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    KoblenzRittersturz: Arbeiten am Hang sind fast fertig

    Wenn man von unten auf den Rittersturzhang schaut, kann einem schon angst und bang werden - viele Löcher sind in dem steil überhängenden Gestein zu sehen. Bis Weihnachten werden die Sicherungsarbeiten an dem rund 100 Meter hohen Berg beendet sein.

    Oben auf dem Plateau wird sich nicht viel verändern. Nur das Geländer wird etwa sechs Meter von der Hangkante zurückgesetzt. 
    Oben auf dem Plateau wird sich nicht viel verändern. Nur das Geländer wird etwa sechs Meter von der Hangkante zurückgesetzt. 
    Foto: Henry Tornow

    "Hier kann jederzeit was runterkommen", sagt Peter Schwarz, stellvertretender Leiter des Tiefbauamtes, wenig ermutigend. Aber er fügt hinzu: "Jetzt ist es hier sicherer, als es jemals war." Bis Weihnachten werden die Sicherungsarbeiten an dem rund 100 Meter hohen Berg beendet sein. Seit Sommer 2015 hat die Stadt verschiedene Arbeiten vorgenommen und Varianten geprüft, um des Problems Herr zu werden: Bis 1924 wurde nämlich an dieser Stelle ein Steinbruch betrieben, obwohl dieser Ort dafür immer denkbar ungeeignet war. Infolge dessen kam es zu größeren Steinschlägen und Einstürzen. Und mit der Zeit wurde es nicht besser: Auch als das oberhalb auf dem Plateau liegende Hotel 1972 aus Sicherheitsgründen abgerissen worden war, setzten Erosion und Witterungseinflüsse dem Hang weiter zu.

    Um sich nun ein genaues Bild zu machen, wurde in den Herbstferien 2015 der Hang von losem Gestein und Bewuchs befreit, berichtet Peter Schwarz. Danach konnte das Gelände erstmals exakt vermessen werden, was mit einer Drohne und Laserscans erfolgte. "So haben wir ein genaues 3-D-Bild bekommen", erklärt Ingenieurin Corinna Hoffend, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Oliver Stracke das Projekt betreut hat. Nach den genauen Untersuchungen entschied sich die Stadt, den Felshang weiter der natürlichen Erosion zu überlassen, durch Schaffung großer Auffangräume unterhalb des Bergs und starker Auffangeinrichtungen Richtung Straße aber die B 9 und die Bahnlinie besser zu sichern. Ein vorhandener Erdwall wurde auf einer Länge von etwa 200 Metern erhöht, auf ihm wird in den kommenden Wochen ein starker, vier Meter hoher Zaun tief im Fels verankert, sodass auch große Brocken nicht auf die Bundesstraße fallen oder kullern können.

    Als Abschluss der rund eineinhalb Jahre andauernden Sicherungsarbeiten wird auf dem zur B9 gelegenen Erdwall noch ein rund vier Meter hoher, mit Stahlseilen verstärkter, Zaun aufgestellt.
    Als Abschluss der rund eineinhalb Jahre andauernden Sicherungsarbeiten wird auf dem zur B9 gelegenen Erdwall noch ein rund vier Meter hoher, mit Stahlseilen verstärkter, Zaun aufgestellt.
    Foto: Henry Tornow

    Und ab sofort wird der Zustand regelmäßig beobachtet. Bis Weihnachten werden rund 40 Spiegel an festgelegten Stellen im Hang von Kletterern befestigt, vor allem oberhalb von offenen Rissen. Von markierten Stellen unten auf dem Wall aus kann man dann jede Veränderung sehen. Zudem wird natürlich regelmäßig geprüft, was an Steinen und Brocken runtergekommen ist. Und im kommenden Jahr soll noch einmal ein Bild mithilfe der Drohne erstellt werden, sodass es genaueste Vergleichsmöglichkeiten gibt. "Man kann nicht das ganze Mittelrheintal verankern", sagt Peter Schwarz. Die nun gefundene Lösung ist mit 800 000 Euro inklusive der Untersuchungen in den kommenden Jahren erheblich günstiger als die zunächst überlegten verankerten Spritzbetonwände, die 5 bis 7 Millionen Euro hätten kosten können.

    Oben auf dem Plateau wird es eine zusätzliche Sicherung geben: Das Geländer soll um etwa sechs Meter von der Hangkante entfernt neu aufgebaut werden, ein Wanderweg wird umgelegt. Dann kann auch der Sicherheitszaun verschwinden, der vor Gefahren warnt.

    Das Denkmal auf dem Plateau

    Vom 8. bis 10. Juli 1948 war das Berghotel auf dem Rittersturz Schauplatz der ersten gleichnamigen Konferenz. Die hier getroffenen Beschlüsse sahen den Zusammenschluss der drei westlichen Besatzungszonen zur Bundesrepublik vor. 1978 entstand an der Stelle des abgerissenen Hotels eine Gedenkstätte, die im Jahr 2008 umfassend restauriert wurde. Das nach Plänen des Koblenzer Bildhauers Rudi Scheuermann errichtete Denkmal ist eine sechs Meter hohe dreigliedrige Stele aus Basalt, die in ihrer Dreibündelung die Säulen des demokratischen Staatswesens darstellt: Legislative, Exekutive und Judikative. Nach anderer Meinung symbolisiert sie die drei Besatzungszonen.

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

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