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    KoblenzSaisoneröffnung: Rheinleuchten auf Festung lockt Tausende Besucher

    Den trutzigen Mauern der Festung Ehrenbreitstein hat Lichtkünstler Wolfram Lenssen für das Festungsleuchten etwas Spielerisches entgegensetzen wollten. Er wollte, erklärte der Künstler bei der Generalprobe der Lichtspiele am Freitagabend, mit Lichtinstallationen und Sound Orte schaffen, die den Menschen magisch erscheinen und die sie staunen machen.

    Von unserer Redakteurin Anke Mersmann

    Ein Dutzend Spielorte hat Lenssen für seinen Lichtkunst-Parcours konzipiert – seinem Ansatz werden sie mal mehr, mal weniger überzeugend gerecht. Spektakulär ist die Projektion an der Hohen Ostfront im oberen Schlosshof geraten, die eindeutig der Hauptspielort des von der Generaldirektion Kulturelles Erbe veranstalteten Festungsleuchten 2014 ist. Aus der grell weißlich ausgeleuchteten Gebäudefassade bröckeln Steine, so macht die Projektion in 3-D-Optik glauben.

    Es schieben und drehen sich gar ganze Quader hervor, sodass sich nach und nach die gesamte Fassade zu zerlegen scheint und einer neu entstehenden Welt weicht. Es puzzelt sich die Ansicht auf venezianische Palazzi zusammen, samt Erkerfiguren und Anlegepfosten, und an die Mauern schwappt das Lagunenwasser, so scheint es. Verstärkt werden die optischen Eindrücke durch Klang, Wasser plätschert, Möwen schreien.



    Blick ins Universum

    Doch die projizierten Steine verschieben sich unter lautem Getöse so lange, bis das liebliche Venedig einem Blick ins Universum weicht. Auf der Hohen Ostfront ziehen Planten, Sternnebel und Gesteinsbrocken vor den Cockpitscheiben eines Raumschiffs entlang.
    Einem anderen Himmelskörper über dem Retirierten Grabens gehuldigt: dem Mond. Eine illuminierte Scheibe lässt den Erdtransiten scheinbar direkt über der Mauer stehen, darunter ist der Graben flächig in warmes Rot getaucht.

    Tiefe Plastiksessel laden zum Verweilen ein, während entspannte elektronische Musik des schwedischen Künstlers Robert Zotterquist läuft. Ein hübscher Ort mit gelassener Atmosphäre, an dem Lichtkünstler Lenssen das Gefühl eines Sommerabends aufgreifen möchte – wozu ihn die Erinnerung an die Minusgrade inspirierte, die im vergangenen Jahr durchweg beim Festungsleuchten herrschten.

    Aus dem vergangenen Jahr dürften vielen Besuchern die Lichtkugeln bekannt sein, die im Hauptgraben in die Dunkelheit leuchten beziehungsweise zum Beat eines elektronischen Sound in wechselnden Farben pulsieren. Zu jedem von der Essener Band Freakatronic programmiert Takt entsteht ein neues Lichtbild, das sich optisch reizvoll auch auf die Mauern ringsum erweitert.



    Kanonenkugel wandelt sich

    Die steinerne Längswand der Contregrade bietet den Untergrund für eine Videoprojektion, die davon erzählt, wie sich eine abgeschossene Kanonenkugel – ein Symbol der Festung – verwandelt. Aus der Rotation heraus bildet sie sich zur Billardkugel ausbildet, zur glitzernden Diskokugel, zur blauen Iris eines Auges und letztlich zu einem sich im Wasser spiegelnden Vollmond.

    Völlig ohne computertechnische optische Spielereien kommt Lenssen an einem weiteren Spielort aus, der am eigentlichen Beginn des Parcours zum Festungsleuchten steht: Vor der Poterne, im Schein flackernder Fackeln, ist eine Klanginstallation zu hören, in der die alten Steine der Festung ihre Geschichte erzählen. Auf Worte hat man im sogenannten „Cube“ zu verzichten, einem mit schwarzer Folie abgehängten Quader im Übergang zur Langen Line: Technobeats wummern, Lichtstrahlen zucken im Kunstnebel. Mögen die übrigen Spielort des Festungsleuchtens einen Bezug zum Raum und der Umgebung schaffen, wirkt der Cube seltsam deplatziert.

    Alles in allem aber ist das Festungsleuchten hübsch anzuschauen, von einem Lichtkunstspektakel wie es im Buga- und im Folgejahr veranstaltet wurde, kann aber keine Rede sei. Auch wenn fairerweise betont werden muss, dass damals die finanzielle Ausstattung deutlich besser war.

    Lichtkunst ist bis zum 21. April zu sehen

    Das Festungsleuchten ist bis zum 21. April täglich ab Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht zu sehen. Die Seilbahn fährt bis 0.30 Uhr, der Eintritt kostet 6 Euro. Das Festungsleuchten findet einbettet in das Festival „Rheinleuchten“ statt, das die GDKE mit dem Zweckverband Oberes Mittelrheintal veranstaltet. In Rüdesheim werden die Classic City und die Burg Rheinfels in St. Goar bis zum 21. April illuminiert.

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