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    AndernachBelting in Andernach: Schmucktradition geht nach 123 Jahren zu Ende

    Die Halskette zur Kommunion, die Eheringe, die Brosche zum Hochzeitstag: Schmuck steht im Leben der meisten Menschen für unvergessliche Ereignisse und Erinnerungen, und für viele Andernacher sind sie untrennbar mit dem Firmennamen Juweliere Belting verknüpft. In zwei Jahren könnte das Traditionsgeschäft in der Bahnhofstraße sein 125-jähriges Bestehen feiern, doch aus diesem Jubiläum wird nichts mehr. Nach einem Ausverkauf im Weihnachtsgeschäft schließt es Ende des Jahres endgültig seine Pforten, wie Inhaber Wolfgang Zapp unserer Zeitung bestätigt.

    Bei Juweliere Belting beginnt bald der Ausverkauf.  Foto: Raphael Markert
    Bei Juweliere Belting beginnt bald der Ausverkauf.
    Foto: Raphael Markert

    Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

    Über ein Immobilienportal im Internet wird bereits ein Käufer für das dreigeschossige Geschäftsgebäude mit Büro und Werkstatt gesucht, das sich noch im Besitz der Familie Belting befindet. 200 000 Euro sind als Kaufpreis aufgerufen. "Aus unserer Sicht ist das sehr bedauerlich, zumal es sich um ein inhabergeführtes Geschäft handelt", sagt Christian Heller, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Andernach.net. Denn damit sei in der Regel eine größere Bindung an den Standort Andernach verbunden, als dies bei Filialketten der Fall sei.

    Andere Töne schlägt unterdessen Claus Belting, Urenkel des Firmengründers Franz Herbert Belting, an, der in Koblenz ein Juweliergeschäft unter dem Familiennamen führt. In einem emotionalen Beitrag in der mehr als 4300 Mitglieder zählenden Facebook-Gruppe "Du bist Andernacher, wenn ..." betrauert er das Ende der Familientradition am Stammsitz und beklagt, das Geschäft sei 1993 "leider in die Hände eines Mini-Filialisten" gelangt. Gemeint ist der jetzige Inhaber Wolfgang Zapp aus Gummersbach im Bergischen Land. Dieser habe sich kaum noch um das Geschäft gekümmert und es "ausbluten lassen", legt er gegenüber der RZ nach.

    "Das macht mich traurig, so etwas zu lesen", sagt der 75-jährige Wolfgang Zapp, als die RZ ihn mit den Aussagen konfrontiert. Er wolle sich aber nicht am Waschen schmutziger Wäsche beteiligen, sondern sich an die Fakten halten. 1993 habe er nach dem Tod des damaligen Inhabers Franz-Josef Belting, des Vaters von Claus Belting, das Geschäft in schwieriger Lage und auf Bitten der Witwe übernommen. Zehn Jahre später - nachdem er die Läden in Gummersbach und Eitorf/Sieg bereits seinen Kindern übertragen hatte - habe er den Standort in Andernach eigentlich schließen wollen.

    Weil die damals 14 Mitarbeiter intervenierten, habe er aber sich für ein ungewöhnliches Geschäftsmodell entschieden und den Beschäftigten die kaufmännische Führung des Unternehmens überlassen. "Das hat all die Jahre wunderbar funktioniert, aber inzwischen sind bis auf einen Juwelier alle damaligen Mitarbeiter im Ruhestand", erklärt Zapp. Dies allein sei für ihn der Grund für die Geschäftsaufgabe.

    Zwar werde damit das Traditioinsgeschäft aus dem Stadtbild verschwinden, die Aussicht, dass die Andernacher in der Bahnhofstraße weiter Schmuck kaufen können, bestehe aber dennoch. "Ich habe eine Juwelierin an der Hand, die das Geschäft unter ihrem Namen weiterführen will", sagt Wolfgang Zapp.

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