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  • Bendorf-SaynStiftung Filippas Engel: Himmlische Hilfe ganz irdisch

    Junge Menschen für außergewöhnliche, Beispiel gebende Taten auszuzeichnen: Das ist das Ziel der Preisvergabe der Stiftung Filippas Engel. Schon zum zehnten Mal wurden jetzt im Sayner Schloss eben solche engagierten Menschen geehrt.

    Im Sayner Schloss wurden zum zehnten Mal die Preisträger der Stiftung Filippas Engel ausgezeichnet. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 27 000 Euro vergeben. Vorn in der Mitte: Fürstin Gabriela und Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn.
    Im Sayner Schloss wurden zum zehnten Mal die Preisträger der Stiftung Filippas Engel ausgezeichnet. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 27 000 Euro vergeben. Vorn in der Mitte: Fürstin Gabriela und Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn.
    Foto: Winfried Scholz

    Die Stiftung erinnert an Filippa, viertes von sieben Kindern der Fürstenfamilie zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, die heute vor zwölf Jahren in England tödlich verunglückte.

    Fürstin Gabriela erinnerte in ihrer Begrüßung: "Unser Vetter Johannes zu Eltz, heute Stadtdekan in Frankfurt, beschwor mich damals in unserer Verzweiflung: ,Versprich mir, nicht nach dem Warum zu fragen. Vielleicht erfahrt ihr eines Tages eine Antwort auf die Frage ,Wozu?‘. Wenn ich in die strahlenden Gesichter der jungen Menschen blicke, wenn sie Filippas Engel in ihren Händen halten, meine ich, dass dies vielleicht eine Antwort sein mag auf die Frage ,Wozu."

    "Mamarazza" war eigens angereist

    Inzwischen wurden mehr als 100 junge Menschen geehrt, allein in diesem Jahr wurden Preisgelder in Höhe von 27 000 Euro vergeben. Im Festsaal des Schlosses waren neben den aktuellen auch ehemalige Preisträger versammelt sowie Juroren, Ehrengäste und vier Generationen Sayn-Wittgenstein, zuvorderst Filippas Großmutter, Fürstin Marianne, die eigens aus München angereist war. Sachkundig und charmant moderierte TV-Gartenexpertin Heike Boomgaarden, die musikalischen Akzente setzte der Sänger und Songwriter Jacob Brass.

    Es war deutlich zu beobachten: Die strahlenden Augen der ausgezeichneten jungen Menschen sind keine Floskel. Wie zum Beispiel bei fünf Studenten der Vallendarer WHU, die mit ihrem ehrenamtlichen Projekt Saidia-Consulting (Saidia heißt "Helfen" auf Suaheli) soziale und karitative Einrichtungen in Öffentlichkeitsarbeit und Marketing beraten. Dazu gehören die Gestaltung der Web- und Facebook-Seiten des Vereins Lichtzeichen, der schwangeren Frauen in Notlagen hilft, oder der komplette Finanzierungsplan für das Entwicklungshilfeprojekt "Pro Sonergy", mit dem in Afrika Kerosin-Lampen durch Solarleuchten ersetzt werden sollen.

    Kristina Vonend (29) aus Würzburg engagiert sich für die gemeinnützige Bildungsplattform Hobos. Darauf wird Wissen über die Honigbiene vermittelt, die als Bestäuberin unverzichtbar für die Ernährung des Menschen ist. Mike Delberg (24) setzt sich mit seiner Initiative Juga, der Christen, Juden und Muslime angehören, unter anderem für den interreligiösen Dialog an Berliner Schulen ein. Kirsten König (19) aus Borken rief mit Mitschülern eine Partnerschaft zwischen dem Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz und einem Gymnasium in Uganda ins Leben. Durch Benefizveranstaltungen konnte dort zum Beispiel ein 10 000-Liter-Tank für Frischwasser finanziert werden. Die angehende Ärztin Lena Müller (26) aus Bickenbach gründete mit Kommilitonen den Verein Developmed.aid, der die Gesundheitsversorgung in Burkina Faso unterstützt. Die erst 14-jährige Lena Glemser und Mitschüler aus Darmstadt unterstützen mit "Make a difference" Waisenkinder in Uganda, damit diese eine gute Schulbildung bekommen, dreimal am Tag essen können und medizinisch versorgt werden.

    Hauptpreis erstmals ausgelobt

    Der erstmals ausgelobte Hauptpreis in Höhe von 10 000 Euro wurde aufgeteilt auf die studentischen Initiativen "Passau räumt auf" und "Deggendorf räumt auf", die beim katastrophalen Juni-Hochwasser über eigene Kontakte und soziale Netzwerke großartige Hilfe leisteten. Die Wirtschaftsinformatik-Studentin Laura Mundigl (24) berichtet im Gespräch mit der RZ: "In Deggendorf haben wir mit einem Kern von 25 Leuten 6000 freiwillige Helfer an den verschiedenen Brennpunkten koordiniert. An meine Grenzen kam ich, als ich einen 60-Jährigen trösten musste, der in den Fluten sein ganzes Hab und Gut verloren hatte. Unser Preisgeld werden wir Bedürftigen zukommen lassen."

    Fürst Alexander betonte zum Schluss ergriffen: "Ich möchte dem lieben Gott Danke sagen für diese wunderbaren jungen Menschen. Wenn ich sehe, was die über 100 Preisträger an guten Dingen bewegt haben, wird deutlich, welche großen Spuren Filippa hinterlassen hat, eben Engelsspuren."

    Winfried Scholz

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