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    Kreis Mayen-KoblenzKandidatenporträt Wahlkreis 11: Freie Wähler treten mit Katja Büchner an

    Die heiße Phase des Landtagswahlkampfs hat begonnen. Die RZ Mayen-Koblenz stellt nach und nach die Kandidaten vor, die in den Wahlkreisen antreten. Heute: Katja Büchner von der FWG Andernach, die für die Freien Wähler im Wahlkreis 11, antritt.

    Vor dem 4-Generationen-Haus möchte Katja Büchner fotografiert werden. Für sie eine Projektart, für die es eine Förderung geben müsste. Foto: Stock
    Vor dem 4-Generationen-Haus möchte Katja Büchner fotografiert werden. Für sie eine Projektart, für die es eine Förderung geben müsste.
    Foto: Stock

    Von unserer Redakteurin Yvonne Stock

    Andernach. Wenn Katja Büchner auf der Straße unterwegs ist, dann kommt sie nur langsam vorwärts. Das Vorstandsmitglied der Freien Wählergruppe (FWG) Andernach, die für die Freien Wähler als Direktkandidatin antritt, will wissen, was die Menschen bewegt und spricht jeden direkt an. "Alles wird überschattet von der Flüchtlingsdebatte", sagt die 38-Jährige, die die Patenschaft für eine syrische Familie übernommen und den Verein Flüchtlingshilfe Andernach mitbegründet hat.

    Die Mutter der syrischen Familie sei Lehrerin gewesen. Büchner kritisiert die aus ihrer Sicht zu hohe Hürde, dass solche Flüchtlinge zunächst auf dem hohen C-Level Deutsch sprechen müssen, bevor sie als Lehrer an einer Schule arbeiten und bei der Integration der Flüchtlingskinder helfen dürfen.

    Bildungspolitik sei ein Thema, das viele Eltern bewegt, hat die Landtagskandidatin festgestellt, die auch im Stadtelternausschuss aktiv ist. "Mit mir wird es keine Kita-Gebühren geben. Ich bin für Chancengleichheit." Sie fordert, mit den durch das Elterngeld frei gewordenen Mitteln die Qualität der Betreuung zu verbessern. Büchner hat als gebürtige Ostdeutsche mit einem Jahr den Kindergarten besucht. 2004 zog sie in den Westen, weil sie bei der Bundeswehr in Mayen ihr Medienwissen aus dem Studium und eine sportliche Tätigkeit verbinden kann. Zweimal war die Soldatentochter in Afghanistan.

    Die zweifache Mutter arbeitet Vollzeit und ist auf eine Ganztagsbetreuung für ihren Sohn angewiesen, wenn der im Sommer in die Schule kommt. Sie kritisiert das System als zu starr: An- und Abmeldungen müssten häufiger möglich sein, genau wie ein früheres Abholen bei Bedarf. Mehr Lehrer seien nötig, um individueller zu fördern. "Man muss woanders sparen", sagt Büchner. Prestigeobjekten, die viel Steuergeld kosten, wie eine Bundesgartenschau, würde sie nicht zustimmen.

    RZ-Wahlfragebogen: Katja Büchner antwortet

    Immer wenn es um die Finanzierung ihrer Ideen geht, muss Büchner nachdenken. Auswendig gelernte Phrasen und das Eindreschen auf Projekte des politischen Gegners sind nicht ihr Stil. In die Politik und ihre aktuelle Rolle als Kandidatin sei sie "irgendwie so reingerutscht", erzählt Büchner.

    Als auf ihre Anregung hin in ihrer Straße ein Spender mit Hundekotbeuteln aufgestellt wurde, hatte sie das Gefühl: "Du kannst deine Umwelt ändern." Als sie dann von ihrem Willen, sich politisch zu engagieren, dem Ortsvorsteher von Namedy, Hartmut Dressel (FWG), erzählt habe, habe der "nicht mehr locker gelassen." Seit 2011 ist sie im Vorstand der Wählergruppe - bewusst in keiner Partei: "Ich bilde mir gerne selbst eine Meinung." Da aber Vereine nicht zur Landtagswahl antreten düfen, haben Mitglieder von rheinland-pfälzischen Freien Wählergruppen die Partei der Freien Wähler gegründet, für die Büchner antritt.

    Natürlich ist auch Büchner klar, dass ihre Chance, das Direktmandat zu gewinnen, gen Null geht. Sie steht nicht einmal auf der Landesliste, weil sie zu spät dran war. "Wer es nicht versucht, hat schon verloren", meint Büchner. Und sie spekuliert darauf, dass sie mit ihrer Kandidatur bekannter wird: "Ich möchte in den Stadtrat."

    Für das Foto hat sich die Kandidatin das Vier-Generationenhaus ausgesucht. "Warum gibt es für so etwas keine Landesförderung?", fragt sie. Strategien im Umgang mit dem demografischen Wandel zu entwickeln, sind ihr ein großes Anliegen. Dazu gehört für sie auch eine bessere Mobilität. Dass in Nickenich sonntags kein Bus mehr fährt und dass Jugendliche abends mit dem Bus nicht zu Konzerten ins Andernacher Jugendzentrum kommen, ist für sie ein Unding.

    Für die Polizisten fordert Büchner Entlastung. "Ihr Überstundenkontingent ist schwindelerregend." Auf die Frage, wo das Geld für mehr Beamte herkommen soll, macht sie zwei für Wahlkampfzeiten untypische Vorschläge: "Wenn wir Sicherheit wollen, dann müssen wir dafür gemeinschaftlich aufkommen." Da nimmt sie Politiker nicht aus: "Die Diätenerhöhungen kann man aussetzen." Und die Bundesligavereine sollten bei ihren Spielen auf private Sicherheitskräfte statt auf vom Staat bezahlte Polizisten zurückgreifen.

    Kandidatenporträt Wahlkreis 12: Stefan Scheer tritt für die Freien Wähler anKandidatenporträt Wahlkreis 11: Uwe Junge tritt für die AfD anKandidatenporträt Wahlkreis 11: Alfred Nett tritt für die FDP anKandidatenporträt Wahlkreis 11: Natascha Lentes tritt für die Grünen anKandidatenporträt Wahlkreis 12: Martina Luig-Kaspari tritt für SPD anweitere Links
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