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  • Syrer löst Problem eines Urmitzer Geschäftsmanns

    Urmitz/Koblenz. Ali Abo Ajeeb hat einen langen Weg hinter sich. Der Krieg in seinem Heimatland Syrien trieb ihn über den Libanon, die Türkei und Griechenland nach Deutschland. Fünf Monate war er unterwegs, vor acht Monaten erreichte er seine neue Heimat. Nach Stationen in Dortmund und Trier ist er nun in der Region um Koblenz angekommen und hat bei PSI Technics in Urmitz sogar einen Job gefunden - sehr zur Freude seines neuen Chefs Karl-Heinz Förderer. "Er ist vom Charakter her wissbegierig und fleißig", lobt er.

    Ali Abo Ajeeb (links) baut bei PSI Technics in Urmitz Thermoschutzgeräte zusammen und prüft sie anschließend - sehr zur Zufriedenheit seines Chefs Karl-Heinz Förderer.
    Ali Abo Ajeeb (links) baut bei PSI Technics in Urmitz Thermoschutzgeräte zusammen und prüft sie anschließend - sehr zur Zufriedenheit seines Chefs Karl-Heinz Förderer.
    Foto: Volker Schmidt

    Von unserem Redakteur Volker Schmidt

    Für den Geschäftsmann löste sich mit der Einstellung Abo Ajeebs ein Problem. Denn Förderer, dessen Unternehmen Optimierungen und Modernisierungen von Lagerlogistiksystemen bietet, suchte zuvor verzweifelt Arbeitskräfte. "Wir haben einen Mangel an qualifizierten und unqualifizierten Arbeitnehmern - mit Charakter", sagt er. Die Flüchtlingssituation habe er als Chance gesehen. Er habe sich damals gefragt: "Was kann ich mit der Situation schaffen?" Auf die Antwort zu dieser Frage stieß er im Gespräch mit Renate Stromberg, Vermittlerin Arbeitgeberservice bei der Agentur für Arbeit Mayen-Koblenz.

    Denn im ebenfalls unter dem Dach der Arbeitsagentur zu findenden Pilotprojekt "Lotsenhaus für Flüchtlinge" (die RZ berichtete) hat das Team um Leiter Marco Lohn inzwischen 300 Menschen mit Migration registriert und Profile für sie erstellt. "Das Ziel ist es", sagt Ali Karim, einer von zwei Flüchtlingslotsen im Haus, "Menschen, die hier hinkommen, Orientierung zu geben." Das funktioniert natürlich erst mal über die Sprache. Im Lotsenhaus in Koblenz kann man neben Englisch und Arabisch auch Dari und Farsi abdecken. Orientierung geben bedeutet für Karim aber auch eine weitergehende Betreuung. "Die Leute wollen ja auch wissen: Wie dürfen sie arbeiten? Wann dürfen sie arbeiten?"

    Ali Abo Ajeeb darf arbeiten, weil er bereits eine Aufenthaltserlaubnis für drei Jahre hat. Sein Profil deckte sich mit dem, wonach Karl-Heinz Förderer suchte. In Syrien hat Abo Ajeeb eine Ausbildung zum Bauzeichner gemacht. Jedenfalls etwas in der Art, sagt Flüchtlingslotse Ali Karim, denn es sei manchmal sehr schwierig, die genaue Qualifikation abzufragen. "Für die ist das ein Studium, in Deutschland hat das dann ein anderes Standing." Wie wichtig die Ermittlung der Qualifikation ist, verdeutlicht Renate Stromberg: "Eine nachhaltige Entwicklung ist es ja nur, wenn die Leute ihrem Talent entsprechend eingesetzt werden."

    Für den technisch interessierten Abo Ajeeb hat man bei PSI Technics offenbar den richtigen Job gefunden. Dort baut und prüft er seit Ende Januar Thermoschutzgehäuse - eine anspruchsvolle Arbeit. "Man lernt jeden Tag etwas dazu", sagt Abo Ajeeb über seine Arbeit. Karl-Heinz Förderer ist jedenfalls hochzufrieden mit seinem neuen Angestellten: "Unsere Qualitätsansprüche versucht er nicht nur zu erreichen. Die erreicht er auch." Der Geschäftsmann überlegt bereits, Abo Ajeeb, der schon passabel Deutsch spricht, eine Lehrstelle anzubieten. Das Arbeitsverhältnis soll langfristig sein.

    Ein positives Beispiel für den Teamchef des Lotsenhauses: "Arbeitgeber, die sich damit beschäftigen, einen Flüchtling einzustellen, sollten sich an den Arbeitgeberservice wenden", rät Marco Lohn. Viele größere Arbeitgeber seien dazu schon bereit, berichtet Renate Stromberg. "Bei kleineren Betrieben sehe ich noch viel Scheu."

    Interessierte Firmen können die ihnen bekannten Mitarbeiter im Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen ansprechen, alternativ ist eine Kontaktaufnahme über E-Mail koblenz-mayen.arbeitgeber@arbeitsagentur.de möglich.

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