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  • Jugendliche entwerfen Dorf der Zukunft

    Ochtendung. Das Bundestreffen der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) ist sehr erfolgreich angelaufen. Wie angekündigt haben sich mehr als 1000 Jugendliche in Ochtendung eingefunden, darunter 100 Heranwachsende aus Frankreich, Kenia, Brasilien, Bolivien und Indien."Wir sind sehr zufrieden, die Stimmung ist prächtig", zieht KLJB-Bundesvorsitzender Wolfgang Ehrenlechner ein erstes Fazit.

    Ochtendung - Das Bundestreffen der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) ist sehr erfolgreich angelaufen. Wie angekündigt haben sich mehr als 1000 Jugendliche in Ochtendung eingefunden, darunter 100 Heranwachsende aus Frankreich, Kenia, Brasilien, Bolivien und Indien."Wir sind sehr zufrieden, die Stimmung ist prächtig", zieht KLJB-Bundesvorsitzender Wolfgang Ehrenlechner ein erstes Fazit.

    Doch das Bundestreffen mit dem Motto "myland, mydorf, maifeld" ist keine reine Spaßveranstaltung, die Jugendlichen diskutieren außerdem bis Sonntag darüber, welche Perspektive der ländliche Raum hat und wie die Dörfer der Zukunft gestaltet sein müssen, damit sie darin leben können.

    "Es ist spannend zu erfahren, welche Vorstellungen Gleichaltrige haben, die aus einem ähnlichen Lebensumfeld kommen und meine Interessen teilen", sagt der 26-jährige Martin Herkenhoff aus Ibbenbüren bei Münster. Gemeinsam entwickeln die Jugendlichen Ideen und Konzepte - oft auch spielerisch.

    Zwischen sanften Hügeln, saftigen Wiesen und fruchtbaren Feldern liegt das 990-Seelendorf Bohnen. Seine Einwohner haben einen sonderbaren Humor, denn in jedem Straßennamen verbirgt sich das Wort Bohne: Springbohnenstraße, Strauchbohnenallee oder Filetbohnenweg. In dem Dorf tollen Kinder auf der Straße, im Zentrum liegt eine Kindertagesstätte. Der Strom kommt vom nahegelegegen Windpark. Die Bewohner setzen auf erneuerbare Energien und haben sich bewusst gegen ein Kohlekraftwerk entschieden. Es wird aber schwer, Bohnen auf der Landkarte zu finden, denn es ist ein fiktiver Ort. Elisabeth Lemberg (19) und Dominik Ilnauer (16) aus Teisendorf im Bertesgadener Land, Stephan Volkmer (22) aus Heudorf bei Biberach und Martina Neuner (21) aus Großschafhausen bei Biberach haben sich das Dorf bei der Aktion "Planspiel Land" ausgedacht. Es existiert ausschließlich als Bild auf einem großen Stück Papier. "Die Jugendlichen erschaffen einen Ort nach ihren Vorstellung. So finden wir indirekt heraus, auf welche Aspekte sie Wert legen", erläutert Dominik Duballa, Referent für Ökologie bei der KLJB.

    Die Ergebnisse fließen in einen Antrag mit ein, der im kommenden Februar auf der Bundesversammlung der KLJB diskutiert wird. Darin steht, was die Politiker verändern sollten, damit sich die Jugendlichen im ländlichen Raum wohl fühlen. "Es ist eine einmalige Chance, dass wir gemeinsam als Sprachrohr auftreten können und die Möglichkeit haben, unsere Interessen zu vertreten", sagt die 24-jährige Sabine Schmiededer aus Wurmannsquick bei Passau.

    In der Zwischenzeit bilden zehn Jugendliche in der Turnhalle der Sankt Martin Grundschule einen Kreis. Sie reden miteinander, doch man versteht sie nicht. Die Worte klingen nach einer abstrusen Mischung aus den Fantasiesprachen Elbisch (aus dem Film "Der Herr der Ringe") und Klingonisch ("Star Trek"). Es ist Dschilenisch, eine Sprache, die Helga Schuster, Leiterin der Aktion "Improtheater Landleben", erfunden hat und die zu einer Schauspielübung gehört. Die Jugendlichen sagen ihrem Nachbarn etwas auf Dschilenisch und dieser muss es ins Deutsche übersetzen.

    Bewaffnet mit einem Aufnahmengerät gehen sieben Jugendliche in Ochtendung auf Stimmenfang. Sie haben einen Tag Zeit, eine Radiosendung zu produzieren. Beim Abendessen wird sie in der Kulturhalle ausgestrahlt und später ins Internet gestellt. "So kann sich jeder informieren, was gerade auf dem Bundestreffen geschieht", erklärt Mediendozent Frank Hartung, Leiter des Radios "mystgehört". Das Team interviewt andere Teilnehmer des KLJB. Einer der Reporter ist der 25-jährige Richard Wegele aus Munder bei Freising. Warum er am Bundestreffen teilnimmt? Weil er das Konzept lebt. "Die Dörfer müssen ihre Infrastruktur ausbauen und mehr Freizeitangebote für Jugendliche schaffen, ansonsten flüchten sie in die Städte."

    Von unserem Reporter Christian Weihrauch

    Ochtendung: Spaß und Ernst vereint beim Bundestreffen der KLJB
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

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