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  • Tagung in Vallendar: Am "Lernort Bauernhof" Verantwortung für Lebensmittel erlernen

    Vallendar. Für manche Kinder ist Spinat keine Pflanze, sondern ein grüner Würfel aus dem Tiefkühlfach. Verantwortung für Lebensmittel kann man hingegen auf dem Bauernhof lernen - darum ging es jetzt bei einer Tagung in Vallendar.

    Die Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof hat es sich zum Ziel gesetzt, Schülern das landwirtschaftliche Leben nahe zu bringe. Der gemeinsame Austausch auf der jüngsten Tagung in Vallendar-Schönstatt mit Landeslandwirtschaftsministerin Ulrike Höfken (Grüne; am Pult) sollte Raum für neue Ideen schaffen, um die Bauernhöfe besonders für Kinder attraktiver zu gestalten.
    Die Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof hat es sich zum Ziel gesetzt, Schülern das landwirtschaftliche Leben nahe zu bringe. Der gemeinsame Austausch auf der jüngsten Tagung in Vallendar-Schönstatt mit Landeslandwirtschaftsministerin Ulrike Höfken (Grüne; am Pult) sollte Raum für neue Ideen schaffen, um die Bauernhöfe besonders für Kinder attraktiver zu gestalten.
    Foto: Sascha Ditscher

    Von unserem Mitarbeiter
    Felix Bartsch

    Die Lebenswirklichkeit Bauernhof greifbar machen, Verständnis für Lebensmittelproduktion schaffen und Kinder mit der Natur zusammenbringen: Das sind die Ziele der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof, die Mitglieder und Interessierte am Wochenende zur jährlichen Tagung der Lern- und Schulbauernhöfe de im Tagungshaus der Bildungsstätte Marienland in Schönstatt begrüßt hat.

    Vor vollen Rängen präzisierte Wolfgang Arens, Vorsitz des Kooperationspartners Forum Lernort Bauernhof, das gemeinsame Anliegen. Arens sieht die gesicherte Nahrungsversorgung und somit die Landwirtschaft als Grundlage aller menschlicher Tätigkeit. Die Menschen allerdings verlieren immer mehr den Bezug dazu, sagte er. Deshalb ist es wichtig, Kinder über praktische Erfahrungen in Kontakt mit diesen Lernorten treten zu lassen. Der Bauernhof als Lernort bietet laut Wolfgang Arens die Möglichkeit, Verantwortung, neues Wissen und Empathie aus erster Hand zu erlangen.

    Als besonderen Gast begrüßte die Arbeitsgemeinschaft die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken (Grüne). Höfken, die früher selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb geleitet hat, betonte die politische Bedeutung dieser Tagung: Es geht ihr darum, eine neue Wertschätzung für Lebensmittel zu schaffen. Auch sie thematisierte die Entfremdung des Menschen vom Bauernhof und warnte besonders vor Leichtgläubigkeit im Umgang mit der Lebensmittelindustrie. Gerade im Supermarkt sind viele Produkte so stark optimiert, dass sie mit ihrer Ausgangsform nichts mehr zu tun haben. „Für Kinder ist Spinat keine Pflanze, sondern ein grüner Würfel“, so Höfken. Ziel muss also sein, dass man Wissen über gesunde Ernährungsweise und einen vernünftigen Lebensstil vermittelt. Zum Begreifen gehört besonders im Kindesalter auch immer das Greifen, und so bietet der Bauernhof die ideale Begegnungs- und Lernstätte für Kinder. Im Sinne eines gesellschaftlichen Umdenkens ist es dabei mit Blick in die Zukunft nur sinnvoll, bei der jüngeren Generation anzusetzen, erklärte die Grünen-Politikerin.

    Im Folgenden stellten einige Höfe ihre konkreten Projekte vor. Elke Inden-Krämer betreibt seit 31 Jahren den Biohof Bölingen in derGrafschaft, einen Biolandbetrieb mit Schwerpunkt auf Obstanbau. Seit 2008 nutzt sie ihren Hof auch als Erlebnisstätte. Ihr Projekt „Wer wohnt denn da?“ soll Kindern die Biodiversität und den Obstanbau erlebbar machen. Zunächst lernen die Kinder dabei die Anbaufläche kennen. In einer anschließenden Stationsarbeit erfahren die Kinder interaktiv mehr über die verschiedenen Beteiligten am Reifeprozess eines Apfels: im Feld lebende Tiere, Wiesenkräuter, den Boden und die Nahrungskette an sich. Beim abschließenden Apfelessen wird das erworbene Wissen dann geschmacklich abgerundet.

    Einen anderen Ansatz verfolgt Daniel Wack vom Biolandhof Wack in Ommersheim im Saarland mit seinem Projekt „Grüne Pause“. Der Hof macht für Kinder Tiere mit allen Sinnen erfahrbar: Kühe füttern, Katzen schmusen, Schweine beschnuppern. Von informativer Hofführung über einzelne interaktive Tage bis zu einem Zeltlager ist alles umsetzbar. Zusätzlich bietet der Biolandhof tiergestützte Pädagogik zur Arbeit mit Kindern mit Förderschwerpunkten an. Auch hier ist das Hauptanliegen klar: Bauernhöfe live erleben, riechen, schmecken, anfassen und somit ein Bewusstsein für Lebensmittel erlangen.

    Die Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof sollte letztlich Interessierten die Möglichkeiten aufzeigen, wie auf Worte und Ideen auch Taten folgen können. Schließlich sollen aus guten Ansätzen spannende Umsetzungen werden und die Lebenswelt Bauernhof und die Kostbarkeit von Lebensmitteln auch für zukünftige Kinder weiterhin begreifbar bleiben.

    Die Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof informiert unter www.baglob.de über ihre Ziele und Mitgliedsbetriebe

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