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  • Bürgerhilfe Mayen will Zivilcourage aktiv vorleben

    Mayen. Am liebsten würde Stefan Schmitz nicht mehr über die „Bürgerwehr Mayen“ sprechen. Der 32-jährige Mayener ist einer der Organisatoren, die sich mit der Gründung einer Bürgerwehr für mehr Sicherheit und Zivilcourage in der Eifelstadt einsetzen wollten. Doch der Schuss ging nach hinten los.

    Mit diesen Flugblättern macht die Bürgerhilfe auf sich aufmerksam.
    Mit diesen Flugblättern macht die Bürgerhilfe auf sich aufmerksam.
    Foto: Andreas Walz

    Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

    Nachdem sie ihr Vorhaben anonym bei Facebook angekündigt hatten, brach ein Proteststurm los, der vor einer Woche dazu führte, dass Schmitz und seine Mitstreiter das Vorhaben für beendet erklärten. „Das mit der Bürgerwehr war ein Fehler“, räumt Schmitz im Gespräch mit der Rhein-Zeitung ein. „Mit dem Namen sind wir zu weit gegangen. Das würden wir gern rückgängig machen, aber das geht jetzt nicht mehr.“

    Stattdessen richten Schmitz und seine Mitstreiter Kornelia Hofmann, Lisa Laux und Dirk Purper den Blick nach vorn. Ihr Ziel, Zivilcourage und Sicherheit zu erhöhen, möchten sie nun mit der "Bürgerhilfe Mayen" verfolgen. Dahinter steht zunächst noch eine lose Organisation von ehrenamtlichen Mitgliedern - gut zwei Dutzend sind es im Moment -, aus der aber in absehbarer Zeit ein eingetragener Verein werden könnte. "Das muss sich noch finden", sagt Schmitz. "Unser Ziel ist es aber, als gemeinnützig anerkannt zu werden. Auch wenn es bis dahin ein langer Weg ist."

    Sehr kurz ist hingegen der Weg bis zum offiziellen Start der Bürgerhilfe Mayen: Am Montag, 1. Februar, soll es losgehen. Derzeit treffen sich die Organisatoren täglich. "Es ist noch viel zu tun", sagt Schmitz. Dass es jetzt so schnell gehen soll, erklärt Schmitz mit Blick auf das gescheiterte Bürgerwehr-Projekt: "Im Moment werden wir nicht ernst genommen. Mit Worten können wir nicht überzeugen. Deswegen müssen wir zeigen, was wir tun." Möglicherweise tritt die Bürgerhilfe noch im Januar in Erscheinung. "Wir möchten gern mit einem Stand in der Innenstadt über die Bürgerhilfe informieren", sagt Schmitz. Dafür hat die Organisation zwar noch keine Genehmigung. Schmitz hofft aber, dass es kurzfristig klappt. Um die Stadt von der Bürgerhilfe Mayen zu überzeugen, haben er und seine Mitstreiter einen Gesprächstermin mit Oberbürgermeister Wolfgang Treis vereinbart.

    Mit zwei konkreten Angeboten will die Organisation am 1. Februar loslegen: dem Heimwegtelefon und dem Projekt "Sicher zur Schule". Für das Heimwegtelefon soll eine kostenlose Telefonnummer eingerichtet werden. Dort können Menschen anrufen, um einen Gesprächspartner zu haben, der sich mit ihnen unterhält, wenn sie beispielsweise nach einer Veranstaltung spät abends oder nachts auf dem Heimweg sind. Das soll den Anrufenden ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. "Es gibt Situationen", erklärt Schmitz, "da ist man froh, wenn man mit jemandem reden kann." Ein weiterer Gedanke hinter dem Heimwegtelefon: Wer am Handy telefoniert, wird seltener angesprochen - und kommt deswegen möglicherweise nicht in eine konfliktträchtige Situation.

    Beim Projekt "Sicher zur Schule" geht es darum, dass die Bürgerhilfe Schulen anbietet, Schülerlotsen zu stellen. "Wir haben Schulen angeschrieben und möchten dort auch persönlich vorsprechen, um unser Angebot zu erklären", sagt Schmitz.

    Außerdem ist eine Bürgergruppe geplant. Deren Mitglieder sollen in Mayen hinschauen und Zivilcourage aktiv vorleben. "Wir wollen nicht Polizei spielen", betont Schmitz. "Im Gegenteil: Das Erste, was die Bürgergruppe tun soll, wenn etwas passiert, ist, die Polizei zu rufen." Dazu sollen sich die Mitglieder der Bürgergruppe ebenso verpflichten wie zu anderen Grundsätzen eines Verhaltenskodex, der derzeit erarbeitet wird.

    Dass Mayen keinen signifikanten Anstieg an Verbrechen zu verzeichnen hat und dass etwa die Zahl an Rohheitsdelikten laut Kriminalstatistik seit Jahren stabil ist, nimmt Schmitz zur Kenntnis. Aber: Für die Bürgerhilfe gehe es bei der Zivilcourage nicht nur um Verbrechen, sondern auch darum, etwa einem gestürzten Senior aufzuhelfen oder für einen Volltrunkenen Hilfe zu holen. "Wie oft hat man schon gesehen dass etwas passiert, und die Leute stehen nur rum und tun nichts? Das kann doch nicht sein!", sagt Schmitz. "Es schadet doch nichts, wenn es Leute gibt, die sich darum kümmern."

    Infos über die neue Organisation gibt es im Internet unter www.buergerhilfe-mayen.de

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