant, das drei Hektar große Gelände an der L 117/Friedhofstraße zu erwerben, es zu erschließen und dort einen Rewemarkt zu bauen. Auch der VG-Sitz soll dort entstehen. Die Ortsgemeinde will außerdem mittels Bebauungsplan Flächen für ein Mischgebiet (Wohnen und Gewerbe) ausweisen. 
Foto: Katrin Franzen
    Industriebrache: Ein Investor plant, das drei Hektar große Gelände an der L 117/Friedhofstraße zu erwerben, es zu erschließen und dort einen Rewemarkt zu bauen. Auch der VG-Sitz soll dort entstehen. Die Ortsgemeinde will außerdem mittels Bebauungsplan Flächen für ein Mischgebiet (Wohnen und Gewerbe) ausweisen.
    Foto: Katrin Franzen

    Plaidt/VG Pellenz/Andernach - Seit Monaten ist klar, dass die Verbandsgemeinde Pellenz ihren Sitz von Andernach nach Plaidt verlegen wird. Schon bald wurde im Ort darüber geredet, auf welchem Gelände der Neubau entstehen soll - und vor allem: was dort sonst passiert. Mit der heutigen Ortsgemeinderatssitzung in Plaidt werden die Absichten öffentlich vorgestellt: Die Verbandsgemeinde plant ihren Neubau auf dem brachliegenden Bimsindustriegelände an der L 117/Friedhofstraße. Die ersten offiziellen Schritte werden jetzt eingeleitet: Die Ratsmitglieder werden heute Abend einen bestehenden Bebauungsplanbeschluss aufheben und einen neuen fassen (ab 19 Uhr, Hummerich-Halle, Plaidt). Hinter den Kulissen wurde schon länger an dieser Lösung gearbeitet. Doch nicht alle Plaidter sind zufrieden damit.

    Diese Angelegenheit hat vor allem mit einem Markt zu tun: Ortsbürgermeister Wilhelm Anheier bestätigt auf RZ-Anfrage, dass sich der im Dorfkern ansässige Rewemarkt vergrößern will: von rund 800 auf circa 1500 Quadratmeter. Rewe selbst hat auf eine Anfrage bis Redaktionsschluss nicht reagiert. Ein Investor will den neuen Markt bauen - und will dazu das drei Hektar große Gelände an der L 117/Friedhofstraße von einer Erbengemeinschaft kaufen. Erste Verträge sind geschlossen. Auf diesem Gelände soll dann auch der VG-Sitz entstehen, der rund 4000 Quadratmeter umfassen wird, wie VG-Chef Klaus Bell schätzt.

    Es hätten noch zwei gemeindeeigene Grundstücke in der Friedhofstraße und in der Ortsmitte zur Auswahl gestanden. "Aber dieses hier ist unsere erste Wahl", sagt Bell. Ortsbürgermeister Wilhelm Anheier berichtet, dass der Rest des Geländes an der Friedhofstraße als Mischgebiet ausgewiesen werden soll: für Kleingewerbe, Einzelhandel, Wohnen.

    Während manche Plaidter nur den Umzug des Supermarktes an den Ortsrand bedauern, gehen bei anderen die Alarmglocken an. Einzelhändler sorgen sich, dass die Planung dem Dorfzentrum und den dort ansässigen Gewerbetreibenden schaden könnte. Sie fühlen sich an die Erfahrungen mit dem Baugebiet "Auf Scharbel" am Gottschalksmühlenweg erinnert.

    Rückblick: Der Ortsgemeinderat hatte im Oktober 2009 beschlossen, auf dem 20 000 Quadratmeter großen Gelände ein Nahversorgungszentrum mit Einzelhandelsflächen auszuweisen (die RZ berichtete mehrfach). Die Aktionsgemeinschaft Treffpunkt Plaidt war dagegen Sturm gelaufen, hatte der Verwaltung die Gefahren fürs Dorfzentrum und den Einzelhandel bewusst gemacht. Zudem hatte sich die Familie Daub rechtlich dagegen gewehrt. Denn: Zwei Jahre zuvor hatte man ihr eine Vergrößerung ihrer Gewerbefläche untersagt - und wies nun an anderer Stelle das Zigfache an Gewerbefläche aus. Die Folge schildert Hans-Josef Daub so: "Wir mussten Scharbel kaufen und einen Kreisel bauen." Dieser entstand an der Fraukircherstraße/ L 117. Einige der Flächen stehen leer. Die neuen Pläne der Gemeinde bewertet er kritisch: "Ich sehe das als ganz starke Konkurrenz." Schließlich liegt der Rewemarkt dann ebenfalls an der Landstraße - nur 700 Meter von ihm entfernt. Daub hat vor 58 Jahren mit drei Familienmitgliedern begonnen und beschäftigt mittlerweile 30 Mitarbeiter. Daub hat Angst, dass zwei Vollsortimenter dieser Größe in Plaidt nicht überleben können. "Ich sehe das als Affront gegen uns als Daubs", schildert Hans-Josef Daub.

    Die Bedenken der Einzelhändler und Gewerbetreibenden teilt Ortsbürgermeister Anheier nicht. "Das soll kein Superzentrum werden wie bei Daub." Außerdem ziehe der VG-Sitz zusätzliche Kaufkraft in die Gemeinde. "Die Angestellten gehen doch auch mal in der Mittagspause in den Ort." Anheier betont zudem: "Die Gemeinde ist froh, diese Fläche weiterzuentwickeln." Denn jahrelang tat sich dort nichts. Für das insgesamt fünf Hektar große Gelände zwischen B 256, L 117 und Friedhofstraße gibt es bereits einen Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes (erstmals 2004 entworfen) - der aber nie ausgeführt wurde, wie Ortsbürgermeister Wilhelm Anheier berichtet. Dieser Plan sah ursprünglich ein Mischgebiet (Wohnen und Arbeiten) vor. Nach RZ-Informationen gab es allerdings unklare Verhältnisse und kein Übereinkommen mit den Eigentümern. Dieser Beschluss wird nun aufgehoben und das gesamte Gelände neu überplant.

    Nun ist auf dem Areal allerdings nicht nur der Investor zugange, sondern es gibt auch noch eine Handvoll weiterer Grundstückseigentümer entlang der Morangiser Straße und der B 256. Mit diesen hat die Ortsgemeinde bereits gesprochen. Allerdings werden Stimmen laut, dass sie kaum etwas Konkretes erfahren. Was kostet es, in den Bebauungsplan zu kommen? Wie hoch sind die Erschließungskosten? Wer zahlt die Plankosten? "Das Ganze wird unter der Decke gehalten. Warum muss das jetzt so hoppla hopp gehen?" Es sei überhaupt noch nichts ausdiskutiert, heißt es. VG-Chef Klaus Bell betont: "Wir stehen doch gerade erst am Anfang. Es wird doch jetzt der erste Schritt gemacht." Eine Bürgerbeteiligung wird folgen, so Bell.

    Von unserer Redakteurin Katrin Franzen

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