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  • Nach Felsbrockensturz auf Auto an der Mosel: Wer sorgt hier für Sicherheit?

    Region. Plötzlich kracht es, die Windschutzscheibe zerbricht - ein Felsbrocken ist aufs Auto gestürzt. Das erlebte kürzlich eine Autofahrerin an der Mosel. Was wird getan, um solche Vorfälle zu verhindern?

    Was für ein Schreckmoment für die Skoda-Fahrerin am vergangenen Dienstag auf der B 49 an der Mosel zwischen Brodenbach und Alken: Ein etwa medizinballgroßer Felsbrocken löste sich irgendwo am Berg und krachte auf die Windschutzscheibe. Ein Unglück, das verhindert werden kann?
    Was für ein Schreckmoment für die Skoda-Fahrerin am vergangenen Dienstag auf der B 49 an der Mosel zwischen Brodenbach und Alken: Ein etwa medizinballgroßer Felsbrocken löste sich irgendwo am Berg und krachte auf die Windschutzscheibe. Ein Unglück, das verhindert werden kann?
    Foto: Polizei Brodenbach

    Von unserem Reporter Andreas Egenolf

    Es war ein Felssturz mit heftigen Folgen: Eine durchschlagene Windschutzscheibe, ein nicht mehr fahrbereiter Skoda, 5000 Euro Schaden und kleinere Schnittwunden bei der Fahrerin. Der medizinballgroße Felsbrocken, der am vergangenen Dienstag zwischen Brodenbach und Alken auf ein fahrendes Auto an der Bundesstraße 49 fiel (die RZ berichtete), sorgte für Aufsehen. Doch warum kommt es immer wieder zu solchen Situationen? Und was wird gegen die Gefahr von Steinschlägen und Felsstürzen unternommen? Die RZ hat bei Uwe Schroeder, dem Leitenden Geologen des Landesbetrieb Mobilität (LBM) nachgefragt.

    Für die Verkehrssicherungspflicht entlang der Straßen ist das Fachteam Geotechnik der Landesbehörde zuständig. Im aktuellen Fall an der B 49 konnten die Fachleute allerdings noch nicht klären, wo und warum sich der Felsblock gelöst hat. Der LBM hat daher eine Drohne über dem ehemaligen Weinberg aufsteigen lassen, um die Abbruchstelle zu lokalisieren. Da bisher ebenfalls unklar ist, wem der Weinberg gehört, ist ein Betreten des teilweise unwägbaren Geländes nicht ohne Weiteres möglich. Die Frage, wer bei Unfällen mit Steinschlägen haftet, ist außerdem nicht eindeutig geklärt, wie Schroeder sagt: „Die Rechtssprechung hat in der Vergangenheit in solchen Fällen durchaus heterogene Urteile gefällt.“

    Dass es zurzeit vermehrt zu Steinschlägen und Felsstürzen kommt, findet Uwe Schroeder nicht ungewöhnlich: „Das Frühjahr mit seiner Frost-Tau-Periode ist eine typische Steinschlagzeit. Hier lässt sich eine gewisse Häufung feststellen.“ Im Gestein bilden sich im Laufe der Jahre Spalten, in die Wasser eindringt. Gefriert es, sprengt es den Fels. „Das ist ein Naturphänomen, was sich nicht aufhalten lässt“, erklärt Schroeder.

    Trotzdem versucht der LBM Steinschlägen und Felsstürzen frühzeitig vorzubeugen. Die Straßenmeistereien sind beispielsweise angewiesen bei ihren Kontrollfahrten Felsen, Trockenmauern, Weinberge und Co. im Blick zu behalten. Tauchen Auffälligkeiten auf, werden diese an Uwe Schroeder und seine Kollegen vom Fachteam Geotechnik gemeldet. Außerdem gibt es ein sogenanntes Monitoring. Bestimmte Punkten im Land, die entlang der Straßen als Gefahrenpunkte bereits ausgemacht wurden, werden hierbei von den Fachleuten des LBM überwacht und protokolliert. Bei sichtbaren Veränderungen am Gestein kann so frühzeitig reagiert werden.

    Neben Vorsorgemaßnahmen wie der Bepflanzung von Abhängen, ist eine Möglichkeit zum Verhindern von Steinschlägen die Räumung von Gefahrenstellen. So werden beispielsweise ganze Felsen oder Trockenmauern, wie sie in den Weinbergen an der Mosel häufig zu finden sind, abgetragen. Neben Schutzwänden werden größere Flächen wie beispielsweise an der Landesstraße 122 zwischen Lehmen und Gondorf mit einem Steinschlagschutznetz versehen, welches abbrechende Fels- oder Steinstücke direkt abfängt. Müssen Sicherungsmaßnahmen auf Grundstücken durchgeführt werden, auf die der LBM keinen Zugriff hat, wird versucht, diese entweder zu erwerben oder die Sicherungsmaßnahmen in Absprache mit dem Grundstückseigentümer durchzuführen. Hundertprozentige Sicherheit, dass Vorfälle wie der am vergangenen Dienstag auf der B 49 nicht mehr passieren, garantieren aber alle Maßnahmen letztlich nicht. „Der Verfall der Gesteine ist nicht aufzuhalten. Er gehört einfach dazu“, findet Uwe Schroeder abschließend.

    Unfall auf der B49: Felsbrocken kracht auf AutoFelsstürze an der Mosel: Gefahr kaum zu bannen
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