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    EttringenGrube 100: Gutachten bewertet Abbau als „gefahrlos“

    Von den Sprengungen in der Grube 100 geht keine Gefahr für die Ettringer aus, wenn die ausführende Firma Caspar sich an gewisse Vorgaben hält: Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das nun Orts- und Verbandsgemeinde sowie der Bürgerinitiative (BI) 100 vorliegt. Die Bürgerbewegung engagiert sich gegen die Pläne des Unternehmens, das sein Abbaugebiet erweitern will, das dann näher an die Wohnhäuser heranrücken würde. Sie sieht weiterhin offene Fragen.

    Blick in den Tagebau in Ettringen: Ein Gutachten geht nun davon aus, dass unter bestimmten Vorgaben der Abbau gefahrlos möglich ist.
    Blick in den Tagebau in Ettringen: Ein Gutachten geht nun davon aus, dass unter bestimmten Vorgaben der Abbau gefahrlos möglich ist.
    Foto: Andreas Walz

    Ettringen - Von den Sprengungen in der Grube 100 geht keine Gefahr für die Ettringer aus, wenn die ausführende Firma Caspar sich an gewisse Vorgaben hält: Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das nun Orts- und Verbandsgemeinde sowie der Bürgerinitiative (BI) 100 vorliegt. Die Bürgerbewegung engagiert sich gegen die Pläne des Unternehmens, das sein Abbaugebiet erweitern will, das dann näher an die Wohnhäuser heranrücken würde. Sie sieht weiterhin offene Fragen.

    Die Untersuchung hat ein unabhängiger Gutachter durchgeführt. Dafür wurden an verschiedenen Standorten Messgeräte aufgestellt. Durch diese Daten kommt der Gutachter zu dem Schluss, dass bei sorgfältiger Sprengarbeit „eine Gefahr durch gefährlich weiten Steinflug ausgeschlossen ist“. Eine Erschütterungsprognose und ein Vergleich der Prognose mit messtechnisch ermittelten Werten hätten gezeigt, dass bei den angegebenen Sprenglademengen „Anhaltswerte in der benachbarten Bebauung eingehalten und unterschritten werden“. Wörtlich heißt es in dem Gutachten weiter: „Bei den prognostizierten Sprengerschütterungen können nach menschlichem Ermessen und den bisherigen Erfahrungen keine Schäden an der benachbarten Bebauung verursacht werden.“ Das gelte auch für den erweiterten Bereich. Eine wesentliche Belästigung gebe es für die Ettringer durch die Grube nicht. Allerdings weist das Gutachten darauf hin, dass die Erschütterungen bei den Anwohnern sehr wohl „deutlich spürbar“ seien.

    Grundsätzlich seien die Emissionsgrenzwerte bei den Messungen nicht überschritten worden, erklären Geologiedirektor Dr. Thomas Dreher und Bergamtsrat Matthias Schubert vom zuständigen Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz. Nach den Empfehlungen, die das Gutachten macht, seien Sprengarbeiten zulässig, auch wenn das Abbaugebiet näher an die Wohnhäuser heranrückt. Die Bergbaufachleute betonen, dass der Gutachter von den ungünstigsten Szenarien ausgegangen sei. Über Dauermessstellen werde das Amt künftig weitere Daten erhalten. Noch sei allerdings unklar, ob ein für die Erweiterung notwendiger Sonderbetriebsplan vom Bergamt genehmigt wird und, wenn ja, unter welchen Auflagen.

    Vor einer solchen Entscheidung sollen die Träger öffentlicher Belange gehört werden. Konkret werden die Gemeinde Ettringen und die Verbandsgemeinde Vordereifel zur Stellungnahme aufgefordert. Dafür haben sie bis Ende der Woche Zeit. Von dieser Möglichkeit will VG-Bürgermeister Gerd Heilmann Gebrauch machen. Im Gespräch mit der RZ wiederholte er die Forderung des VG-Rats an das Bergamt, dass von einem Abbau weder Gefahr für das Eigentum der Anwohner noch für deren Leib und Leben ausgehen darf. Das sei laut Gutachten nicht zu erwarten. „Wir wollen aber nun nachfragen, ob auch Sprengungen mit weniger als 100 Meter Abstand zur Bebauung zulässig sind“, sagt Heilmann. Das gehe nämlich aus dem Gutachten nicht direkt hervor.

    Auch für die BI gibt es noch Klärungsbedarf. „Nach dem Gutachten stellen sich für uns mehr Fragen als vorher“, sagt BI-Sprecher Udo Rüffer. Auch Michael Lohr, Vorsitzender der BI, meint: „Es sieht so aus, als wäre es Auslegungssache.“ Die beiden halten es für bedenklich, dass in dem Gutachten kein Mindestabstand zu den Anwohnern vorgegeben wird, sondern lediglich Empfehlungen für die Lademengen in Relation zu den Abständen gemacht werden. Sorge der BI ist nun, dass sich das Tagebau-Unternehmen nicht an diese Vorgaben hält. Auch die Aussagekraft der Daten wird von der BI angezweifelt. „Die Firma hatte Kenntnis von den Messterminen“, erläutert Lohr. Daher seien die Sprengungen zu diesen Zeitpunkten nicht so intensiv wie zu anderen gewesen. Die BI will die Erweiterung deshalb weiterhin verhindern und mit eigenen Messungen nun selbst objektive Daten sammeln. Die Firma Caspar hatte auf RZ-Nachfrage erklärt, dass alle gesetzlichen Grenzwerte eingehalten würden. Anne Fuhrmann

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