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    MayenNiemand kann erklären, warum es stinkt: Mayener Trinkwasser riecht nach Chlor

    Es ist eine merkwürdige Geschichte: Das Mayener Trinkwasser riecht aktuell wieder nach Chlor, aber niemand weiß warum. Schon vor einigen Wochen stellten Bürger erstmals einen erhöhten Chlorgeruch beim Duschen fest. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

    Aktuell riecht das Mayener Trinkwasser wieder ordentlich nach Chlor. Gesundheitsschädlich ist das nicht. Die Stadtwerke versichern, dass sie dem Leitungswasser kein zusätzliches Chlor zugesetzt haben.
    Aktuell riecht das Mayener Trinkwasser wieder ordentlich nach Chlor. Gesundheitsschädlich ist das nicht. Die Stadtwerke versichern, dass sie dem Leitungswasser kein zusätzliches Chlor zugesetzt haben.
    Foto: Julian Turek

    Von unserem Mitarbeiter Julian Turek

    Das Wasser sei in letzter Zeit nicht mehr so bekömmlich, rieche merkwürdig und verursache Rückstände im Kochtopf - so lauten jedenfalls die Beschwerden, die die RZ erreicht haben. "Besonders auffällig riecht es am frühen Morgen oder spät abends", sagt beispielsweise der Mayener Carsten Weiner. Wie einige andere Bürger meldete er sich daraufhin bei den Stadtwerken, die für Wasserversorgung verantwortlich sind. Deren Antwort: Aktuell werde dem Mayener Trinkwasser nicht mehr Chlor zugesetzt als sonst, der Chlorgehalt wurde nicht erhöht.

    "Ich kann mir nicht erklären, woran das liegt. Von unserer Seite wurde nicht mehr Chlor hinzugefügt", sagt Heike Schmitz von den Stadtwerken Mayen auf Nachfrage unserer Zeitung. Seit Jahren ist sie für die Wasserversorgung verantwortlich. "Einige Menschen haben uns angerufen, aber ich kann ihnen versichern: Es wurde keine Schutzchlorung im Zuge von Leitungsmaßnahmen vorgenommen", so Schmitz weiter.

    Die Stadtwerke stellen Trinkwasser "von natürlicher Güte" zur Verfügung, heißt es auf deren Internetseite. Neben der Kernstadt Mayen versorgen sie auch die Stadtteile Alzheim, Hausen, Nitztal und Kürrenberg. Darüber hinaus werden Kottenheim und St. Johann mit Wasser gespeist. Neben der Einspeisung aus der Quelle Hinterforst liegt der Schwerpunkt der Trinkwassergewinnung im Vulkangebiet von Weibern und Rieden. Dort speisen der Quellstollen Weibern und die Brunnen in Rieden das Trinkwasser in die nach Mayen führende Transportleitung ein. Diese bildet den "Lebensnerv" der Mayener Wasserversorgung. Durch diese Transportleitung fließen jährlich circa 1,8 bis 2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser.

    "Möglicherweise liegt es an den privaten Hausinstallationen der Eigentümer, aber wir können nichts gegen den einzelnen Chlorgeruch unternehmen", erklärt Schmitz. Dass das Trinkwasser anders schmecke, könne "eigentlich nicht" sein, meint sie weiter. Gesundheitsgefährdend sei das jedenfalls nicht: "Unser Trinkwasser muss strengsten gesundheitlichen Anforderungen genügen."

    Auch das Gesundheitsamt Mayen-Koblenz bestätigt, dass die Bürger nicht beunruhigt sein müssen. "Uns ist nicht bekannt, dass dem Mayener Trinkwasser mehr Chlor zugesetzt wurde. Es gibt keinen Grund zur Sorge", sagt Gerd Neuwirth, Pressesprecher der Kreisverwaltung. Warum das Trinkwasser in Mayen aktuell aber stark nach Chlor riecht, kann auch dort nicht beantwortet werden. Fest steht jedenfalls, dass keine Arbeiten am Wasserleitungsnetz unternommen werden. Das war Anfang Februar der Fall gewesen. Damals hatten die Stadtwerke wegen dieser Arbeiten vorsichtshalber eine Schutzchlorung vorgenommen (die RZ berichtete). Bei der normalen Chlorung baut sich der Chlorzusatz auf dem Weg zum Wasserhahn ab. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einer "Chlorzehrung". Sobald es allerdings größere Temperaturschwankungen im Leitungsnetz gibt, fällt die Zehrung weg - und das Wasser im Bad und in der Küche riecht nach Chlor. Es ist dann aber laut Gesundheitsamt nicht gesundheitsschädlich. "Ich werde das Wasser weiterhin abkochen. Das mache ich so lange, bis es wieder einigermaßen manierlich riecht", sagt Carsten Weiner. Notwendig ist das aber nicht.

    Mayen-Andernach
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