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  • Voll im Trend: Burgerbratereien erobern Koblenz

    Koblenz. Das Burger-Monopol liegt längst nicht mehr bei den Fastfood-Ketten. Zahlreiche Gastronomen springen auf den Trend des "Patty"-Grillens auf und kultivieren ihn. Koblenz hat mittlerweile fünf Burgerbratereien. Die RZ hat sie unter die Lupe genommen.

    Von unserer Mitarbeiterin Annette Hoppen

    Hommage an die Heimat" haben Christoph Schmah und Clemens Cajan den Spezialburger getauft, den sie heute servieren. "Ein wenig Himmel und Äd in Burgerform", meint Schmah schmunzelnd. Blutwurst und Sauerkraut, ein Rindfleischpatty aus der Eifel, in der Küche frisch gewolft, das Ganze verpackt in ein Laugenbrötchen: So wird das eigentlich uramerikanische Menü kurzerhand regionalisiert. Im C’s in der Rheinstraße, ehemals Rheingold, haben Schmah und Cajan vor Kurzem den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt - mit einem Restaurant, das nicht zuletzt auf Hamburger setzt. Und damit auf einen Trend, der mittlerweile die ganze Stadt erfasst hat. Burger-Bruzzler abseits vom Fastfood-Ambiente sind angesagt wie nie.

    "Best in Town" heißt es auf der Karte im C’s vollmundig. Grund für breiten Schultern hat Schmah allerdings auch genug: Im Da Vinci erkochte er sich jüngst einen Michelin-Stern. Sterneküche in Bulettenform gibt’s im C’s allerdings nicht. "Wir setzten auf eine einfache Küche", sagen die beiden Chefs. "Allerdings mit dem Qualitätsdenken aus der Sternegastronomie."

    Vom Ambiente her ist das C’s urban-schick mit rustikalen Elementen. Dazu gehören die Birkenstämme die hier aus dem Boden bis zur Decke sprießen. Von der Wand gucken Charlie Chaplin und Klaus Kinski in Acryl den Gästen beim Speisen zu. Tischdecken gibt es keine. Dafür Industrieleuchten im Vintagestil. Zuviel Schnickschnack schreckt ab, sieht gleich teuer aus, wissen Schmah und Cajan. Qualität hat dennoch ihren Preis. Der günstigste Burger fängt im C’s bei 9 Euro an, "Homemade Fries" noch einmal 3 Euro. Im Vergleich zum Fastfood-Restaurant, wo Tiefkühlware oft lieblos in einen Pappkarton gequetscht wird, dennoch ein Schnäppchen.

    Kleines Burgerlexikon

    Und: Immerhin wird man in den neuen Burgerläden auch am Tisch bedient. Den kann man sich im Hans im Glück am Plan allerdings nicht so einfach aussuchen. Ganz im Stil amerikanischer Restaurants wird der Gast am Eingang bereits empfangen - und dann an einen freien Platz geleitet. Wenn es denn einen gibt. Denn der Erfolg der bundesweit aktiven Burgerkette macht auch vor Koblenz offenbar nicht Halt: Ein ganz gewöhnlicher Montagnachmittag, 15 Uhr - und der Laden ist proppenvoll. Auf Schickimicki verzichtet auch der Systemgastronom: Das Besteck steht im Bierkrug auf dem Tisch. Dazu eine ganze Armada an Grillsaucen zur freien Verfügung. Birkenstämme gibt’s hier auch, wie in jedem Hans im Glück. Das Ambiente ist genormt, kommt dennoch gut an, ein wenig Holzfällerromantik aufgepeppt mit geraden Linien von Tischen und Sitzmobiliar. Viel Fantasie ist in die Karte mit eingeflossen. Die sieht nicht nur aus wie ein Märchenbuch, sondern liest sich auch so: Salate heißen hier Segensreich, Wanderlust oder Glückskind, die Burger zum Beispiel Wilder Westen oder Geißbock und das Eis zur Nachspeise Sanfter Engel. Der Preis für einen Burger beginnt bei 6,50 Euro, Pommes kosten auch hier extra.

    Gut einen Euro günstiger gibt es den Einstiegsburger im Cowboys Burger Saloon in der Casinostraße - und jede Menge Wildwest-Atmosphäre gleich obendrein. Im Schaufenster hängt ein Sattel, die Lampen sehen aus wie kleine Whiskeyfässer, und aus der Musikanlage schallt Westernmusik. Stiltechnisch werden hier alle Klischees bedient. Und vom Essen her auch diejenigen, die gern zuschauen, wenn ein Hamburger Form annimmt. Die Küche ist einsehbar: Showcooking ist also angesagt.

    Im M 13 am Münzplatz werkelt der Koch dagegen im Verborgenen, dafür werden an der langen Bar vor aller Augen Cocktails gemixt. Dennoch sind die Fleischklopse hier nicht nur Beiwerk, sondern Mittelpunkt der Speisekarte. Bei 6,50 Euro beginnt der Burgerspaß. "Die Pattys und Saucen machen wir alle selbst", sagt Besitzer Martin Körber, seit Oktober Chef im M 13. Das kommt stilistisch mit einer gelungenen Mischung aus Moderne und "Shabby Chic" daher. Futuristisch mutet die wellenförmige Bar an, deren neonfarbenen Verkleidungspanels abends hinterleuchtet werden. Hölzerne Surfbretter und eine riesige Panoramaaufnahme vom Strand von Santa Monica wehen eine kalifornische Westküstenbrise durch den Raum. Und auch das auf rustikal getrimmte Tisch- und Stuhlmobiliar passt dazu, schaut ein wenig wie Treibholz aus.

    Innerlich und vom Mobiliar nicht verändert hat sich indes der Circus Maximus, auch wenn die Speisekarte hier seit geraumer Zeit eine in weiten Zügen ganz neue ist. Auch im Circus in der Stegemannstraße geht es kulinarisch nämlich nun sehr amerikanisch zu. "Burgermeister" wirbt ein Schild vor der Tür. Brot und Spiele warten drinnen, und das regional-lecker: "Unsere Pattys lassen wir nach hauseigenem Rezept regional produzieren", verrät "Circus-Direktor" Ralf Prestenbach, der außerdem hervorhebt: "Natürlich sind auch alle anderen Zutaten frisch." Der günstigste Burger liegt im Circus bei 6,60 Euro. Dazu gibt es eine Vielzahl von ziemlich köstlich klingenden Beilagen - "Garlic Fries" etwa oder gegrillte Maiskolben.

    Immer mehr Läden: Koblenz wird zum BurgerzentrumBurgerbratereien in Koblenz
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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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