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    MayenBlitzmarathon in Mayen: Wer es eilig hat, muss zahlen

    Die Mayener Polizei veranstaltet ihren eigenen Blitzmarathon, um die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass es gefährlich ist, zu schnell zu fahren.

    Mit dem Laser im zivilen Auto: Polizistin Heike Doll war für Raser auf dem Katzenberger Weg von Weitem kaum zu erkennen.
    Mit dem Laser im zivilen Auto: Polizistin Heike Doll war für Raser auf dem Katzenberger Weg von Weitem kaum zu erkennen.
    Foto: Stefan Hantzschmann

    Von unserem Reporter Stefan Hantzschmann

    Das Gerät, mit dem Polizeihauptkommissarin Heike Doll das Nummernschild eines braun-grauen Autos anvisiert hat, sieht tatsächlich ein bisschen aus wie eine Pistole. Dann drückt sie ab. Es fiept ein paar Mal kurz hintereinander. Dann funkt ihr Kollege die anderen Polizisten an, die mit einer roten Polizeikelle nur wenige Meter entfernt in einer Seitenstraße zum Katzenberger Weg in Mayen stehen und die Temposünder zum Anhalten bringen.

    In der 30er-Zone mit Tempo 42 unterwegs: Drei km/h Abzug - sind immer noch neun zu viel. Der Mann muss 15 Euro zahlen. Er sträubt sich nicht, hat es eilig, aber dass er als ehemaliger Mitarbeiter eines Straßenbauamtes wisse, dass es im Straßenverkehr auch unsinnige Vorschriften gebe, muss er noch loswerden. Hastig gibt der Mann den Polizisten drei Fünf-Euro-Scheine und fährt davon.

    Die Mayener Polizei veranstaltet ihren eigenen Blitzmarathon, um die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass es gefährlich ist, zu schnell zu fahren. Gleichzeitig will die Polizei auf das Sicherheitsbedürfnis der Bürger eingehen. Dennoch hat es die Bilanz des "Marathons", der von 6.30 bis 18 Uhr läuft, in sich. Die Polizei stellt allein 212 Verstöße gegen Tempolimits fest. Ein Autofahrer, der zwischen Bassenheim und Ochtendung unterwegs ist, rast sogar mit Tempo 140, wo nur 70 km/h zulässig sind - und das im Bereich der Anschlussstelle zur A 48, wo sich bereits ein tödlicher Unfall ereignet hat. Die Konsequenz: Der Raser ist einer beiden Kandidaten, denen die Polizei den Führerschein entzieht. In einem Fall stellen die Beamten sogar ein Fahrzeug sicher. Im Vorfeld des Mayener Blitzmarathons hatte die Polizei Bürger dazu aufgerufen, Straßen zu nennen, auf denen ihrer Meinung nach besonders viele Raser unterwegs sind. Mehr als 100 Vorschläge waren bei der Polizei in nur vier Wochen eingegangen.

    Der Katzenberger Weg ist eine dieser Straßen. "Die Wahl auf diese 30er-Zone ist auch deshalb gefallen, weil es nicht weit von hier einen Kindergarten gibt", sagt Polizeikommissarin Tabea Pfennig, die den Mayener Blitzmarathon koordiniert. Auf alle eingegangenen Vorschläge der Bürger konnte die Polizei nicht sofort eingehen. "Aber die anderen Stellen werden bei späteren Kontrollen berücksichtigt", kündigt Tabea Pfennig an.

    Ein schwarzer Mercedes Kombi fährt über die Kreuzung, an der die Polizisten stehen. Zu schnell war er nicht, zahlen muss er trotzdem. Der ältere Mann hatte sich hastig auf der Kreuzung angeschnallt, als er die Polizisten bemerkte. Zu spät. Für die Ordnungswidrigkeit werden 30 Euro fällig. Der Mann streckt dem Polizisten einen 50-Euro-Schein entgegen, noch bevor dieser die Höhe der Strafe nennen kann. "Es geht ja um ihre Sicherheit", sagt der Polizist, der die Papiere des Mannes überprüft. Auch dieser Fahrer hat es eilig und will schnell wieder weg.

    An der Hauptstraße in Ettringen haben sich mehrere Polizisten auf einem Parkplatz in Stellung gebracht. Im Schneckentempo fahren die Autos an den Beamten vorbei. Eiliges Bremsen hilft an dieser Stelle nicht mehr. Denn der zivile Wagen mit den zwei Beamten, die die Geschwindigkeitsmessung vornehmen, steht mehrere Hundert Meter weiter unten im Ort.

    "Der Vorteil dieser Lasergeräte ist, dass sie sehr flexibel einsetzbar sind", erklärt Polizeikommissar Wilfried Schmitz. Während übliche Blitzgeräte parallel zur Straße ausgerichtet werden müssen und bestimmte Anforderungen an die Straßenführung stellen, können Lasergeräte fast überall zum Einsatz kommen. "Wir können diese Geräte sogar in Kurven und an Steigungen verwenden", sagt Schmitz. Der Nachteil: Es gibt kein Foto. Deshalb müssen die Polizisten sehr gut dokumentieren, an welcher Stelle sie die Messung vornehmen. Auch die Witterungsverhältnisse notieren die Polizisten. Sogar eine kleine Skizze der Örtlichkeit wird angefertigt, bevor die Messung beginnt. Damit sollen juristische Klagen gegen das Kontrollverfahren keine Chance haben.

    Am Blitzmarathon waren rund 30 Polizisten der Inspektionen Mayen und Koblenz beteiligt.

    Mayen-Andernach
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