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    Kreis MYKKreis MYK: Mehr als 4500 Hunde leben in der Region

    Gut 4500 Hunde spazieren zwischen Andernach, Mayen und den Verbandsgemeinden Mendig, Pellenz, Maifeld und Vordereifel umher. Im ganzen Landkreis Mayen-Koblenz sind es knapp mehr als 10 000. Wer sich einen treuen Freund zulegt, muss ihn bei der zuständigen Verwaltung auch anmelden - und Steuern zahlen.

    Auch für den fünfjährigen Fino aus Mayen muss dessen Frauchen Hundesteuer zahlen.
    Auch für den fünfjährigen Fino aus Mayen muss dessen Frauchen Hundesteuer zahlen.
    Foto: Andreas Walz

    Von unserer Reporterin Agatha Mazur

    Mittlerweile gibt es kaum Kommunen, die sie nicht erheben. Ob und wie hoch die Steuer ist, entscheidet jede Ortsgemeinde selbst - so kann es unterschiedliche Steuersätze in ein und derselben Verbandsgemeinde geben. Wie in der VG Mendig: Während Waldi in Bell, Thür, Rieden und Volkesfeld seinen Besitzer 36 Euro im Jahr kostet, muss dieser in der Stadt Mendig 48 Euro für ihn auf den Tisch legen.

    Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer, der Ertrag fließt - wie beispielsweise die Gewerbesteuer - in den kommunalen Haushalt ein. Sie ist wie alle anderen Steuern nicht zweckgebunden: Es ist also nicht so, dass das Geld genutzt wird, um beispielsweise die Straßen von den Hinterlassenschaften der Hunde zu reinigen - wofür im Übrigen jeder Hundebesitzer selbst verantwortlich ist. Die Hundesteuer wird bei klammen Kommunen schon mal gerne dazu genutzt, beim Stopfen des Haushaltslochs zu helfen. In Kruft zwangen die schlechte Haushaltslage und der Schuldenberg den Ortsgemeinderat Anfang des Jahres, die Gebühr anzuheben: Für den ersten Hund werden jetzt 65 statt wie bisher 54 Euro fällig, der zweite kostet 120 statt 90 Euro. "Die Hundesteuer für den ersten Hund haben wir bewusst niedriger gelassen", betonte Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel damals auf Anfrage der RZ. Denn alleinstehende und einsame Menschen sollten sich ihren Hund als Lebensgefährten noch leisten können.

    Eine noch größere Erhöhung gab es in Mayen: Hier stieg der Betrag von 61 Euro auf 90 Euro - eine Erhöhung um fast 50 Prozent. Mayen ist damit einsamer Spitzenreiter im Kreis, allerdings dicht gefolgt von Bendorf. Die Stadt am Rhein lässt sich den ersten angemeldeten Hund 84 Euro kosten. Im Vergleich zu Koblenz ist das aber noch verhältnismäßig günstig. Dort werden für den ersten Hund 108 Euro, für den zweiten 144 Euro und für jeden weiteren 192 Euro fällig.

    Im Altkreis Mayen spült die Hundesteuer insgesamt ungefähr 346 000 Euro in die Kassen der Gemeinden. Im gesamten Kreis sind es etwas mehr als 700 000 Euro. Doch nicht jeder Vierbeiner kostet gleich viel. Wer damit liebäugelt, sich einen Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier oder einen Staffordshire Bullterrier anzuschaffen, muss tiefer in die Tasche greifen: Diese Rassen gelten (in Rheinland-Pfalz) als gefährlich und werden noch mal deutlich stärker besteuert als alle übrigen Hundearten. Wer sich einen vierbeinigen Gefährten angeschafft hat, muss fix sein und ihn innerhalb von 14 Tagen bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung anmelden. Wer das nicht tut, hat eine Ordnungswidrigkeit begangen und kann mit einer Geldbuße von bis zu 10 000 Euro bestraft werden.

    Ist die Hundesteuer ungerecht?

    Viele europäische Länder wie England, Frankreich, und Schweden haben die Hundesteuer mittlerweile abgeschafft. Neben Deutschland erhebt Österreich noch die "Luxussteuer", wie sie früher genannt wurde: Der Begriff stammt aus preußischen Zeiten, dort wurde die Hundesteuer als Luxussteuer Anfang des 19. Jahrhunderts eingeführt. Kritiker fragen sich, warum nur die Hundehaltung besteuert wird, andere Tierrassen wie Pferde oder Meerschweinchen aber nicht darunterfallen. Ein Rechtsanwalt aus Niedersachsen klagt sogar vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen die Hundesteuer, die er laut einem Interview in der Welt als "unethisch" ansieht. aga

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