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    KoblenzPrügelattacke im Koblenzer Lustmobil: Wer schlug zu?

    Im Prozess um den brutalen Überfall auf eine Prostituierte am Koblenzer Straßenstrich ist kein Ende in Sicht. Bis jetzt steht lediglich fest: Die Prostituierte wurde in ihrem gemieteten Wohnwagenbrutal zusammengeschlagen und dabei schwer verletzt.

    Von unserer Mitarbeiterin Ricarda Helm

    Nach mittlerweile vier Prozesstagen steht lediglich fest: Die Prostituierte - eine 36-jährige Frau aus Nigeria - wurde in ihrem gemieteten Wohnwagen in der Otto-Schönhagen-Straße in einer Juninacht brutal zusammengeschlagen und dabei schwer verletzt. So schwer, dass sie ins Krankenhaus musste. Zudem wurde ihre Handtasche mit rund 120 Euro gestohlen.

    Fest steht auch, dass die beiden Angeklagten (23 und 29) aus Litauen und Russland mit der Frau mehr oder weniger erfolgreich Sex hatten. Das haben die beiden gleich zu Prozessauftakt eingeräumt. Doch die Schilderungen, wie genau die Liebesdienste vollzogen und abgerechnet wurden und wie die beiden Freier den Wohnwagen verlassen haben, gehen auseinander.

    Das Gericht hat keine leichte Aufgabe, denn die beiden Angeklagten bestreiten, der Frau etwas angetan zu haben. An Details des Abends können sie sich jedoch nicht erinnern. Nur dass beide Sex für 20 Euro pro Mann ausgehandelt hatten. Man habe sich gemeinsam von der Frau verwöhnen lassen wollen. Der 23-Jährige schämte sich sichtlich, als er den Hergang dem Gericht erzählte. Er wurde rot im Gesicht und schaute betreten nach unten. Und: Bei dem Älteren waren die Bemühungen der Prostituierten erfolglos. Dass es bei ihm nicht geklappt hat und beide arge Erinnerungslücken haben, mag daran liegen, dass die beiden zuvor mit zwei weiteren Zechkumpanen fast vier Flaschen Hochprozentiges getrunken hatten.

    Die Aussage der Prostituierten ist ebenfalls nicht ganz schlüssig. Sie hatte den Ablauf vor Gericht anders geschildert als bei den Vernehmungen durch die Polizei. Sie widersprach sich bei Details. Deswegen wurde sie am vierten Tag erneut in den Zeugenstand gerufen. Der Verteidiger des jüngeren Angeklagten, Gerhard Prengel, wollte von ihr wissen, ob sie ihre Zeugenaussage vor Gericht zuvor mit ihrem Anwalt besprochen habe und ob der ihr möglicherweise Akteneinsicht gewährt habe. Das verneinte die Frau. Sie lieferte aber eine Erklärung, warum sich ihre Aussagen möglicherweise unterschieden und sagte: "Wenn es in meinen Aussagen Abweichungen gab, dann lag das daran, dass die Polizisten mein Englisch nicht richtig verstanden haben."

    Dass es bei der Frau arge Verständigungsprobleme gibt, wurde auch vor Gericht deutlich. Der Dolmetscher musste in einem Gemisch aus Englisch und Nigerianisch übersetzen. Selbst einfache Fragen der Verteidigung wurden nur mühsam beantwortet. Wie die Frage, ob sich die Prostituierte an eine Hilfsorganisation wie den Weißen Ring gewendet habe. Nach langem Zögern bestätigte sie das. Die Organisation habe ihr 250 Euro gegeben, damit sie sich einen Anwalt nehmen könne. Man habe ihr dort auch weitere Hilfen nach dem Prozess angeboten. Der Prozess wird fortgesetzt.

    Überfall auf dem Koblenzer Straßenstrich: Freier in Haft Prozess: Zwei Männer sollen eine Prostituierte in Koblenz brutal verprügelt habenProzess: Prügelten Freier brutal auf Prostituierte ein?
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