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    Mayen/AndernachMayen/Andernach: Wochenmärkte kämpfen um ihre Kunden

    Wie ist es um die Situation der Wochenmärkte in Mayen und Andernach bestellt? Der Wochenmarkt in Ochtendung musste kürzlich abgesagt werden. Die Händler leben nicht von der netten Atmosphäre, sie leben von zahlungsfähigen Kunden.

    An drei Tagen in der Woche bevölkern die Händler den Mayener Marktplatz.
    An drei Tagen in der Woche bevölkern die Händler den Mayener Marktplatz.
    Foto: Axel Holz

    Von unserem Mitarbeiter Axel Holz

    Mayen/Andernach. Ortsbürgermeisterin Rita Hirsch weint dem Ochtendunger Wochenmarkt noch immer Tränen hinterher. Zwei Jahre lang haben Marktstände den Raiffeisenplatz belebt; Bürger saßen auf Biertischbänken unter Sonnenschirmen, tranken Kaffee und Wein. Doch das schöne Bild hat getrogen. Die Händler leben nicht von der netten Atmosphäre, sie leben von zahlungsfähigen Kunden. Und die hat es in Ochtendung zu wenig gegeben. Daher musste der Wochenmarkt kürzlich aufgegeben werden. Wie ist die Situation in Mayen und Andernach?

    Dienstags, donnerstags und samstags von 7 bis 14 Uhr, samstags, sofern gewünscht, bis 18 Uhr ist in Mayen Markt. Als Lothar Schultheis 1967 geboren wird, ist sein Vater Paul schon Markthändler in Mayen. Der Sohn übernimmt 2004 das Geschäft und führt es bis heute weiter. Die Zahl der Kunden sinkt, die verkauften Mengen werden kleiner - mit dieser knappen Formel beschreibt Schultheis junior das aktuelle Marktgeschehen. Ähnlich äußern sich die anderen befragten Händler.

    Schultheis bedauert auch, dass immer weniger junge Leute bereit sind, um 3.30 Uhr aufzustehen, zum Großmarkt Koblenz zu fahren, um 5 Uhr den Obst- und Gemüse-Marktstand aufbauen sowie kurz darauf den ersten Kunden zu bedienen. Den Händlern fehlt der Nachwuchs.

    Andreas Fuhr verkauft Feinkost. Er macht in Mayen gute Erfahrungen, sieht die Kundschaft dennoch bröckeln. "Wir brauchen Aktionen", fordert er und verweist dabei auf den Bendorfer Wochenmarkt. Dort gebe es Sitzgelegenheiten, alle vier Wochen "Extra-Nummern" oder auch Thementage zur Förderung des Marktes.

    Wolfgang Schmitz findet den Mayener Markt am schönsten in der Region. Er wünscht sich mehr Werbung dafür. Der Grundsatz des Händlers: "Wir versuchen das Beste zu holen, auch wenn es etwas teurer ist."

    Dietmar Thönnis verkauft Backwaren für eine Mehrener Firma, die seit 40 Jahren am Standort Mayen vertreten ist. Dem Platz nahe des Marktbrunnens bescheinigt er Atmosphäre. Aber die Parkmöglichkeiten fehlten, sagt er. Wer schleppe schon gern kiloweise Ware bis zum Auto?

    Die Firma Jünger aus Mayen-Kürrenberg bietet schon seit einem halben Jahrhundert frische Eier an. Mathilde Anheier hat den Stand einst betrieben, ehe sie ihn an ihre Töchter weitergegeben hat. Ihr gefällt nicht, dass die Händler bei größeren Veranstaltungen vom Marktplatz zum neuen Rathaus wechseln müssen.

    Obst, Gemüse, Fisch, Blumen, Honig, Geflügel, Marmelade und Gewürze - samstags, 8 bis 13 Uhr, werden diese auf dem Andernacher Marktplatz angeboten.

    Stephan Odinius verkauft frisches Fleisch. Schon die Mutter hat das getan; er tut es im 35. Jahr. Er lobt das Andernacher Publikum, bedauert aber rückläufige Kundschaftszahl. Wie viele einer Kollegen in Mayen und Andernach stellt er fest, dass die Kunden zwar Qualität kaufen wollen, aber den entsprechenden Preis nicht zahlen wollen oder können.

    Alexander Neudeck kommt seit zehn Jahren nach Andernach. Es werde insgesamt weniger verkauft, obwohl viele Kunden mehr Obst und Gemüse kaufen würden - sofern sie es sich leisten könnten, berichtet er. Den Marktstandort Andernach findet er gut. Er kennt sich aus, weil er noch vier weitere Märkte anfährt.

    Jaqueline Simon bietet griechische Spezialitäten an. Und sie bemerkt eine leise Trendwende in der Markthändlerbranche hin zum Positiven: "Es fängt jetzt wieder an, aber sehr langsam."

    Mayen will Angebot erweitern

    Horst Krämer und Heiner Thelen von der Stadtverwaltung May-en beobachten das Marktgeschehen seit Jahren aus der Nähe. Künftig soll der Wochenmarkt nur noch dreimal im Jahr ans neue Rathaus verlegt werden. Der Wochenmarkt ist seit Kurzem in die vier Krammärkte integriert, also in den Halbfasten-, den Laurentius-, den Lukas- und den Nikolausmarkt. Beide sind aktuell dabei, neue Wochenmarkthändler zu suchen, die das Angebot erweitern. Für zusätzliche Aktionen zur Attraktivitätssteigerung - zum Beispiel Musikgruppen - fehle der Stadt das Geld. axe

    Mayen-Andernach
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