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    Maifeld/PellenzErnte 2015: Ein Spitzenertrag auf dem Maifeld und der Pellenz ist nicht zu erwarten

    Die Landwirte auf dem Maifeld und der Pellenz haben die kurze "Sommerpause" der vergangenen Tage genutzt, um die abgeernteten Felder zu grubbern, das heißt, den Boden zu lockern und zu krümeln, ohne diesen zu wenden und für die künftige Saat vorzubereiten. Die Trockenheit der vergangenen Wochen führte zu unterschiedlichsten Ergebnissen in den Beständen.

    Die Erntepause aufgrund des Regens der vergangenen Tage haben die Landwirte genutzt, um ihre abgeernteten Felder zu grubbern, das heißt, den Boden aufzulockern. Tobias Fuchs, der Kreisvorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes, rechnet in diesem Jahr nicht mit einem Spitzenertrag. Trotz der Trockenheit kämen die Landwirte in der Region aber besser weg, als zunächst befürchtet.
    Die Erntepause aufgrund des Regens der vergangenen Tage haben die Landwirte genutzt, um ihre abgeernteten Felder zu grubbern, das heißt, den Boden aufzulockern. Tobias Fuchs, der Kreisvorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes, rechnet in diesem Jahr nicht mit einem Spitzenertrag. Trotz der Trockenheit kämen die Landwirte in der Region aber besser weg, als zunächst befürchtet.
    Foto: Heinz Israel

    Von unserem Mitarbeiter Heinz Israel

    "In extremen Jahren zeigen sich die Bodenunterschiede besonders", erklärt Tobias Fuchs, der Kreisvorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes. "Wir hatten eine extreme Trockenheit, aber dort, wo die Böden ein vernünftiges Wasserspeicherverhalten hatten, da haben die Früchte durchgehalten, egal ob es nun Gerste, Weizen oder Roggen war." In diesen Bereichen seien noch gute Erträge zu erwarten. Dort, wo das nicht der Fall war, müsse mit Einbußen von bis zu 25 Prozent gerechnet werden. In den Jahren, in denen es ausreichend regne, spiele die Bodenbeschaffenheit eine eher untergeordnete Rolle.

    Doch die extreme Trockenheit brachte noch ganz unerwartete Dinge zutage, wie Tobias Fuchs vom Schlepper aus beobachten kann. "Man sieht wirklich alles aus vergangenen Jahrzehnten", begeistert sich der junge Landwirt aus Kehrig: Die alten Wege der Urahnen, verlassene Hofstellen und Drainagen, die sich wie Fischgrätmuster in der Frucht abbilden - das alles komme dann zum Vorschein.Dort, wo ehemals Feldwege verliefen, fällt der Getreidebestand nämlich deutlich niedriger aus. Die unterschiedlichen Bodenverhältnisse in der Region sind auch dafür verantwortlich, dass das Getreide sehr unterschiedlich reifte. "Nach dem Einfahren der Wintergerste gab es ein paar Tage, wo man gezielt in den übrigen Fruchtarten suchen musste, was ist reif und was noch nicht", erinnert sich Fuchs. Trotz des hervorragenden sonnigen Wetters konnten nicht alle Schläge gemäht werden. Das gilt besonders für die Pellenz, wo der Raps deutlich später gedroschen werden konnte.

    Fuchs freute sich aber auch über eine kleine Erntepause. Denn so konnte er das Dreschen der Erbsen dazwischenschieben. Heute sei allerdings fast alles reif, was stehe. "Vorausgesetzt, das Wetter stimmt, können wir jetzt Tag und Nacht rödeln", so Tobias Fuchs.

    Sein Fazit: "Im Gesamten gesehen wird es in diesem Jahr kein Spitzenertrag. Aber trotz der extremen trockenen Verhältnisse kommen wir noch besser weg als anfangs befürchtet." Heinz Israel

    Die Erbsen, die Landwirte und die Mühen mit der Bürokratie

    Kreisbauernchef Tobias Fuchs
    Kreisbauernchef Tobias Fuchs
    Foto: Heinz Israel

    "Meine Erbsen haben sich in diesem Jahr nicht an die Vorgaben der Brüsseler Bürokraten gehalten", scherzt Tobias Fuchs. "Sie waren schon vor dem 1. August reif." Viele seiner Berufskollegen hätten Erbsen angebaut, um sogenannte Greening-Anforderungen zu erfüllen. Diese müssen alle Landwirte erfüllen, die die EU-Direktzahlungen (Basisprämien) beantragen. Dazu gehören die Fruchtartenvielfalt der Ackerflächen, der Erhalt von Dauergrünland und eine Bewirtschaftung von mindestens fünf Prozent der Ackerflächen mit besonderem Umweltnutzen. Nach der Brüsseler Vorgabe dürfen die Erbsen erst ab dem 1. August gemäht werden, sagt Fuchs. Würden die Landwirte aber so lange warten, gingen sie ein großes Risiko ein. Denn es handele sich um eine hochempfindliche Kultur, die durch Unwetter arg geschädigt werde und danach nur noch mit großen Problemen und Verlusten geerntet werden könne. Also war eine entsprechende Meldung mit Begründung an die Kreisverwaltung abzugeben. Ähnlich verhält es sich auch mit den Sonnenblumen, die heimische Landwirte gerne entlang ihrer Maisbestände pflanzten. "Das erfreut nicht nur die Menschen, sondern kommt auch Nützlingen wie Schmetterlingen, Bienen und Vögeln zugute", weiß Tobias Fuchs. Doch beim Pflanzen von zwei Kulturen in einem Schlag ergebe sich ein Problem mit den Fördermaßnahmen, weil Sonnenblumen hierbei nicht anerkannt würden. Würde man stattdessen einen Blühstreifen anlegen, müsse dabei eine bestimmte Breite eingehalten werden. Das sei schwierig und führe dazu, dass die Landwirte ganz darauf verzichteten. "Die Programme für die Blüh- und Randstreifen sind einfach zu kompliziert gestrickt", ärgert sich der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes.

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