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    Vallendar/BendorfVallendar/Bendorf: Alte und Patienten müssen der Bombe weichen

    1000 Kilogramm wiegt die Fliegerbombe, die im Weitersburger Neubaugebiet "Ober der Heege" entdeckt wurde. Um das Kriegsrelikt entschärfen zu können, müssen am Sonntag die Menschen, die in einem Radius von 1,8 Kilometern um den Fundort wohnen, ihre Häuser verlassen.

    Die Neurologische Klinik in Vallendar.
    Die Neurologische Klinik in Vallendar.
    Foto: Damian Morcinek

    Von unserer Mitarbeiterin Katharina Demleitner

    In diesem Gebiet liegen auch das Seniorenzentrum "Vierwindenhöhe" in Bendorf, das Vallendarer Seniorenheim St. Josef und die Neurologische Klinik. Senioren und Patienten werden ab Sonntagmorgen auf umliegende, meist Partnereinrichtungen verteilt und sollen abends alle wieder zurückgebracht werden.

    Das Seniorenheim St. Josef.
    Das Seniorenheim St. Josef.
    Foto: Damian Morcinek

    Wann die 140 Bewohner das Seniorenzentrum "Vierwindenhöhe" verlassen und wo sie den Sonntag verbringen, ist abhängig vom jeweiligen Gesundheitszustand. 45 Bewohner werden von ihren Angehörigen abgeholt. Die übrigen rund 95 älteren Menschen werden den Tag in Einrichtungen der AWO, zu der auch das Zentrum "Vierwindenhöhe" gehört, in der Umgebung verbringen: "Häuser in Neuwied, Weißenthurm und Höhr-Grenzhausen nehmen unsere Bewohner auf, zudem gibt es eine Begegnungsstätte in Höhr-Grenzhausen und die Karl-Fries-Schule in Bendorf, wo Senioren sich aufhalten können", sagt Heimleiter Andreas Erdmann und fügt hinzu: "Für einige ist das eine willkommene Abwechslung." Lediglich elf Bewohner benötigen einen Krankentransport, "und zwei Senioren haben besondere Erkrankungen, die einen gewissen medizinischen Aufwand erfordern, beide werden daher im Kemperhof in Koblenz untergebracht", berichtet Erdmann. Rund ein Drittel Personal mehr als üblich sorgt dafür, dass alle Bewohner mit ihren Medikamenten und anderen erforderlichen Utensilien am Sonntagmorgen reisefertig sind. Schwerst Pflegebedürftige verlassen das Zentrum als letzte, "damit sie so lange wie möglich in der gewohnten Umgebung sind". Die Senioren werden, so weit das möglich ist, von den vertrauten Betreuern begleitet. "Alles ist sehr aufregend, aber machbar", sagt Erdmann.

    Das Seniorenzentrum auf der Vierwindenhöhe in Bendorf.
    Das Seniorenzentrum auf der Vierwindenhöhe in Bendorf.
    Foto: Damian Morcinek

    Aufregung macht sich auch im Seniorenheim St. Josef breit: "Viele fühlen sich an den Krieg erinnert, haben Angst", sagt Leiterin Rita Berens. Die Betreuer bemühen sich um Beruhigung, begleiten "ihre" Senioren in Häuser, die wie St. Josef dem Verbund der Cusanus-Trägergesellschaft Trier (ctt) angehören. "Die Mitarbeiter sind hoch motiviert, kommen auch trotz freier Tage, sodass fast alle am Sonntag im Einsatz sind", freut sich die Heimleiterin. Soweit möglich, holen Angehörige die Bewohner während der Bombenentschärfung nach Hause. Wie viele der insgesamt 91 Bewohner nach Wallersheim, Neuwied oder Ochtendung gebracht werden, steht noch nicht genau fest, "aber abends sollen alle wieder zurück sein".

    Auch die Patienten der Neurologischen Klinik kehren, so die Planung, noch am Sonntag wieder in die Facheinrichtung für Neurologie und medizinisch-berufliche Rehabilitation zurück. Betroffene, deren Rehamaßnahme in Kürze beendet ist, werden gebeten, die Klinik frühzeitig zu verlassen. Schwerpunkt der Evakuierung ist aber auch hier der Sonntag. Rund 100 Patienten werden mit Bussen auf Einrichtungen in Vallendar, Höhr-Grenzhausen und Koblenz verteilt, sieben Personen müssen liegend transportiert werden.

    "Insgesamt sind 700 bis 800 Einsatzkräfte bei den Evakuierungsmaßnahmen im Einsatz", berichtet VG-Bürgermeister Fred Pretz. Dazu kommen viele Bürger, die sich engagieren, Kuchen backen, Brote schmieren, helfen: "Die Notlage schweißt zusammen", lobt Pretz und hofft, dass die Entschärfung der Bombe "verträglich" vonstatten geht, "damit am Sonntagabend alle wieder in ihren Betten liegen".

    A 48 und B 42 gesperrt

    Der Sperrradius von 1800 Meter rund um den Fundort der Bombe in Weitersburg betrifft neben den örtlichen, der Kreis- und den Landesstraßen in Bendorf und Vallendar auch die B 42 und A 48. Die Autobahn 48 wird ab 11 Uhr am Dernbacher Dreieck in Fahrtrichtung Trier voll gesperrt. In Fahrtrichtung Dernbacher Dreieck wird der Verkehr an der Anschlussstelle Koblenz Nord zur B 9 abgeleitet. Umleitungen stehen über die A 61 und A 3 zur Verfügung. Die B 42 zwischen Bendorf und Vallendar ist ebenfalls ab 11 Uhr komplett gesperrt. Aus Richtung Süden ist die Strecke in Vallendar ab der Einmündung zur Westerwaldstraße (L 308) und aus Richtung Norden in Höhe der Ortslage Bendorf an der Anschlussstelle/Abfahrt "Bendorf Nord" gesperrt. Nach derzeitiger Planung sollen die Sperrungen bis nach der für 16 Uhr geplanten Entschärfung aufrechterhalten werden.

    Alle Infos rund um die Evakuierung gibt es unter www.ku-rz.de/weitersburg

    Gerücht über Fund weiterer Bombe bestätigt sich nicht

    Weitersburg - Kurz nach dem ersten Fund kam über das soziale Netzwerk Facebook im Internet schnell das Gerücht auf, es sei noch eine weitere Fliegerbombe in Weitersburg gefunden worden. Dies konnten Einsatzleitung und Kampfmittelräumdienst (KMR) auf RZ-Anfrage aber klar verneinen. Auch nach Hinweisen eines Zeugen fand der KMR lediglich harmlose alte Erdtrichter, die einst durch detonierte Bomben entstanden sind. dam

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