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    VallendarVallendar: RZ-Leser sagen ihre Meinung zu Schärs Hotel-Plänen

    Viele Leser haben das Angebot genutzt, beim Lesertelefon der RZ ihre Meinung zu den Investitionsplänen des Unternehmers Nikolaus Schär in Vallendar zu äußern. Gemeldet haben sich ausschließlich Einwohner Vallendars.

    So wie in dieser Montage stellt sich Investor Nikolaus Schär das Hotel vor.
    So wie in dieser Montage stellt sich Investor Nikolaus Schär das Hotel vor.

    Von unserem Redakteur Damian Morcinek

    Dabei sind sich die Anrufer uneins in der Frage, ob ein Hotel mit 15 Etagen das Richtige für die Innenstadt ist. Gerade die geplante Höhe des Gebäudes von 50 Metern empfinden viele als überdimensioniert. Hier ein Auszug aus den Gesprächen mit unserer Zeitung.

    Hans-Peter Denkel bezeichnet Schärs Hotel als Klotz. Und noch so einen wie das Hochhaus auf der Humboldthöhe könne Vallendar nicht vertragen. "Ich finde, dass das über die Köpfe der Vallendarer hinweg entschieden wird. Die Leute sollten darüber abstimmen dürfen", meint Denkel.

    Eine Frau, die namentlich nicht genannt werden will, ist der Ansicht, dass es grundsätzlich an einem städtebaulichen Gesamtkonzept in Vallendar fehlt. Die Idee des Investors, die Kongresshalle durch ein Hotel zu ergänzen, sei zwar gut, aber nicht auf eine solche "brachiale" Art und Weise. "Das Hotel passt nicht in das feingliedrige Gefüge des Stadtbildes", sagt sie. Zudem würden die montierten Fotos des Hotels, die in unserer Zeitung zu sehen sind und waren, das Gebäude aus einer Perspektive zeigen, die über seine tatsächliche Höhe hinwegtäuscht. "Und auch die Doppelgeschossfassade täuscht dem Betrachter die Hälfte der Etagen vor."

    Erwin Drawenau glaubt nicht, dass es etwas bringen würde, wenn das Hotel zwei oder drei Stockwerke niedriger wäre. "Ich kenne Herrn Schär zwar nicht, aber ich stehe vollkommen hinter dem Projekt. Vor allem die Anbindung an die Stadt- und Kongresshalle finde ich gut", sagt Drawenau. Das ist auch die Meinung einer Anruferin, die anonym bleiben will. "Wenn dadurch keine finanziellen Nachteile für die Stadt entstehen, finde ich die Idee toll", sagt sie.

    Renate Bösch ist ganz anderer Meinung. "Selbst bei einer positiven Einstellung dazu wird Vallendar durch das Hotel nicht zum Nabel der Welt. Die Höhe ist einfach überdimensioniert", betont Bösch. Außerdem werde Vallendar durch ein weiteres Hochhaus zum Schattental, befürchtet sie. Auch Horst Baumann ist der Meinung, dass ein "Schandfleck" wie das Hochhaus auf der Humboldthöhe bereits einer zu viel für Vallendar ist. "Das Ganze ist eine schwierige Frage und die Entscheidung darüber sicherlich nicht einfach. Und was ist, wenn das Hotel möglicherweise die halbe Zeit über leer steht?", gibt Baumann zu bedenken.

    Aus Rolf Unkels Sicht gibt es noch viel zu viele ungeklärte Fragen. Unkel war nach eigenen Angaben 30 Jahre lang im Bankgeschäft und davon zehn Jahre in der höchsten Verantwortungsstufe der Deutschen Bank in Frankfurt tätig. "Ich habe schon einige Hundert Hotels finanziert. Man muss immer mit dem Risiko leben, dass der Investor pleite geht. In Frankfurt findet man schnell einen Ersatz, aber in Vallendar?", sagt Unkel. Auch müsse man sich schon jetzt Gedanken über eine Zweitverwertung des Gebäudes machen, falls das Geschäft nicht läuft. "Als exklusive Wohnungen oder als Seniorenheim wird man das Hotel aber nicht nutzen können." Falsch sei auch der Glaube, die Gewerbesteuer würde mit einen Hotel nur so sprudeln. "In der Regel machen alle Hotels auf der Welt in den ersten drei Jahren Anlaufverluste. Auch die Stadt würde bei der Gewerbesteuer erst einmal Verluste erleiden", sagt Unkel. Zudem müsse die Stadt Vallendar sich die Frage gefallen lassen, ob sie auch einen weiteren Hochhausbau in der Innenstadt genehmigen würde. "Was die Stadt nicht kann, ist eine Einzelpriorität für ein Hochhaus zu schaffen und für ein anderes nicht", betont Rolf Unkel.

    In einer Einwohnerversammlung will Nikolaus Schär am Dienstag, 22. September, 19 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses der VG Vallendar seine Pläne vorstellen.

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