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    Kreis MYKDie Jagd wird jünger und weiblicher: Geringere Durchfallquote bei den Prüfungen

    Wohlhabend, männlich, leicht korpulent und Ende 60 - so sieht der Jäger nach landläufiger Vorstellung aus. Doch dieses Bild hat mit der Realität längst nichts mehr zu tun. Die Jagd wird jünger und weiblicher. Auch in unserer Region.18 125 Mitglieder zählt der Landesjagdverband (LJV) Rheinland-Pfalz, etwa 700 kommen jedes Jahr neu hinzu. 8,24 Prozent aller Jäger im Land sind Frauen, davon mehr als die Hälfte im Alter zwischen 16 und 49 Jahren, weiß Günther D. Klein, der Pressereferent des Landesjagdverbandes. Und: Jedes Jahr machen mehr als 100 Frauen den Jagdschein.

    Immer mehr Frauen gehen in die Jägerschaft.
    Immer mehr Frauen gehen in die Jägerschaft.
    Foto: Elvira Bell

    Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

    Mehr junge Frauen, die das Waidwerk ausüben - auch für die Jägerschaft im Landkreis ist dies sehr erfreulich. "In unserer Kreisgruppe Mayen-Koblenz gibt es keine Vorbehalte gegen Frauen auf der Jagd", sagt Walter Kemp. Der Vorsitzende der Kreisgruppe MYK im Landesjagdverband ergänzt: "Die Frauen scheinen zwar etwas zurückhaltender zu jagen als Männer, sind aber oftmals sehr engagiert und durchweg verlässlich. Mit einer solch hohen Quote von Prüfungsanwärterinnen hätte vor Jahren kaum jemand gerechnet. Ich freue mich über die Entwicklung."

    Kemp hat folgenden Grund für den höheren Frauenanteil als auch für das allgemein gestiegene Interesse an der Jagd ausgemacht: "Die wird immer mehr als vielseitiges Handwerk in der Natur und für die Natur erkannt. Sie bietet auch einen Ausgleich zum beruflichen Stress." Der LJV-Kreisgruppe Mayen-Koblenz gehören zurzeit 905 Mitglieder an, davon sind 67 Frauen. Der Trend zeigt nach oben: 2013 zählte man 40 neue Mitglieder, davon fünf Damen. 2015 traten 53 Personen ein, davon elf Frauen.

    "In der Tat ist der Trend, dass immer mehr Frauen den Jagdschein machen wollen, zu erkennen", stellt auch Marcus Schuck fest. Als der Kreisjagdmeister Ende der 70er-Jahre seinen Jagdschein gemacht hatte, war die Jagd eine reine Männerdomäne. "Frauen bei der Jagd gab es nur selten." Aber in den vergangenen 15 Jahren ist in Mayen-Koblenz der Anteil der Jagdscheinanwärterinnen von im Durchschnitt 5 auf zuletzt 26 Prozent gestiegen, bilanziert er. Und er ist sicher, dass sich dieser Trend fortsetzt.

    Das Durchschnittsalter aller Jagdscheinanwärter liegt in Mayen-Koblenz bei rund 35 Jahren. Die Frauen lassen übrigens die Männer bei den Prüfungen manchmal alt aussehen, ist doch ihre Durchfallquote erheblich geringer. Ebenso wie ihre männlichen Mitstreiter kommen auch die weiblichen Anwärter auf den Jagdschein beziehungsweise die Jägerinnen aus allen Berufsgruppen und aus allen Altersklassen.

    Lena Schäfer hat im vergangenen Jahr ihren Jagdschein gemacht, sie besucht das Megina-Gymnasium in Mayen. Die 17-Jährige wurde von ihrem Vater und ihrem Großvater als Kind schon oft mit auf die Jagd genommen. Wenn sie damals mit im Jagdrevier in Kehrig unterwegs war, hatte sie auch keine Scheu davor, ein erlegtes Tier zu sehen oder anzufassen. "Ich liebe die Natur und die Hege und Pflege der Tiere. So oft es geht, bin ich mit unserem Dackel draußen an der frischen Luft", sagt die naturverbundene Kehrigerin.

    Auch Jovita van Kell war schon als Kind von Haus aus mit der Jagd verbunden. "Meine Großmutter und auch meine Mutter sind früher schon mit auf die Jagd gegangen", berichtet die in Volkesfeld lebende Jägerin. Den Jagdschein hat sie vor rund 20 Jahren gemacht.

    Vor drei Jahren hat Nicole Steffgen-Mannheim die Prüfung abgelegt. Die 45-Jährige aus Mülheim-Kärlich erzählt: "Mein Großvater ist schon auf die Jagd gegangen, und ich habe in eine jagende Familie eingeheiratet." Die Jagdschein-Prüfung und die Vorbereitung darauf war für sie "eine schöne Erfahrung, dass man in diesem Alter noch so viel lernen kann". Steffgen-Mannheim hatte damals die beste Prüfung im Kreis MYK abgelegt. Natürlich war die Liebe zur Natur und der Spaß, draußen im Freien zu sein, Motivation für die dreifache Mutter. "Ein großartiges Erlebnis war es, eine Mahlzeit aus dem ersten selbst erlegten Stück Wild zuzubereiten. Man bekommt viel mehr Respekt gegenüber dem, was man isst. Mehr Bio geht eigentlich nicht."

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