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  • VG erwartet in diesem Jahr 318 neue Flüchtlinge

    VG Rhein-Mosel. Mehr als 400 Flüchtlinge leben derzeit in der Verbandsgemeinde (VG) Rhein-Mosel. Rund 318 neue könnten im Jahr 2016 kommen. Das gehe aus einer Prognose des Landkreises Mayen-Koblenz hervor, erklärte VG-Bürgermeister Bruno Seibeld in einem Gespräch mit der RZ. 70 davon habe man allerdings schon zugewiesen bekommen, so Seibeld.

    Foto: Christoph Bröder

    Von unserem Redakteur Volker Schmidt

    Derzeit ist es für die VG größtenteils noch möglich, die Flüchtlinge, die in jüngster Vergangenheit hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan und Eritrea kamen, dezentral unterzubringen. Eine Ausnahme ist das Hotel "Burghof" in Dieblich, in dem momentan rund 40 Flüchtlinge untergebracht sind, das aber Platz für noch mehr Menschen bietet. Die Unterkunft in der ehemaligen "Kastorschänke" in Kobern-Gondorf und dem in der Nachbarschaft liegenden Haus "Zur Winzerin" liegen im Verantwortungsbereich des Kreises Mayen-Koblenz und werden von diesem als zwischenzeitliche Unterkunft für Flüchtlinge genutzt, um diese nach kurzer Zeit auf die VGs des Kreises weiterzuverteilen. Die dort untergebrachten Flüchtlinge tauchen in der Statistik für die Verbandsgemeinde Rhein-Mosel also nicht auf.

    Weil die Zuteilung durch den Kreis an die VG oft recht kurzfristig ist, mietet die VG schon im Voraus Wohnungen an. Ein Engpass ist derzeit noch nicht erreicht. Auf Grundlage der Prognose des Kreises und des aktuell zur Verfügung stehenden Wohnraums käme man - Stand heute - bis August hin, sagt Seibeld, der allerdings einschränkt: "bei normaler Haushaltsgröße", sprich: bei Familien. "Wenn das hauptsächlich Alleinreisende sind, müssen wir auf Großunterkünfte zurückgreifen", so Seibeld.

    Im Gegensatz zum Kreis, der den Verbandsgemeinden die Flüchtlinge nach einem festen Schlüssel zuweist, muss sich die VG bei der Verteilung auf die Gemeinden an keine Quote halten. Daher kommt es innerhalb der VG zu einem Ungleichgewicht: Während in Dieblich mehr als 50 und in Burgen mehr als 40 Flüchtlinge untergebracht sind, wohnt in Brey noch kein einziger Flüchtling. "Weil wir dort noch keinen Wohnraum gefunden haben", begründet Bruno Seibeld, der betont, dass man Fingerspitzengefühl haben müsse, um einzelne Gemeinden nicht zu überfordern.

    Um die Betreuung der Flüchtlinge kümmern sich VG-weit 100 bis 150 Ehrenamtliche, die sich in mehrwöchigen Abständen zu einem Arbeitskreis treffen. Die Betreuung in der Großunterkunft ist über den Besitzer des Hotels "Burghof" organisiert. Dieser hat einen Hausmeister sowie eine Leiterin beschäftigt, die sich um die Belange der Bewohner kümmern sollen. Ansprechpartner für die ehrenamtliche Arbeit in der gesamten VG ist laut Angaben der Verwaltung das Dekanat Maifeld-Untermosel. Um die Einrichtung der Wohnungen kümmert sich die Beschäftigungsgesellschaft der Caritas, CarMen. Die Fäden sollen, so Seibeld, in der Verwaltung zusammenlaufen. Dort sind eine Vollzeit- und zwei Teilzeitkräften mit der Organisation beschäftigt.

    Seit Januar gibt es eine weitere von der VG angestellte Kraft, die hauptsächlich hausmeisterliche Tätigkeiten übernimmt. Hinzu kommen wird noch eine weitere Person. Wer das sein könnte, steht noch nicht fest, Bruno Seibeld hat das Stellenprofil aber schon im Kopf: "Wir wollen einen Migranten gewinnen, der die sprachlichen Barrieren mit überwinden könnte."

    Der Ansprechpartner des Dekanats, Werner Huffer-Kilian, würde es begrüßen, wenn die Verbandsgemeinde einen Sozialarbeiter abstellen würde, der die ehrenamtliche Arbeit organisiert. Ein ähnliches Modell gibt es zum Beispiel in der VG Weißenthurm. Eine solche Anfrage habe er bei Bürgermeister Seibeld bereits gestellt. Dieser erklärte gegenüber der RZ, dass die beschäftigten Sozialarbeiter in der Schulsozialarbeit gebunden wären.

    In der Kommunikation mit der VG gibt es laut Huffer-Kilian noch Verbesserungsbedarf: "Manchmal erfahren wir durch Zufall, dass da noch eine Familie wohnt", sagt er. Huffer-Kilian weiß von rund 250 Flüchtlingen, die von den Ehrenamtlichen betreut werden. Einen genauen Überblick habe er aber nicht. Informationen von der VG bekäme er aus Datenschutzgründen, so sagt er, nicht im ausreichenden Umfang. "Das läuft in anderen Verbandsgemeinden deutlich besser."

    Wer sich ehrenamtlich engagieren will, kann sich an das Dekanat Maifeld-Untermosel wenden: Tel. 0170/793 84 20, E-Mail dekanat.maifeld-untermosel@bistum-trier.de. Momentan werden noch Fahrräder gesucht, und Menschen, die diese reparieren können.

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