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  • Nach Banküberfall in Burgen: Gebürtiger Andernacher steht vor Gericht

    Burgen. Der Fall hat die Region bewegt: Am 15. September 2014 überfiel ein Mann die Geschäftsstelle der Sparkasse im idyllischen Moselort Burgen und erbeutete dabei mehr als 35 000 Euro. Seit Dienstag steht der mutmaßliche Täter wegen räuberischer Erpressung vor der 9. Strafkammer des Landgerichts Koblenz.

    Von unserem Mitarbeiter Thomas Krämer

    Interessant dabei: Der Angeklagte ist nicht nur einschlägig vorbestraft, sondern verbüßt gerade eine Haftstrafe in der JVA Diez wegen versuchten Bankraubs in einem Stadtteil von Limburg im Februar 2015. Dabei ist diese Tat vom Tatmuster her dem Delikt in Burgen extrem ähnlich.

    Das Gericht wirft dem 56-jährigen gebürtigen Andernacher vor, den Überfall in Burgen begangen zu haben. Dabei soll er 35 460 Euro erbeutet und die beiden Angestellten gefesselt im Tresorraum der Geschäftsstelle zurückgelassen haben, bevor er flüchtete. "Bewaffnet" war er dabei wohl mit einer täuschend echten Spielzeugpistole, mit deren Hilfe er die beiden Angestellten zwang, den Tresor zu öffnen und ihm das Geld in eine mitgebrachte rote Plastiktüte zu füllen. Der Angeklagte wollte sich am ersten Prozesstag zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen nicht äußern.

    Als Zeugen sagten die beiden Bankangestellten der ehemaligen Geschäftsstelle Burgen aus und berichteten, wie der Überfall aus ihrer Sicht abgelaufen ist. Morgens gegen 8 Uhr betraten sie die Räume von der Rückseite durch den Personaleingang, eine der beiden ging sofort weiter zu ihrem Schreibtisch, bis sie ihre Kollegin schreien hörte. Denn inzwischen war ihnen der Bankräuber gefolgt und verlangte nun unter Vorhalten der "Waffe" Geld. "Ich dachte bloß: Du musst aufhören zu schreien, sonst erschießt er dich", fasste eine der beiden Angestellten die Situation zusammen. Sie händigten dem Täter das verlangte Geld aus, sowohl Scheine als auch eingeschweißtes Rollengeld in 1- und 2- Euro-Münzen. Der Mann verlangte auch, die Kiste im Kurierfach zu sehen, in der sich jedoch kein Geld befand. Auch seiner Forderung, den Geldautomaten zu öffnen, konnten die beiden Frauen nicht nachkommen, da sie dafür keine Berechtigung besaßen. Bei der Tat war der Bankräuber maskiert, trug eine Wollmütze mit Sehschlitzen. Eventuell habe er "ausländisch geflucht", ansonsten aber perfekt Deutsch gesprochen. Nachdem er beide mit Kabelbindern beziehungsweise einem Schal gefesselt und sie aufgefordert hatte, sich ruhig zu verhalten, floh der Täter aus der Bank. Die beiden Mitarbeiterinnen der Sparkasse leiden noch immer unter sporadisch auftretenden Angstattacken, sowohl im Beruf als auch in ihrer Freizeit.

    Etwa zum Zeitpunkt der Tat befand sich ein 79-jähriger Stammkunde im abgetrennten Servicebereich beim Geldautomaten, hörte die Schreie und ging daraufhin um das Gebäude herum, um durch das Türfenster des Personaleinganges zu sehen. Dabei entdeckte er den maskierten Täter und lief zu seinem Auto, um am Marktplatz Hilfe zu suchen. In seiner Zeugenaussage berichtete er auch, den Täter dann noch einmal gesehen zu haben, als dieser in Richtung Kirche floh. Ein weiterer Zeuge erinnerte sich, am Tag des Überfalls gegen 7 Uhr morgens einen Mann im Hinterhof der Sparkasse gesehen zu haben, der sich dann schnell in Richtung Mosel entfernte.

    Als weitere Zeugin wurde die ehemalige Lebensgefährtin des Angeklagten gehört, bei der er zur Tatzeit wohnte. In wieweit der Angeklagte mit der Tat in Burgen in Verbindung zu bringen ist, soll bei den weiteren Prozesstagen geklärt werden.

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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