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    Kettig/Mülheim-KärlichWer sein Auto liebt, der schiebt - oder besser nicht?

    Es ist wohl die Horrorvorstellung jedes Autofahrers: eine Panne bei der Baustellendurchfahrt – ohne die Möglichkeit, mal eben rechts rauszufahren oder die hinter einem fahrenden Autos vorbeizulassen. Genau das ist am Donnerstagabend einem Mann aus Bonn und seinen beiden Mitfahrern auf der B 9 zwischen Weißenthurm und Mülheim-Kärlich passiert. Und was taten die Männer? Sie schoben. Doch war das eigentlich richtig? Und was hätte man sonst tun können? Die RZ fragte nach.

    Nur einspurig verläuft der Verkehr auf der B 9 zwischen Weißenthurm und Mülheim-Kärlich. Ungünstig, wenn man dort eine Panne hat.
    Nur einspurig verläuft der Verkehr auf der B 9 zwischen Weißenthurm und Mülheim-Kärlich. Ungünstig, wenn man dort eine Panne hat.
    Foto: Sascha Ditscher

    Laut der Polizei ist es kurz vor 18 Uhr, als die drei Männer, die auf der B 9 in Richtung Koblenz unterwegs sind, aufgrund eines technischen Defekts liegen bleiben – mitten in der wegen der Fahrbahnsanierung eingerichteten Baustelle. In Richtung Koblenz steht nur eine Spur zur Verfügung. Rechts Leitplanke, links die Trennwand zur Gegenfahrbahn, hinter ihnen ein Bus. Egal, wie weit sie an den Rand fahren: Der Bus wird nicht vorbeikommen. Also steigen die Männer aus und schieben bis zur nächsten Ausfahrt – nämlich bis zu der, die hinunter zum Gewerbepark führt. Dort stellen sie den Wagen auf einem Parkplatz ab. Erst hier kommt die Polizei hinzu, die über Funk von dem Vorfall gehört hat. Der Wagen habe einen Elektronikschaden gehabt, erklärt die Polizei am Freitag. Ungünstig für den Fahrer mit der Panne, aber auch ungünstig für die Autos dahinter. Denn hinter den schiebenden Männern bildet sich ein langer Stau. Rund eine halbe Stunde geht auf der viel befahrenen Straße also so gut wie nichts.

    Trotzdem sagt die Polizei: „Die Insassen haben das einzig Richtige getan.“ Natürlich seien Stelle und Uhrzeit alles andere als günstig gewesen. Einen Vorwurf kann man den Männern aber aus Sicht der Polizei nicht machen. Zumal der betroffene Fahrer scheinbar schuldlos in die Situation geraten ist. Anders ausgesehen hätte es, wenn das Auto ohne Sprit liegen geblieben wäre. Ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit könnte man aber auch in diesem Fall nicht mehr ausstellen, erklärt die Polizei.

    Eine konkrete Handlungsempfehlung, wie man sich verhält, wenn man im Baustellenbereich mit einer Panne liegen bleibt, hat der ADAC nicht. Der ADAC-Verkehrsexperte Herbert Fuss sagt aber: „Das Wichtigste ist: Nerven behalten.“ Von hupenden Autofahrern hinter einem solle man sich nicht verrückt machen lassen. Denn: „Keiner ist davor gewappnet, dass das Auto mal kaputt geht.“ Fuss empfiehlt, das Auto am Rand abzustellen und die Polizei zu informieren. Stellt sich die Situation so dar, wie im Fall der drei Männer aus Bonn, dann hält er das Anschieben für ein probates Mittel – allerdings mit der Einschränkung: „Wenn sich die Schieber nicht gefährden und wenn der Gegenverkehr abgesichert ist.“ Sollte es für den Fahrer nicht möglich sein, dass Auto wegzuschieben, bliebe nur der Weg über die Polizei. Diese könne dann einen Abschleppdienst informieren und den Abschleppwagen rückwärts fahrend an das Pannenfahrzeug heranführen. Der Verkehrsexperte rät dazu, das stehen gebliebene Auto zu verlassen, eine Warnweste anzulegen und hinter die Fahrbahnbegrenzung zu treten. vos

    Drei Männer schieben Auto über B9: Hunderte folgen im Schritttempo
    Koblenz
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