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    VallendarSchärs Hotel-Konzept sorgt in Vallendar für Gesprächsstoff

    Die ambitionierten Pläne des Unternehmers Nikolaus Schär, ein Hotel-Hochhaus und Restaurant für mehr als 10 Millionen Euro an der B 42 bauen und das Management der Stadt- und Kongresshalle vom Hotel aus leiten zu wollen, sorgen in Vallendar für viel Gesprächsstoff.

    Von unserem Redakteur Damina Morcinek

    Doch wie fallen die Meinungen dazu in Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Hochschule aus? Unsere Zeitung hat sich in der Stadt umgehört.

    Für dringend erforderlich hält Fred Pretz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Vallendar, ein solches Hotel in der Stadt. "Es ist eine ganz tolle Ergänzung für Vallendar und macht mit Blick auf die Stadt- und Kongresshalle Sinn. Über die Höhe muss man aber noch streiten", sagt Pretz und betont, dass in der Sache ohnehin noch gar nichts entschieden ist.

    Dass die geplante Hotelhöhe von 50 Metern vielen ein Dorn im Auge, weiß auch Stadtbeigeordneter Alfred Löhning, der den aktuell verreisten Stadtchef Gerd Jung vertritt. "Ich bin der Meinung, dass die Kongresshalle keine Chance ohne ein solches Konzept hat, aber es muss noch über einiges gesprochen werden", sagt Löhning. Die Aussage von Nikolaus Schär, keines der Stockwerke sei verhandelbar, hält er vor Verhandlungsgesprächen für unangebracht. "Aber die werden kommen, und wir werden eine Lösung finden, die gut für Vallendar ist - das hoffe ich."

    So sehen es die Spitzen von VG und Stadt. Prof. Markus Rudolf, Rektor der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU - Otto Beisheim School of Management), wäre die Höhe des Hotels hingegen mehr als Recht. "Für die WHU wäre es eine tolle Sache und überaus komfortabel, wenn man Teilnehmer von Kongressen und anderen Veranstaltungen auch in Vallendar unterbringen könnte", sagt Rudolf. Beispielhaft führt er mit dem Kellogg-WHU Executive MBA Program sowie der Graduierungsfeier gleich zwei Veranstaltungen der Hochschule an, bei denen teilweise über Tage eine Vielzahl von Übernachtungsplätzen benötigt wird. Zudem kann er sich gut vorstellen, dass ein gut nachgefragtes Weiterbildungsprogramm für Führungskräfte bei entsprechender Unterbringungsmöglichkeit künftig auch in Vallendar stattfinden könnte. "Die Kunden würden gern nach Vallendar kommen, aber die Kapazitäten sind hier nicht vorhanden. Zudem haben diese Kunden gewisse Ansprüche an ein Hotel", betont Rudolf. Die WHU allein könne das Hotel zwar nicht auslasten, aber sehr wohl dazu beitragen.

    An Synergieeffekte und eine bessere Auslastung der Kongresshalle durch das Hotel und andersherum glaubt auch der Verein der Gewerbetreibenden Vallendar (VGV). "Wenn die Kongresshalle ihren Namen zu Recht tragen soll, ist ein dazugehöriges Hotel unabdingbar", sagt Michael Wächter, Erster Vereinsvorsitzender. Die Sogwirkung, die ein solches Hotel mit sich bringt, dürfe nicht unterschätzt werden. Nur "weniger wuchtig" sollte es nach Auffassung des VGV sein. "Geschäftsleute, Touristen und Besucher werden unsere Stadt beleben, Gewerbesteuereinnahmen werden generiert, zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen", sagt Wächter und betont, dass das angebotene Management und die gastronomische Versorgung der Halle den Stadtvätern einige Last von den Schultern nehmen werden. "Die zukünftigen Anliegen von Vallendarer Gruppierungen und Vereine, die die Nutzung der Halle betreffen, sollte das Management allerdings auch im Blick behalten."

    Und wie stehen diejenigen zu Schärs Konzept, die letztlich darüber zu entscheiden haben? Die SPD-Fraktion im Stadtrat Vallendar ist geschlossen dafür, sagt Fraktionsvorsitzender Dieter Klöckner: "Aber einige haben ein Problem mit der Höhe des Hotel." Schär versichert zwar, dass er diese Höhe braucht, um erfolgreich zu sein, doch sicher wäre keiner böse, wenn das Hotel niedriger ausfällt, meint Klöckner.

    Die Mitglieder der Unabhängigen Liste Vallender (ULV) befinden sich noch im Abstimmungsprozess. "Unbestritten hat ein Hotel insbesondere für die Vermarktung und damit für die Folgekosten der Stadt- und Kongresshalle einen erheblichen Nutzen", betont ULV-Sprecher Joachim Karbach. Es bestehe aber noch Klärungsbedarf, unter anderem zu bautechnischen und förderrechtlichen Fragen.

    In der CDU-Fraktion gibt es zwar eine "positive Grundtendenz", aber ebenso Beratungsbedarf, sagt Fraktionschef Wolfgang Borreck, dem nach jahrzehntelangem Stillstand und Verfall an der einstigen Rheinfront ein mutiger Investor samt Konzept sehr willkommen ist. Wichtig sei aber, dass eine mögliche Kooperation wettbewerbsrechtlich einwandfrei und im Einklang mit geltendem Vergaberecht gestaltet wird. Und auch die Nutzungsmöglichkeiten für die Vallendarer Vereine und Hochschulen sind aus CDU-Sicht bei allen denkbaren Betriebsformen von sehr hohem Stellenwert. Die Entwicklung des Hotels in die Höhe sieht Borreck aufgrund der kleinen Grundstücksfläche indes als vorgegeben an. "Dabei ist die Befürchtung unbegründet, es würde ein zweites Hochhaus auf der Humboldthöhe entstehen", betont er.

    Das Projekt und der Zeitplan

    Noch ist nichts beschlossen: Ob und wenn ja wann Investor Nikolaus Schär ein Hotel und Restaurant in Vallendar errichten kann, hängt von vielen Faktoren ab:

    Am 8. September stellte Schär sein Konzept in nicht öffentlicher Bauausschusssitzung vor - eine Beschlussempfehlung für den Stadtrat gab der Ausschuss nicht.

    In einer Einwohnerversammlung will Schär am 22. September, 19 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses der VG Vallendar seine Ideen den Bürgern näherbringen.

    Der Stadtrat tagt erneut am 29. September. Auf der Tagesordnung steht Schärs Anliegen aber nicht.

    Für den Bau eines Hotels müsste der Stadtrat öffentlich einer Änderung des bestehenden Bebauungsplans zustimmen, da der aktuelle Plan kein 50 Meter hohes Haus in der Innenstadt vorsieht.

    Sollte es zu einem Bebauungsplanverfahren kommen, werden alle Pläne offengelegt und die Öffentlichkeit beteiligt, die daraufhin Einwände erheben kann.

    Nach Abwägung aller Interessen und im Falle eines Ratsbeschlusses muss die Kreisverwaltung den Bauantrag genehmigen - bis dahin könnte ein halbes Jahr vergehen.

    Schär würde das Hotel gern Ende 2018/Anfang 2019 eröffnen. dam

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