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  • Andernach: Stadt will ihr Museum planvoll weiterentwickeln

    Andernach. Wie geht es weiter mit dem Andernacher Stadtmuseum? So jedenfalls nicht, findet Bürgermeister Claus Peitz. Eigentlich war er Verfechter eines Neubaus. Aber inzwischen könnte er sich auch etwas anderes vorstellen. Er und Museumsleiter Klaus Schäfer hoffen jetzt erst einmal darauf, dass der Haupt- und Finanzausschuss im November grünes Licht für die Finanzierung einer Beraterin gibt.

    Das Stadtmuseum im Von-der-Leyen-Haus
    Das Stadtmuseum im Von-der-Leyen-Haus
    Foto: ys

    Von unserer Redakteurin Yvonne Stock

    Peitz hat sich das Monrepos-Museum in Neuwied angeschaut und war so davon angetan, dass er jetzt im RZ-Gespräch sagte: "Vielleicht ist unser Stadtmuseum doch gar nicht so schlecht." Auch in Neuwied haben die Verantwortlichen aus einem alten Gebäude ein modernes Museum gemacht - mit Wohnzimmercharme, findet der Bürgermeister.

    Derzeit stehen im Stadtmuseum unten 80 Quadratmeter und oben gut 120 Quadratmeter zur Verfügung. Letztere waren bisher immer für Sonderausstellungen wie zum Karneval oder zur Bimsgeschichte reserviert. "Aber die können wir auch woanders präsentieren", meint Peitz vor allem mit Blick auf das Historische Rathaus. Also stünden rund 200 Quadratmeter zur Verfügung plus ein gestaltbarer Innenhof, der aus Sicht des Bürgermeisters auch überdacht werden könnte. Auf jeden Fall müsste dort ein Fahrstuhl angebaut werden, denn derzeit führt nur eine steile, enge Treppe nach oben. Ein moderner Museumsshop fehlt auch. Zudem existiert ein Gewölbekeller, der eventuell in die Konzeption einbezogen werden könnte.

    Peitz nimmt aber auch das Außengelände in den Blick. Wenn die Straße vor dem Museum für den Verkehr gesperrt würde, dann könnte das Museum quasi in den Schlossgarten verlängert werden. "Dort haben wir im Bergfried noch eine Räumlichkeit." Und auch im Garten vor den alten Gemäuern ließe sich aus seiner Sicht einiges zur Geschichte der Stadt darstellen. Und vielleicht fände sich dann ja auch wieder jemand für das ehemalige Restaurant Bagatelle gegenüber des Museums, mit dem man eine Kooperation schließen könnte.

    Die Geschichte von Andernach reicht von 300 vor Christus bis heute, sagt Schäfer. "Man braucht einen roten Faden", meint der Museumschef, der Ende des Jahres in Pension geht. Über einen solchen war auch schon viel diskutiert worden, als sich die Stadt um Bundesmittel für einen Museumsneubau beworben hatte, die sie dann nicht bekam. Will man Lebensmittel in den Mittelpunkt rücken - von den Mühlsteinen bis zur Essbaren Stadt - die Geschichte der Römer - wie so viele Museen in der Umgebung - die Entwicklung von Andernach als Handelsplatz? Es waren und sind viele Ideen im Gespräch.

    "Wir müssen eine Grundsatzentscheidung treffen", sagt Peitz, für den eine Stadt in der Größe von Andernach ohne ein Stadtmuseum nicht denkbar ist. Angesprochen fühlen sollen sich aus seiner Sicht nicht nur die Andernacher selbst, sondern auch Touristen, die derzeit eher selten den Weg ins Von-der-Leyen-Haus finden. Bei dieser Grundsatzentscheidung soll eine Planerin helfen. Das hat der Kulturausschuss bereits beschlossen, aber der Haupt- und Finanzausschuss muss dafür noch die Mittel genehmigen. Die drei Phasen, innerhalb derer die Expertin, zunächst den Ist-Zustand analysiert, dann eine Strategie und zum Schluss ein konkretes Konzept entwickelt, kosten rund 52 000 Euro. Die Planerin hat nach Verwaltungsangaben bereits die Konzeption von 42 Ausstellungen erarbeitet, aber Andernach kennt sie nicht, betont Schäfer. "Den Input müssen wir liefern."

    Eine Grundsatzentscheidung muss auch zum Thema Archiv getroffen werden. "Wenn wir nicht sammeln, wer sammelt dann?", fragt Schäfer. Aber die Frage ist, ob wirklich alles gesammelt werden muss. Es gibt ja nicht nur Gegenstände, die mit der Stadtgeschichte zu tun haben, sondern auch ein klassisches Verwaltungsarchiv. "Wir werden nicht alles im Museum unterbringen", stellt Peitz klar. Zum 1. Januar wird ein Archivar eingestellt, mit ihm will die Stadt das Thema angehen. "Aus 200 Regalmeter Akten werden dann schnell 10", meint der Bürgermeister. Aber die Entscheidung, wo alles aufbewahrt werden soll, ist damit noch nicht getroffen.

    Und wie lange wird es noch dauern, bis aus der Grundsatzentscheidung Wirklichkeit geworden ist? Schäfer meint zehn Jahre, Peitz ist überzeugt, dass es schneller geht. Aber er weiß auch, dass er dafür im Stadtrat noch einige Überzeugungsarbeit leisten muss.

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