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    EttringenGutachten zur Grube 100 in Ettringen: Abbau ist zu laut

    Die Ettringer Bürgerinitiative gegen die Grube 100 fühlt sich in ihrer Kritik bestärkt: Ein Lärmschutzgutachten sagt aus, dass der Abbau auch vor der geplanten Erweiterung schon zu laut ist.

    Der Abbau der Firma Caspar in Ettringen verursacht so viel Lärm, dass im Wohngebiet nahe dem Betriebsgelände Grenzwerte überschritten werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten. Das Landesamt für Bergbau und Geologie verlangt nun einen Maßnahmenkatalog.
    Der Abbau der Firma Caspar in Ettringen verursacht so viel Lärm, dass im Wohngebiet nahe dem Betriebsgelände Grenzwerte überschritten werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten. Das Landesamt für Bergbau und Geologie verlangt nun einen Maßnahmenkatalog.
    Foto: Andreas Walz

    Die Ettringer Bürgerinitiative (BI) gegen die Grube 100 fühlt sich in ihrer Kritik bestärkt: Ein Lärmschutzgutachten sagt aus, dass der Abbau der Firma Caspar auch vor der geplanten Erweiterung schon zu laut ist. Das Landesamt für Bergbau und Geologie (LBG) hat das Unternehmen daher nun aufgefordert, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

    Wie Geologiedirektor Dr. Thomas Dreher vom LBG auf Nachfrage der Rhein-Zeitung bestätigte, kommt ein beauftragter Sachverständiger zu dem Ergebnis, dass es in Teilen der Wohnbebauung zu erheblichen Überschreitungen der Lärmschutzgrenzwerte kommt. Erlaubt sind in Wohngebieten tagsüber 55 Dezibel, in Mischgebieten mit Wohnhäusern und Gewerbe bis zu 60 Dezibel. Diese Grenzwerte wurden laut dem Landesamt zum Teil zwischen 1 und 9 Dezibel überschritten. Im Gutachten heißt es daher, dass seitens der Firma Caspar "schallmindernde Maßnahmen erforderlich" sind.

    Die Messungen wurden laut Gutachten an zwei Tagen vorgenommen, einmal im Juli und einmal im August. Dabei wurden an neun Stellen an der Wohnbebauung die Lärmemissionen erfasst. Wie Dreher erklärt, wurde der Auftrag zum Lärmschutzgutachten schon vor etwa einem Jahr erteilt. Allerdings hatte sich die Messung mehrfach verzögert. Der Grund: Nach Angaben des Landesamts wollte das Ingenieurbüro eine Wetterlage mit der Windrichtung Süd-Ost abwarten, also wenn der Wind zu den Wohnhäusern weht. Gemessen werden sollte nämlich unter Umständen, die es begünstigen, dass der Schall die Wohnhäuser erreicht. Ursprünglich sollte das Gutachten bereits Ende August vorliegen. Diese Frist wurde dann jedoch verlängert. Der neue Hauptbetriebsplan gilt allerdings schon seit Anfang Juli.

    Bis Dienstag kommender Woche soll die Firma Caspar nun einen Maßnahmenkatalog vorlegen. Darin soll sie Schritte darlegen, wie der Lärm reduziert werden kann. Das wolle das Unternehmen tun, versprach Udo Caspar von der Geschäftsleitung gegenüber der RZ. "Mit dem Büro des Sachverständigen werden nun Vorschläge erarbeitet." Wie diese Maßnahmen konkret aussehen werden, könne er zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen: "Das ist noch in Arbeit."

    Weniger aufwendige Schritte sollen nach der Forderung des Landesamts sofort umgesetzt werden. Als Beispiele nannte Dreher das Reduzieren der Einsatzzeiten lauter Maschinen. Nötig sind allerdings auch Baumaßnahmen, die Zeit in Anspruch nehmen, zum Beispiel das sogenannte Einhausen von Anlagen wie den Hochsilos, von Vor- und Nachbrechern. Außerdem kommt das Gutachten zu dem Ergebnis, dass ein Lärmschutzwall errichtet werden soll, wenn ab 2014 auch im Erweiterungsbereich Basaltlava abgebaut wird. Die Rede ist von einem 300 Meter langen Wall Richtung Beller Berg parallel zur Keutelstraße. Wenn die Maßnahmen umgesetzt sind, soll ein weiteres Gutachten überprüfen, ob der gewünschte Erfolg erreicht wurde. Falls nicht, wären weitere Nachbesserungen erforderlich, erklärte Dreher.

    Das Gutachten ist inzwischen auch der Gemeinde zugegangen. Es zeige, dass vor allem der Bereich In den Wiesen durch Lärm beeinträchtigt ist, sagte Martin Winniger, Erster Beigeordneter von Ettringen. Dabei sei aber zu bedenken, dass nahe der Werksausfahrt der Firma auch ein Handwerksbetrieb Krach verursache. Außerdem weist Winniger darauf hin, dass es zwar in manchen Straßenzügen zu laut ist, in anderen Teilen der Wohnbebauung der Grenzwert aber eingehalten wird. Ob es künftig überall leiser ist, soll mit einem mobilen und zwei festen Messgeräten regelmäßig erfasst werden. Winniger betont, dass zusammen mit der BI schon viel erreicht worden sei, um die Beeinträchtigungen der Anwohner durch den Abbau zu verringern. Allerdings habe die Gemeinde selbst kein Einspruchsrecht und keine juristische Handhabe gegen die Erweiterung.

    Auf Grundlage eigener Messungen wirft die BI der Firma Caspar schon seit Längerem vor, zu viel Lärm zu verursachen. Sie ist der Meinung, dass die Forderung nach Gegenmaßnahmen nun mit Nachdruck verfolgt werden muss. "Die bisher erstellten Maßnahmen zur Lärmreduzierung haben in keiner Weise dazu beigetragen, die Situation für die betroffenen Bürger erträglicher zu machen", heißt es in einer Pressemitteilung.

    Anne Fuhrmann

    Mayen-Andernach
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