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    Mainz. Lange Jahre gab es in Mainz einen Spagat der Interessen zum Thema Graffiti. Legal oder illegal? Daran schieden sich die Geister. Nun hat die Stadt einen Kompromiss erarbeitet.

    Mainz. Lange Jahre gab es in Mainz einen Spagat der Interessen zum Thema Graffiti. Legal oder illegal?

    Daran schieden sich die Geister. Nun hat die Stadt einen Kompromiss erarbeitet, der wohl eine breite Mehrheit auch im Stadtrat finden wird. Darauf zumindest deuteten die durchweg zustimmenden Reaktionen im städtischen Kulturausschuss hin.

    So ist es bezeichnend, dass die ursprünglich im Kommunalen Präventivrat gegründete Arbeitsgruppe "Illegales Sprühen" im Jahr 2009 umbenannt wurde in die "AG Graffiti". Damit wurde "dem veränderten Bewusstsein von Graffiti als Kunstform Rechnung getragen", heißt es in dem Konzept, das einen eindeutigen Titel trägt: "Graffiti als Kunst anerkennen - Farbschmierereien verhindern". Es geht auf einen Antrag der Grünen aus dem Jahr 2009 zurück.

    Für Kunst im öffentlichen Raum gelten Richtlinien. Aktuell stellt die Stadtbildpflege im Auftrag des Dezernats ein Flächenkataster zusammen, das jene Flächen in Mainz festlegt, auf denen Graffiti künftig erlaubt werden soll.

    Es sind drei Arten von Flächen:

    1. Konzeptflächen, die von etablierten Sprayern als Auftragsarbeit thematisch gestaltet werden. Die Verantwortung liegt bei der Stadtverwaltung. Diese Flächen dienen der Anerkennung und Darstellung von Graffiti als Kunstform.
    2. Relativ zentral gelegene Freiflächen, die frei bemalt werden können, und die in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Jugend und Familie in der Verantwortung der Sprayer liegen. Die Vorbereitung dieser Flächen wird mehr Zeit in Anspruch nehmen als die Konzeptflächen.
    3. Dezentrale Freiflächen außerhalb des Stadtzentrums sollen als Übungsflächen für Anfänger oder Workshops zur Verfügung stehen. Die Suche nach diesen Flächen soll durch Sprayer unterstützt werden. Auch die Ortsverwaltungen könnten einbezogen werden.

    Zum dritten Punkt äußerte sich Karin Trautwein (CDU), Ortsvorsteherin in Hartenberg-Münchfeld, verwundert im Kulturausschuss: "Warum sollen Übungsflächen in den Stadtteilen erlaubt werden, nicht aber in der Innenstadt?"

    Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) versicherte, dass die Übungsflächen nicht zur Verschandelung beitragen sollen. Gunther Heinisch (Grüne) sagte, es gebe viele Flächen außerhalb der Stadt, die als Übungsflächen durchaus eine optische Aufwertung erfahren würden.

    In der Bürgerfragestunde meldete sich auch ein Vertreter des Vereins "Freigeist" zu Wort, der anfügte, dass man außerhalb der Stadt auch Flächen zu Übungszwecken aufstellen könne, die man später wieder wegräumen könne.

    Heinisch lobte das Konzept, insbesondere die Einteilung in die drei Flächenarten.

    Auch Grosse zog eine Bilanz: "Meiner Meinung nach ist das die einzige Möglichkeit, um aus der illegalen Sprayer-Praxis herauszukommen."

    Einen Teil dazu beitragen soll die Jugendarbeit: "Aus pädagogischer Sicht ist es dringend erforderlich, die jugendlichen Sprüher über die strafrechtlichen und zivilrechtlichen Folgen illegalen Handelns aufzuklären. Es soll ihnen gezeigt werden, dass ihr Verhalten Konsequenzen nach sich zieht und sie für die Folgen gerade stehen müssen." Auch die Einbindung der Schulen ist vorgesehen, "da alle Sprüher Schüler sind". Im Kunstunterricht oder auch in den sozialen Fächern sollte Graffiti behandelt werden: Künstlerische, aber auch rechtliche Aspekte sollen angesprochen werden. Kooperationen mit anderen Projekten sind ebenfalls erwünscht.

    Auf der anderen Seite werden Vorkehrungen getroffen, um Gebäude vor illegalen Schmierereien zu schützen. Spezielle Oberflächenbehandlung, Begrünung der Fassaden, Sicherheitsmaßnahmen der öffentlichen Verkehrsbetriebe und ähnliches werden in dem Papier genannt.

    Farbschmierereien sollen weiterhin rasch beseitigt werden, um den Sprühern die ihnen wichtige öffentliche Aufmerksamkeit zu versagen. Da oft öffentliche Gebäude betroffen sind, komme der Stadtverwaltung und anderen Behörden eine Vorreiterrolle bei der Bekämpfung illegalen Sprühens zu.  Armin Thomas

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